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Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 20:44 Uhr

Angeklagter bestreitet Taten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Einbruchsserie in Kleingärtenkolonien / Diebesgut gefunden

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2017 | 06:38 Uhr

Eine Einbruchsserie von April 2013 bis Februar 2016 hatte einige Kolonien des Kleingartenvereins Eckernförde in Atem gehalten (wir berichteten). Betroffen waren vor allem Gärten in den Kolonien Wörmbke, Pupke, Abendfrieden und Otte. In diesem Zeitraum fanden mehr als ein Dutzend Einbrüche in Gartenlauben und Schuppen statt. Gestern stand ein Tatverdächtiger vor dem Schöffengericht Eckernförde.

Es war eine lange Liste von Straftaten, die die Staatsanwältin dem 26-jährigen Eckernförder vorhielt. In 23 Handlungen soll der gelernte Bäckereifachverkäufer in Kleingärten Lauben und Schuppen aufgebrochen haben und unter anderem zehn Zwerghühner samt Futter, Gartenmöbel und -garnituren, Werkzeuge, Teichpumpen, Vogelfiguren, Solarleuchten, Hirschgeweihe, zwei Fahrräder, einen Hängeschrank und ein Opernglas gestohlen haben.

Ein Einbruch in das Vereinsheim des ASV Gut Fang, wo er einen selbstgebauten Räucherofen entwendet haben soll, wurde ihm ebenso zur Last gelegt wie ein Einbruch ins Vereinsheim des Tennisvereins Blau-Gelb, in dem er Bürogeräte und 257 Euro Bargeld mitgenommen haben soll. Auch ins Umwelt-Informationszentrum (UIZ) und in die benachbarte Eichhörnchenstation soll der Eckernförder eingestiegen sein, um Strohballen und Pflanzen zu stehlen.

Im UIZ soll er zudem Transportboxen und Einkaufsboxen im Wert von 925 Euro entwendet haben. Im Januar 2016 soll er einen Einbruch in die „Wärmflasche“ des K  7 begangen haben, wo er zwei Lautsprecher und ein Mischpult mitgenommen haben soll. Einige Taten soll er gemeinschaftlich mit einem Kumpel begangen haben. Bei einer polizeilichen Durchsuchung im März 2016 wurde das Diebesgut in der Gartenlaube des Angeklagten entdeckt.

Doch gleich zu Beginn beteuerte dieser gegenüber Richter Tiedemann seine Unschuld: „Ich habe nichts mit den Einbrüchen zu tun.“ Er habe selbst einen Garten in einer Kolonie bis vor kurzem bewirtschaftet– einen zweiten direkt nebenan habe er an einen Kumpel untervermietet. Als dieser sich nicht mehr um die Parzelle kümmerte, habe er Schuppen und Laube leergeräumt und alles bei sich untergestellt. „Die Sachen waren bei mir in der Laube, das ist richtig, das sind aber nicht meine Sachen“, bekräftigte der Eckernförder. Auf Nachfrage des Richters erklärte der auskunftsfreudige Angeklagte: „Ich habe nicht für möglich gehalten, dass das alles gestohlen ist.“ Er beschuldigte seinen Kumpel, dem er die Parzelle untervermietet habe, der Taten.

Ein Beamter der Kripo Eckernförde trat als Zeuge auf und berichtete über die Durchsuchungen sowohl in der Wohnung und in der Gartenlaube des Verdächtigen. Er machte deutlich: „Fakt ist, die Sachen wurden bei ihm gefunden. Wer dafür verantwortlich ist, das weiß ich nicht. Das ergab die Ermittlung nicht.“

Da eine Clique, Ex-Freundinnen und ehemalige Nachbarn in diesem etwas verworrenen Fall eine Rolle spielen, wurden zwei zusätzliche Verhandlungstage für die Beweisaufnahme angesetzt. Die Funktion sowohl des Mittäters als auch des Kumpels, der laut Angeklagtem die Sachen gestohlen haben soll und der polizeilich bislang noch nicht erfasst ist, soll geklärt werden. Richter Tiedemann erwog, eventuell auch betroffene Kleingärtner als Zeugen zu laden.

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