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Eckernförder Zeitung

12. Dezember 2017 | 14:00 Uhr

Angehende Zuchtstuten im Leistungstest

vom

26 Holsteiner Stuten und 40 Stuten des Pferdestammbuchs bei Leistungsprüfung auf Hof Kirchhorst

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Gross Wittensee | Mit weißer Schabracke unter dem Sattel, glänzendem Fell und eingeflochtener Mähne reisten die jungen Stuten nach Kirchhorst, um dort, für die meisten die erste Prüfung in ihrem Leben zu absolvieren. Dabei werden gleich mehrere Kriterien abgefragt wie Dr. Sybille Reinecke von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, die als Aufsichtsbehörde der Stutenleistungsprüfung fungiert, erklärt: "Die Anforderungen an die Pferde sind 30 Prozent Freispringen, jeweils 13 Prozent Grundgangarten, 10 Prozent Rittigkeit und 21 Prozent Fremdreiter aufgeteilt. Daraus ergibt sich die Gesamtnote."

Zunächst müssen sich die schick herausgeputzten Vierbeiner beim Freispringen beweisen. "Hier wird das Vermögen und die Manier, Vorderbein- und Hinterbeintechnik sowie die Übersicht am Sprung beurteilt", so Reinecke. Nach dem Freispringen müssen sich die Stuten, die meist erst dreijährig sind, geritten präsentieren. Zunächst dürfen sie unter ihren eigenen Reitern ein paar Runden in der Reithalle absolvieren, um sich an die neue Atmosphäre zu gewöhnen, ehe es in Gruppen mit je vier Teilnehmern gilt, die vorgelesene Aufgabe zu absolvieren. Im Schritt, Trab und Galopp werden die Vierbeiner kritisch von der Jury begutachtet, die Noten von 0 bis 10 für die Rittigkeit vergibt. Diese beurteilt, wie das Pferd die Hilfen des Reiters annimmt sowie die Anlehnung, die Durchlässigkeit, den Takt und die Leistungsbereitschaft. Dass auch Zuchtstuten in der Rittigkeit überprüft werden, hat einen Grund, wie Reinecke betont: "Nicht alle Stuten gehen später in den Sport, sondern auch in die Zucht."

Mirko Utecht aus Neumünster stellt zwei Jungstuten vor, die er dreieinhalb Monate auf den ersten großen Auftritt vorbereitet hat. Die dreijährige Holsteinerstute von Lightning und Coriall war beim Freispringen in guter Verfassung, beim Vorreiten zeigte sie im Galopp mit einigen Bocksprüngen, dass sie doch erst kurz unter dem Sattel ist. Der 21-jährige Utecht weiß wie spannend der Tag vor allem für die Züchter ist: "Diese Prüfung ist für die Züchter sehr interessant und zeigt die Qualität der Pferde. Man kann alles gut vorbereiten, dennoch spielt die Tagesverfassung eine große Rolle und dann ist man auch sehr gespannt wie es mit dem Fremdreiter klappt."

Die Kategorie Fremdreiter steht als letzte Aufgabe auf dem Programm. Nicola Winkler und Harm David testen das Reitgefühl und den Ausbildungsstand der Pferde und vergeben dafür ebenfalls Noten. "Bisher war noch keine Schlechte dabei, die Stuten haben bisher alles gut gemacht. Wir haben eine 9 vergeben", so Winkler. "Beim Reiten überprüfen wir das allgemeine Sitzgefühl, die Rückentätigkeit und die Balance", so Harm David, der als Bereiter täglich unterschiedliche Pferde reitet.

Nach einer anstrengenden Prüfung fahren Vier- und Zweibeiner wieder nach Hause. Vor allem für die Züchter ist die Stutenleistungsprüfung ein wichtiger Moment, denn sie können ihre Pferde mit anderen vergleichen, wobei auch dieser stets eine Momentaufnahme ist.

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