zur Navigation springen

Anekdoten, heiße Ohren und Fräulein Feddersen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ehemalige Gudewerdt-Schüler treffen sich 50 Jahre nach ihrem Schulabschluss

von
erstellt am 30.Sep.2014 | 06:41 Uhr

Fröhliche Stimmen und herzhaftes Lachen schwirren im Restaurant „Strandküche“ am Kurstrand durcheinander. Zehn Jahre haben sich die ehemaligen Schüler des Abschlussjahrgangs 1964 der früheren Gudewerdtschule nicht gesehen. Da stauen sich natürlich allerhand Neuigkeiten und Erinnerungen auf, die erzählt werden müssen – Erinnerungen an gemeinsame Schuljahre und Erlebnisse. „Erinnerst du dich noch an unsere Klassenfahrt nach Kassel? Als wir mit Fräulein Feddersen Don Carlos als Theaterstück sehen sollten und sich die Aufführung als Oper herausstellte?“ „Ja, Fräulein Feddersen kam ganz schön ins Schwitzen, um uns den Inhalt noch schnell während der Aufführung zu erklären.“

Lehrerin Elise Feddersen – auf das Fräulein wurde damals bei unverheirateten Frauen noch Wert gelegt –, wird im Laufe des Tages noch häufig erwähnt. Als Klassenlehrerin hat sie von allen Lehrern die meiste Zeit mit den Schülern verbracht und daher auch nachhaltigen Eindruck hinterlassen. So brachte Fräulein Feddersen einen Hausaufgaben-unlustigen Schüler mächtig ins Schwitzen. Sie forderte ihn auf, seine Hausaufgabe zu holen, die er nach eigener Aussage zu Hause vergessen hatte. Natürlich kehrte der Schüler ohne die Hausaufgabe aber mit einer neuen Entschuldigung zurück. Fräulein Feddersen quittierte das „mit einem Satz heißer Ohren“.

Aber auch andere Lehrer sind in Erinnerung geblieben. Günter Ludewig, der früh verstorbene Englisch-Lehrer der Klasse, war bei den Schülern wegen seiner Fairness außerordentlich beliebt. So nahm es ihm auch keiner übel, als er einen neuen Schlechte-Noten-Rekord innerhalb der Klasse verkündete. Sechs Mal in Folge musste die Klassenarbeit eines Schülers mit „ungenügend“ benotet werden.

Bei diesem durchaus guten Verhältnis der früheren Gudewerdt-Schüler zu ihren ehemaligen Lehrern wundert es nicht, das auch eine Vertreterin des Lehrerkollegiums am Treffen teilnahm. Die 87-jährige Ursula Stock war in der Klasse zwei Jahre lang Geschichtslehrerin und Lehrerin für den Sportunterricht der Mädchen. Damals fand der Sportunterricht noch nach Geschlechtern separiert statt, und auch für den Biologie-Unterricht wurden die Jungen und Mädchen für ein Jahr getrennt. „Das war in der 9. Klasse und es wurde Vermehrungslehre unterrichtet“, amüsierten sich die Ehemaligen. Munter plaudernd saß Ursula Stock zwischen ihren früheren Schülern. Die rüstige Dame freute sich schon auf den plattdeutschen Stadtrundgang mit Fiete und Stine. Danach ging es ins „La Taverna“ zum Abendessen. „Früher ging es immer bis in den frühen Morgen, mal sehen wie lange wir dieses Jahr durchhalten“, erzählt Heidrun Reimer, die Organisatorin des Treffens.

Seit mittlerweile 30 Jahren treffen sich Heidrun Reimer und ihre ehemaligen Mitschüler zum runden Jubiläum alle zehn Jahre. 2004 fiel der 40. Jahrestag mit dem 50-jährigen Bestehen der Gudewerdtschule zusammen. Schon damals empfanden viele der Ehemaligen die Gudwerdtschule aufgrund der baulichen Veränderungen nicht mehr als „ihre“ Schule. Mit der Zusammenlegung und gleichzeitigen Umbenennung in Grund- und Gemeinschaftsschule verstärkte sich dieses Gefühl.

Trotzdem freut sich die Organisatorin wie fast alle ihrer ehemaligen Mitschüler auf jedes Treffen. Von den früher 24 Schülern nahmen dieses Jahr noch 16 teil, auch selbst lange Fahrten wie von Basel nach Eckernförde wurden in Kauf genommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen