Eröffnungsabend : „Andreas Gayk“ – Kultur-Salon will die Sinne ansprechen

Das Duo „Herzdame“ (Bianka Brüdgam und Helmut Herzog) sorgte für die musikalische Umrahmung des Eröffnungsabends auf der „Andreas Gayk“. Im Hintergrund einer der Eigner, Rieke Boomgarden und Salonbetreiber, Ratsherr Micha Bund (v. l.).
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Das Duo „Herzdame“ (Bianka Brüdgam und Helmut Herzog) sorgte für die musikalische Umrahmung des Eröffnungsabends auf der „Andreas Gayk“. Im Hintergrund einer der Eigner, Rieke Boomgarden und Salonbetreiber, Ratsherr Micha Bund (v. l.).

Der Kultur-Salon Eckernförde ist eröffnet. Am Freitagabend eröffnete Micha Bund unter großer Beteiligung von Interessierten seinen Salon auf dem ehemaligen Butterschiff „Andreas Gayk“ . Für die musikalische Untermalung sorgte das Duo „Herzdame“.

shz.de von
04. November 2013, 06:18 Uhr

Was könnte besser zur Eröffnung des Kultur-Salons auf dem ehemaligen Fahrgastschiff „Andreas Gayk“ geeignet sein, als das Lied „Uns old leev Eckernför“ von Karl Heldt (1859 bis 1943)? Ein bis dahin verschollener Schatz, ausgegraben und vorgetragen vom Eckernförder Duo „Herzdame“, bestehend aus Helmut Herzog (Geige) und Bianka Brüdgam (Akkordeon). Das Lied nahm seine Zuhörer sogleich mit auf eine klangvolle Reise in die gute alte Zeit. Spätestens bei dem Stück „Nimm mich mit Kapitän auf die Reise“, als viele der rund 60 Gäste den Text anstimmten, war das Ziel des Salonbetreibers, Micha Bund, „Kultur“ zu präsentieren, die „einen beseelen soll“ erreicht.

Plüschsessel, Weingläser aus alter Zeit, original Tische und Bänke aus der Zeit der Butterdampfschifffahrt – all das sorgte für eine wunderbar herrliche Salonatmosphäre. Gastgeber und Ratsherr Micha Bund hatte am Freitagabend alle Hände voll zu tun, um die Gäste auf der 1970 in den Dienst gestellten „Andreas Gayk“ zu bewirten. Seit drei Jahren befindet sich das 40,95 Meter lange und 8,51 Meter breite Schiff im Besitz der Traditionsskipper Rieke Boomgarden und Wolfgang Beyer. Sie kamen dem gelernten Hotelkaufmann und studierten Betriebswirtschaftler entgegen, der sich mit der Schaffung des Kultur-Salons auf der „Andreas Gayk“ einen langgehegten Traum verwirklichte (wir berichteten).

An vier Abenden der Woche (Freitag bis Montag) will der 48-Jährige Kultur in ihren unterschiedlichsten Facetten anbieten. „Ich möchte Sehnsüchte wecken“, so Bund. Dabei solle Kultur ihren Zuhörer oder Zuschauer nicht erschlagen, sondern zu Gesprächen anregen. Er verfolge ein besonderes Konzept. Ein Kultur-Act bei Micha Bund dauert deswegen nie länger als eine halbe Stunde. Im Wechsel mit Pausen für die Befriedigung kulinarischer Bedürfnisse oder für den Austausch mit den Tischnachbarn stehen an einem Abend drei kurze Kulturpunkte auf dem Programm.

Für die Auswahl des Kulturprogramms ist der Beirat, bestehend aus Dr. Heinrich Mehl und Pastor i. R. Edzard Siemens, zuständig. „Wir sprechen einfach die unterschiedlichsten Leute an“, so Dr. Henrich Mehl. An Ideen mangele es dem Beirat nicht. So könne er sich auch den Auftritt von Muttersprachlern vorstellen, die in ihrer fremden Sprache Lyrik vortragen, ohne eine Übersetzung zu liefern. „Es geht um das reine Lauschen fremder Wortmelodien, um das Wecken von Vorstellungen von einem fremden Land“, erklärt Dr. Mehl.

Dass das Konzept beim Publikum gut ankommt, wurde am Freitag bei der Auftaktveranstaltung deutlich. Nach der musikalischen Einlage hielt Dr. Mehl einen Dia-Vortrag „Historische Schiffe und ihre Spuren in Eckernförde“. Nach einer erneuten musikalischen Pause erzählte der Eckernförder Karl Schilke von seinen Erlebnissen auf hoher See. Der 74-Jährige ist 1960/61 auf der „Eider“, einem umgebauten kanadischen Schiffstrawler als Matrose, von Kiel bis Korsika unterwegs gewesen. Für dieses Jahr steht das Programm im Kultur-Salon bereits fest.

Nähere Informationen sind unter www.eckkultursalon.de erhältlich.

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