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Neuer Gildekönig : Andi Steffen – neuer König

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Königsschütze Peter Becker schießt mit 242 Teilern den Borbyer zum König

„Juchhu, es ist ein Borbyer, einer von uns“ , so erklang es am Sonnabend gegen 19 Uhr im Festzelt auf dem Schießplatz „Alte Pappel“. Andreas Steffen ist der neue König der Borbyer Gilde geworden – und nicht nur das: Am Sonnabend feierte er auch seinen 50. Geburtstag. Seit 35 Jahren ist Steffen Mitglied der Gilde. Diese kennt er von Kindesbeinen an. Überrascht und sichtlich stolz trat er vor dem Vorsitzenden Lorenz Marckwardt, der ihm unter dem fröhlichen Juchen der Juchfruun Lina Fehlau und Anja Huber die Königskette umlegte. Andreas Steffen ist der Nachfolger von Vorgänger Hans Adolf Lahann. Stolz war auch Sohn Tjark (11): „Das ist mal ein Geburtstagsgeschenk“, sagte er.

Am frühen Morgen hatte der traditionelle Weckruf die drei tollen Tage von Borby eingeläutet. Das ist der Aufruf für die Schützen, einen neuen König durch das traditionelle Schießen zu ermitteln. Pauke, Trommeln, Pfeifen und Trompeten sorgten dafür, dass jeder Borbyer erfuhr: Es ist Gildezeit. Feierlich wurde Fahnenschwenker Joachim Fey die Borbyer Fahne übergeben. Seit 1976 zeigt er sein kunstvolles Schwenken, das nach einer festgelegten Reihenfolge geschieht. Stets begleiten bestimmte Trommelwirbel die Aktion. Mit Sonnenschein und Musik ging es durch Borby – der amtierende König Hans Adolf Lahann und der Öllermann Günter Krause wurden abgeholt. Im Festzelt rief Gildeschreiber Holger Hamann die Schützen aus der Schießliste auf. Spätestens hier zeigten sich die Veränderungen, die die größte Gilde des Landes mit rund 1300 Mitgliedern durchmachen muss.

Seit Jahren fehlt der traditionelle Gildekrog, stattdessen legt ein großer Trümmerhaufen Zeugnis von dem einst beliebten „Lindenhof“ ab. Auch das Festzelt musste einen neuen Platz finden. Denn Schulhof der Richard- Vosgerau-Schule war nicht geeignet, die hohen Sicherheitsauflagen zu erfüllen. Veränderungen gab es in diesem Jahr auch bei den Fahrgeschäften. Das beliebte Kettenkarussell, auf dem jahrelang die traditionelle Abschlussfahrt von König und Gildemitgliedern mit ihren Gästen stattfand, wurde durch eine Kindereisenbahn ersetzt.

Bis zum Ausmarsch zum Schießstand hatten die Schaffer Bernhard Klein, Denis Michelsen und Torben Zacharias alle Hände voll zu tun, die Zwölfer mit „Schimmel un Brun“ (Korn und Braunbier) zu versorgen. Einen kräftigen Schluck aus dem Willkomm-Pokal durfte Neumitglied Ann-Sophie Andresen (18) nehmen, nachdem sie die Frage. „Sünd all Tähn bin un de Knaken heil?“ positiv beantwortet hatte. Danach ging es zum alten Pastorat in Borby. Die tiefe Verbundenheit zur Kirche liegt in der Geschichte der Gilde. Pastor Jan Teichmann begrüßt die Gildemitglieder und Gäste mit plattdeutschen Worten: „Een besünners schönes Teken för de Tosamengehörigeit is de Gillsprook: Einer für alle, alle für Einen un unser Hart sleit för Borby“. Mit dem Einmarsch am Schießplatz „Alte Pappel“ begann das traditionelle Schießen.

Nur wer eine Schützenkarte hatte, konnte sich zum König schießen oder schießen lassen. Wer seiner eigenen Treffsicherheit nicht sicher war, ließ für sich einen Schützen antreten, den er jedoch nicht kannte. Niemand wusste, für wen er den Schuß abgab.

Am Ende steht fest: Peter Becker hat mit 242 Teilern Andreas „Andi“ Steffen zum neuen König geschossen. Lorenz Marckwardt überreichte ihm die Königskette. Für König „Andi“ beginnt die Zeit in „seiner Gilde“: „Ich bin Borbyer durch und durch, die Gilde ist für mich mit viel Herz versehen. In unserem Borby gibt es viel zu tun. Ich werde meine Amtszeit nutzen und mich einbringen.“


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erstellt am 12.Jun.2017 | 06:52 Uhr

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