Neujahrsanbaden : Anbaden bei 5 Grad und großer Kulisse

Gemeinsam und im Spurt geht’s leichter: 70 unerschrockene Schwimmer nahmen gestern am Neujahrsbaden vor dem Meerwasserwellenbad teil. Fotos: Hallstein
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Gemeinsam und im Spurt geht’s leichter: 70 unerschrockene Schwimmer nahmen gestern am Neujahrsbaden vor dem Meerwasserwellenbad teil. Fotos: Hallstein

70 Schwimmer stürzten sich gestern beim Neujahrsbaden in die Fluten. Heiße Dusche, Suppe oder Punsch und viel Anerkennung ernteten sie als Belohnung.

shz.de von
02. Januar 2015, 06:21 Uhr

Eckernförde | Frischer Wind, gefühlte Lufttemperatur knapp über null Grad – die Bedingungen zum diesjährigen Anbaden am Strand vor dem Eckernförder Meerwasserwellenbad waren alles andere als einladend, um die Badesaison zu eröffnen. Trotzdem fanden sich mehr als 70 Teilnehmer, die den Sprung nach einer vielleicht langen Neujahrsfeier ins frische, auf fünf Grad temperierte Nass wagten.

Hüpfend, Arme kreisend und schlagend, wärmende Bademäntel sind schon abgelegt, warten die Teilnehmer auf das Startsignal. Mehr und mehr Neujahrspaziergänger gesellen sich zu den Umstehenden, um das Schauspiel mitzuerleben und eventuelle Zauderer anzufeuern. Viele zücken ihr Handy und halten das Spektakel fest. Dann der Countdown, alle rennen los, kreischen in der ersten Schrecksekunde und machen sich gleichzeitig Mut, während das Spritzwasser die Hineinstürzenden abkühlt. Wer vollständig eintauchen will, muss etwas weiter rennen, die Ostsee ist sehr seicht.

„Es ist eine gute Möglichkeit, sich nach einer langen Silvesternacht wieder frisch zu machen“, sagt Antje Greblin, die gefühlt mehr als fünf Minuten in der Ostsee war. Die meisten hatten sich dazu gemeinsam verabredet, so auch Alfred, Andreas und Anton Glockhammer aus Rendsburg. Letzterer berichtete, dass er im vergangenen Jahr auch angebadet hat, allerdings in Sibirien und das bei minus 35 Grad. „Im Wasser selbst ist es gar nicht so schlimm, aber beim Rauskommen danach schmerzen die Füße“, weiß Roland Seweryn (51), der zusammen mit Tochter Juliane (17) genau für diesen Fall eine Wärmflasche mit dabei hat. Keine Temperaturprobleme hatte Andrè Langfeld, er nutzte die Gelegenheit, seinen Überlebensanzug zu testen. „Nur am Hals ist etwas reingelaufen ansonsten war es trocken und warm“, versicherte der 19 Jährige aus Gettorf.

„Eigentlich war es eine fixe Idee“, erinnert sich der Initiator des Neujahrsbadens, Karl-Heinz Huber, der das Anbaden vor zehn Jahren auch in Eckernförde etablierte. „Beim ersten Mal waren wir nicht ganz zehn Leute und wurden von den Spaziergängern mitleidig belächelt“, sagt Dachdeckermeister Huber. Von Jahr zu Jahr wurden es dann aber mehr Teilnehmer, nicht zuletzt durch die Unterstützung der Stadtwerke, die Dusch- und Umkleidemöglichkeiten im eigentlich an diesem Tag geschlossenen Meerwasserwellenbad zur Verfügung stellten.

Haben manche der rund 400 warm angezogenen Zuschauer möglicherweise Mitleid mit den Teilnehmern, sehen diese es eher von der sportlichen Seite. „Das Regelmäßige bringt die Abhärtung für den eigenen Körper und lässt die Temperatur irgendwann vergessen“, weiß Werner Klocke(53), Urlauber aus Thüringen. Er betreibt ganzjährig Ausdauersport und nutzt solche Veranstaltungen regelmäßig.

Mit zu den jüngsten Teilnehmerinnen gehört Annelie Muth, die Zehnjährige ist zusammen mit Freundin Liska Haupt zum zweiten Mal mit dabei. Gemeinsam mit Jule Jeschkeit (14) waren sie mit am längsten im Wasser. „Danach spürst Du einfach die Füße nicht mehr“, meinte Jule hinterher.

Schnell waren die Teilnehmer wieder aus dem Wasser, aber nicht jeder wollte gleich die warme Dusche. Angesagt waren auch die heiße Suppe oder der warme Punsch, um den Körper von innen her aufzuwärmen. Am Ende waren sich alle einig: „Das war ein Super-Start ins neue Jahr.“

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