Verabschiedung : Amtsübergabe mit dem letzten Takt

Vor fast vollem Haus präsentierte das Akkordeon-Orchester Eckernförde unter Leitung von Hans-Jürgen Schröder sein 39. Jahresprogramm. Foto: Mayers (2)
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Vor fast vollem Haus präsentierte das Akkordeon-Orchester Eckernförde unter Leitung von Hans-Jürgen Schröder sein 39. Jahresprogramm. Foto: Mayers (2)

Hans-Jürgen Schröder wurde beim 39. Jahreskonzert des Akkordeon-Orchesters verabschiedet. Die Leitung übernimmt nun Philipp Merkelbach.

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26. November 2012, 10:04 Uhr

Eckernförde | Auf eine musikalische Reise nach Amerika mit indianischen Rhythmen, Auszügen aus Musicals, Rock´n´Roll-Hits sowie Pop und Evergreens nahm das Akkordeon-Orchester Eckernförde die Besucher bei seinem 39. Jahreskonzert mit. Vor fast ausverkauftem Haus in der Stadthalle feierte des Ensemble einen großen Erfolg. Die musikalische Umsetzung der Stücke war eine Herausforderung für ein Akkordeon-Orchester und wurde vor allem erst durch die vielfältige Begleitung von Percussion und Drums möglich.

Im Akkordeon-Verein spielen insgesamt drei Orchester. Das Altorchester mit den erwachsenen Musikern, das Jugendorchester unter der Leitung von Philipp Merkelbach und die Akkordeon-Kids, geleitet von Friedel Strufe. Merkelbach schafft es immer wieder, das tönende Durcheinander der jungen Spieler zu einem klangvollen Jugendorchester zu formen, und das in nur wenigen Monaten. Besonders die Akkordeon-Kids begeisterten am Sonnabend mit ihren Stücken Piratenwalzer, Texas Train und dem Klassiker "Oh, when the Saints". Zuschauerin Lisa Sell (10 Jahre) war begeistert. "Die spielen alle so toll. Im nächsten Schuljahr möchte ich auch gerne Akkordeonunterricht haben", sagte sie glücklich. Und auch ihre Mutter Heike stimmte der Begeisterung der Tochter zu.

Das Konzert-Ensemble des ersten Orchesters war vom Konzert des Motion-Trios, die vor einigen Monaten in Altenholz spielten, fasziniert und stellten eines ihrer Stücke vor. Und auch die Solos von Kristina Carstensen, die unter anderem "Can you feel the love tonight" von Elton John vortrug und Carl Hendric Scharf, dem Landessieger Schleswig-Holstein, der "Eine kleine Nachtmusik" von Wolfgang Amadeus Mozart spielte, versetzten das Publikum in Begeisterung.

Auch wenn die Musik herrlich, das Engagement der Künstler groß war, so lag doch über allem etwa Wehmut. Für Chorleiter und Gründer des Akkordeon-Orchester Eckernförde Hans-Jürgen Schröder war es das letzte Konzert, das er als Dirigent und Orchesterleiter führte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nahm er Abschied von seiner aktiven Zeit im Verein. Bereits im Frühjahr hatte er den Vorsitz des Vereins an Meike Salzmann übergeben.

"Nach fast 40 Jahren ist es an der Zeit, Platz zu machen für eine neue Generation", so der passionierte Dirigent. Er habe sehr viele Kinder musikalisch begleitet, was ihm eine große Freude war. Zusammen mit seiner Frau gründete er 1973 den Verein und unterrichtete Kinder und Jugendliche ab einem Alter von sechs Jahren im Akkordeonspiel und Schlagzeug.

Die neue Generation, die nun in seine großen Fußstapfen tritt, hat eine große Aufgabe zu bewältigen. Philipp Merkelbach, 30 Jahre jung und seit frühester Kindheit Schüler von Hans-Jürgen Schröder, wird die Leitung des Orchesters übernehmen.

Emotional war der Abschied. Schüler und Vereinsmitglieder hatten liebevoll einen Film mit Bildern und Erlebnissen der vergangenen 39 Jahre zusammengestellt. Schröder überreichten sie einen Oscar für sein Lebenswerk und mit "Thank you for the music" hatten sie ein Abschiedslied einstudiert und vorgetragen. Und auch Bürgermeister Jürgen Sibbel ließ es sich nicht nehmen, Hans-Jürgen Schröder für sein großes Engagement in den letzten Jahrzehnten zu danken. Aus einem alten Dokument, welches er im Rathaus gefunden hatte, las er Abschnitte über die Gründung des Vereins in den 70ern vor. "Du hast Eckernförde zur Akkordeon-Hochburg gemacht", lobte Sibbel, "die Erfolgsgeschichte des Vereins ist einmalig."

Zum Abschluss des Konzerts überreichte Hans-Jürgen Schröder den Dirigentenstab an den zukünftigen Dirigenten und Orchesterleiter Philipp Merkelbach. Eine Bitte gab er ihm mit auf den Weg: "Philipp, sei gut zu ihnen, sie haben es verdient."

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