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Empfang : Amtsköste mit Seitenhieb auf EU-Berufsprüfung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kreishandwerksmeister kritisiert EU- Pläne / „Meisterbrief und Ausbildung werden ausgehöhlt“

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2017 | 06:01 Uhr

Rendsburg | „Die EU trägt durch ihre Regelungsflut nicht dazu bei, dass man sich als Europäer fühlt, sondern daran zweifeln muss, ob diese Institution sinnvoll ist. Ich nenne hier nur die Infragestellung des Meisterbriefes in Deutschland“, sagte der Kreishandwerksmeister Thomas Wriedt auf der 25. Amtsköste der Kreishandwerkerschaft Rendsburg-Eckernförde vor rund 90 Gästen.

Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie die Obermeister der Innungen waren zur Amtsköste am Freitag in das Kulturzentrum „Hohes Arsenal“ in Rendsburg gekommen. „Dat gifft Eten und Drinken satt, und denn wöllt wi wedder een utsnacken“, hatte Wriedt auf seiner Einladung angekündigt.

Anlässlich der Pläne der EU-Kommission, die Berufsqualifikationen in Europa zu überprüfen, drohe im Handwerk eine Nivellierung nach unten. „In letzter Konsequenz wird das dazu führen, dass der deutsche Meisterbrief und die duale Ausbildung im Handwerk auf Druck durch Europa ausgehöhlt werden“, befürchtet Wriedt. Von niedrigeren Qualifikationsstandards habe niemand etwas, weder die jungen und motivierten Auszubildenden noch der Verbraucher, denn der wolle nachhaltig gute Qualität. „Nur eine gute Ausbildung sichert dem Verbraucher qualitativ hochwertige Dienstleistungen, sie schützt vor Arbeitslosigkeit. Und sie sichert dem Handwerk und der gesamten Wirtschaft den Nachwuchs“, betonte der Kreishandwerksmeister.

Der Festredner des Abends, Jörn Arp, Präsident der Handwerkskammer Flensburg, stellte fest, dass das Handwerk wieder gute bis sehr gute Zahlen schreibe und im 3. Quartal des vergangenen Jahres ein Allzeithoch erreicht habe. Die jüngste Konjunkturumfrage und die darin geäußerten Prognosen für das neue Jahr ließen derzeit keine Wende erkennen. „Das Geld sitze beim Kunden locker, für Konsum und Investitionen“, sagte Arp. Auch die Handwerksbetriebe sollten die günstigen Konditionen nutzen und investieren, um den Betrieb für die Zukunft besser aufzustellen. Das bedeute, Dinge anzuschieben, die dem Betrieb nützen, um Kosten zu reduzieren und am Markt handlungsfähig zu bleiben.

Die gute Konjunktur im Handwerk lenke den Blick seit Jahren auch auf den Problembereich „fehlende Fachkräfte“. In vielen Betrieben würde dadurch die geschäftliche Entwicklung ausgebremst. „Hier hilft dann nur noch die Ausbildung von Nachwuchs“, betonte Arp.

Nach kräftigem Rübenmus und einem Obermeisterschnaps nutzten die Gäste die Amtsköste zu vielen anregenden Gesprächen.



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