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Wohnraum : Amt reduziert Wohnraum für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Anerkannte müssen sich selbstständig eine Wohnung suchen

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2017 | 09:20 Uhr

Gettorf | Astrid Jürgensen wird in Zukunft Hauptansprechpartnerin für den Flüchtlingsbeirat vom Kirchenvorstand der Gemeinde Dänischer Wohld sein. Die Marinesoldatin interessiert sich seit der Taufe ihres Sohnes für die Kirchenarbeit und hat selbst eine syrische Flüchtlingsfamilie betreut. Stellvertretend wird Dr. Konrad Aden als Sprecher fungieren.

Amtsvorsteher Kurt Arndt lobte die bisherige Zusammenarbeit zwischen Flüchtlingsbeirat, Verwaltung und Politik: „Wir haben die Situation damals erkannt und im Dreiklang gemeistert, besonders hervorzuheben sind da die ehrenamtlichen Helfer, ohne die hätte es nicht geklappt.“ Mittlerweile steht das Amt aber vor einem ganz anderen Problem. Viele der dem Amt zugewiesenen Flüchtlinge wurden bereits anerkannt und fallen damit nicht mehr unter die Obhut des Amtes. „Die sind nun praktisch auf sich allein gestellt und müssen sich selbstständig eine Bleibe suchen“, erklärt Amtsdirektor Matthias Meins. Allein 2015 wurden dem Amt 187 Asylsuchende zugewiesen, von denen 82 jetzt anerkannte Flüchtlinge sind, 62 Asylsuchende sind noch im Verfahren. „Wir setzen niemanden einfach auf die Straße, aber wir sind gesetzlich verpflichtet die Wohnungen zu reduzieren, erklärt Meins. Von 48 Wohnungen betreibt das Amt noch 33, welche aber auch langsam reduziert werden sollen. Hier erhofft sich Verwaltung und Politik weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsbeirat.

Es wird überall zurückgeschraubt. Sabine Axmann-Brockmüller, hatte eine Vollzeitstelle als Flüchtlingskoordinatorin, die seit Anfang des Jahres auf ein Drittel reduziert wurde. „Ich hatte ein Interesse daran ,die runterzufahren, ich bin ja auch noch Schinkeler Bürgermeisterin.“ Sie wisse, wie schwer es sei, eine Wohnung für Flüchtlinge zu bekommen, das beginne schon bei der Kommunikation. „Wir wollen an alle Vermieter appellieren, den anerkannten Flüchtlingen entgegenzukommen“, soAxmann- Brockmüller. Die Flüchtlinge würden weiterhin vom Jobcenter unterstützt würden, so bekomme jeder Vermieter auch sein Geld, betont die Koordinatorin.

„Wir prüfen jeden einzelnen Fall, und besonders bei Familien versuchen wir unser Bestes, um das bestehende Mietverhältnis aufrecht zu erhalten“, so Meins.

„Alleinreisende Männer behandeln wir da anders“, betont Meins, die müssten zügig selbstständig eine Wohnung suchen. „Es soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass hier gewohnt werden kann und nichts passiert“, so Meins. Er ergänzt aber, dass viele sich auch schon selbstständig um Wohnungen gekümmert hätten.

Um auch dieses Problem anzugehen, wollen Verwaltung und Politik weiterhin eng mit dem Flüchtlingsbeirat und den ehrenamtlichen Helfern zusammenarbeiten. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Frau Jürgensen“, sagt Arndt.

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