Amateurfunk: Ein Hobby, das weltweit verbindet

Seit dem 12. Lebensjahr mit dabei: SH-Distrikt Notrufreferent Herbert Neumann mit seiner selbstkonstruierten Notfunkanlage
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Seit dem 12. Lebensjahr mit dabei: SH-Distrikt Notrufreferent Herbert Neumann mit seiner selbstkonstruierten Notfunkanlage

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03. Mai 2015, 14:28 Uhr

„Es ist die Technik, die fasziniert und unser Hobby ausmacht“, bringt es Rolf Heide, Dist-riktvorsitzender Schleswig-Holstein vom deutschen Amateur-Radio Club (DARC) auf den Punkt. Dabei mit einfachen Mitteln mit anderen Menschen weltweit kommunizieren, gehört für Funkamateure zum Alltag. Um Erfahrung auszutauschen, trafen sich am 1. Mai zum inzwischen traditionellen Schleswig-Holstein-Treffen in der Eckernförder Stadthalle zahlreiche Funkbegeisterte – nicht nur aus Schleswig-Holstein.

Neben dem obligatorischen Flohmarkt, gab es auch Fachvorträge, bei denen das Konzept zu einem neuen digitalen Schleswig-Holstein weiten Funknetz (HAMNET) erörtert wurde, das ähnlich einem W-Lan, nur landesweit funktioniert und ausschließlich für den Funkamateurbetrieb vorgesehen ist. Thematisiert wurde auch der Amateur-Notfunk bei Not- und Katastrophenfällen. „Amateurfunk ist ein gesetzlich geregelter Funkdienst“, erläuterte Notrufreferent Herbert Neumann und ergänzt, dass dies auch dazu verpflichtet, in Ausnahmesituationen funktechnische Unterstützung zu leisten. Voraussetzung dafür sind stromnetzunabhängige Funkanlagen im 70-Zentimeter-, 2-Meter- und Kurzwellenband.

Viel hat sich seit den Anfängen gewandelt, war es zu Beginn in erste Linie der Kurzwellenempfang, experimentieren Funkamateure inzwischen auf kürzesten Wellenlängen bei denen Antennenabmessungen millimetergenau sein müssen. Moderne Technik macht vieles möglich, so unterhält der DARC sechs Satelliten die zur Nutzung kommen, aber auch der Mond wird als Reflektor genutzt, um Orte zu erreichen, die mit geradliniger Ausbreitung außer Reichweite lägen.

War es Mitte des vorigen Jahrhunderts der schwerste Teil der Lizenzprüfung, ist das Morsen heute nicht mehr prüfungsrelevant. Computer generieren den Morsecode, eine Empfangselektronik macht wieder Klartext daraus. Fernschreibtechniken und Bildübertragung geben viel Raum für Experimente und Selbstbau, für die Funkamateure auch eine gesetzliche Erlaubnis haben. Dabei entstehen High-End-Geräte, die Kommerziellen sogar überlegen sind.

Fast 1000 Mitglieder hat der DARC in Schleswig Holstein, davon sind rund fünf Prozent Frauen, unter Funkern international YL (Young Lady) genannt. Schwierig gestaltet es sich mit dem Nachwuchs: „Die Ausbildung ist sehr zeitintensiv, welcher Jugendliche lässt sich da noch vom heimischen PC weglocken?“, sieht Heide das Kernproblem. So war dann auch die Bastelecke an diesem Tag nur mit drei Kindern besucht, die die Betriebselektronik für eine LED-Batterietaschenlampe zusammenlöteten, damit diese nur mit einer Batteriezelle funktioniert.

Zwei, die es ohne viel Hilfe hingekriegt haben, waren die Geschwister Robin (8) und Annika (10) aus Kropp. Beide sind Höramateure und haben mit DE8ROB und DE7ALB schon ihre eigenen Rufzeichen. „Ich möchte dieses Jahr noch meine Amateurfunklizenz machen“, erzählt die 10-Jährige bescheiden, unter Auf-sicht ihres Vaters hat sie schon Funkverbindungen in die USA und Russland gemacht, wenn sie nicht gerade am eigenen Empfänger im Kinderzimmer sitzt.

>Die DARC-Ortsgruppe Eckernförde ist auch dieses Jahr wieder bei der Aktion Ferienspaß, RSH-Kindertag und Ecktown-City mit dabei.

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