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Frühlingsputz : Altes Schiff und junge Crew: „Platessa“ wird aufpoliert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Traditionssegler am Hafen machen Klar Schiff: Junge Bootsleute wienern die alten Planken des Haikutters „Platessa von Esbjerg“.

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erstellt am 17.Apr.2014 | 06:55 Uhr

Man glaubt gar nicht, wie viel Holz auf so einem alten Großsegler verbaut ist. Es sind zahllose Quadratmeter. Den darauf befindlichen Farb- und Lackschichten rücken derzeit sieben junge Menschen zu Leibe, die den alten Haikutter „Platessa von Esbjerg“ wieder für die Saison flott machen wollen. Seit vergangenem Freitag wird überall an Bord geschliffen, gewienert, geschrubbt – und gelebt. In der kleinen Kombüse kochen der Chef und seine Frau – Ewald Huß und Petra Heinen-Huß, geschlafen wird in engen Kojen im „Bauch“ der „Platessa“. Das Ganze hat etwas von Seefahrerromantik, auch wenn die Zwei-Mast-Gaffelketsch des pädagogisch-sozial engagierten Vereins „Lebensgemeinschaft Eiderdrift“ im Hafen liegt und Tag für Tag viel Arbeit auf die Besatzung wartet.

Justus ist mit elf Jahren der jüngste freiwillige Helfer. Er kommt aus Tübingen und eifert seinem Bruder Klaus nach, der einst mit 13 Jahren auf der „Platessa“ angeheuert hat und nun seine Doktorarbeit in Physik schreibt. „Klaus, Du wirst unser erster Professor an Bord“, hat Skipper Ewald Huß ihm prophezeit. „Es ist schön, solche Entwicklung mitzuerleben“, sagt der 76-jährige Vereinsvorsitzende und „Platessa“-Kapitän. Auch Justus ist richtig gut davor, packt ordentlich mit an, und an Bord stimmt die Gemeinschaft. „Es sind alle sehr nett.“

Jacob Martius (19) kommt aus Nürnberg. Er ist Tischler und macht seinen Realschulabschluss. Auf der „Platessa“ ist er mit seinem Fachwissen genau richtig. Zwei Wochen hat er sich dafür reserviert, er schätzt die Gemeinschaft an Bord und ist bereits seit sechs Jahren als Bootsmann im Einsatz. Und während Louisa Winkelmann (15) aus Kakenstorf in der Nähe von Buchholz (Nordheide) in luftiger Höhe in den Seilen hängt und den Mast schleift und streicht, kümmert sich unten die Crew um Metallbaumeister Jörg Klappenberger (32) aus dem hessischen Friedberg um die Ertüchtigung aller Stahl- und Metallteile. Alles greift harmonisch ineinander, und nur so wird es die Crew auch schaffen, die „Platessa“ bis nächste Woche werft-fertig zu machen. Im Mai ist der erste Törn geplant.

Ewald Huß steht seit über 60 Jahren auf Bootsplanken, seit fast 30 Jahren auf denen der „Platessa“, die nächstes Jahr 80 Jahre alt wird. Langsam hält er nach einem Nachfolger Ausschau – bei dieser guten und großen Auswahl wird er sicher fündig werden. Zu Ostern wird die Crew der Bootsleute noch um einiges größer.

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