bundesdeutscher mühlentag : Altes Handwerk in historischer Kulisse

Die Mühle Anna zieht die Besucher an.
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Die Mühle Anna zieht die Besucher an.

Großer Andrang herrschte bei der Holländermühle Anna in Norby am Pfingstmontag zum bundesweiten Mühlentag – rund 1000 Besucher informierten sich. Erstmals warb der Museumsvereinfür sich.

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27. Mai 2015, 05:32 Uhr

Mühlentag am Pfingstmontag – die „Anna“ als einzige Mühle in Schwansen beteiligte sich wie in jedem Jahr an diesem Tag, der Pfingstmontag in ganz Deutschland begangen wurde. Auf der gepflegten Anlage fanden sich rund 1000 Besucher ein, die nicht nur die 20 Meter hohe Windmühle bestaunten, sondern auch das besondere Ambiente der ganzen Anlage genossen. Der Mühlentag gehört in jedem Jahr zu den großen Ereignissen, die der Museumsverein und seine aktiven Mitglieder in vielen Wochen ehrenamtlicher Arbeit vorbereiten. Das Bewährte zu bewahren und immer wieder etwas Neues zu bieten – das ist die Herausforderung, der sich die Verantwortlichen in jedem Jahr neu stellen müssen.

Wenn ein fünfjähriges Mädchen mit strahlenden Augen davon erzählt, wie viel Spaß es auf dem Mühlentag habe, dass es alle Kinder-Aktivitäten toll finde und von der Handpizza bis zum Kuchen alles prima schmecke, dann hat man als Organisator offenbar sehr viel richtig gemacht. Jedenfalls fühlte sich Janne (5) mit ihrer Familie pudelwohl. „Sie liebt es, stundenlang das Getreide auf dem Mühlstein zu mahlen, die Schafe zu beobachten und nachher die Wolle zu filzen oder einfach leckeren Kuchen zu essen“, erzählt Mutter Britta über ihre quirlige Tochter. Diese kann gar nicht genug bekommen kann vom großen Angebot an Handwerk und Spielen, dass Karl-Heinz Lappöhn, Vorsitzender des Museumsvereins, für die rund 1000 Besucher vorbereitet hat.

Ein Höhepunkt des Tages war für Janne allerdings die deftige Erbsensuppe. „Die brauchte man heute morgen auch, denn es war regnerisch und frisch, was wohl einige Gäste am Vormittag davon abgehalten hat, nach Norby zu kommen“, erklärte Lappöhn den leichten Besucherrückgang im Vergleich zum Vorjahr, in dem man noch gut 1300 Besucher zählen konnte. Insgesamt zeigte sich Lappöhn aber zufrieden. Mit der Sonne kamen auch die Gäste und freuten sich über die vielen kleinen Attraktionen rund um die Mühle Anna. Ob Eisenarbeiten oder Sägespaß, feinstes Drechslerhandwerk von Peter Koziol oder das anschauliche Projekt „Wolle: vom Schaf zum Pullover“, das Anke Mückenheim vorstellte, – es wurde viel alte und immer wieder neue Handwerkskunst geboten. „So ein Programm braucht viele Helfer“, erklärte der Vorsitzende des Mühlenvereins am Rande der Veranstaltung. Sein Dank gilt den vielen Helfern, die das Kern-Team des Mühlenvereins am Mühlentag immer wieder verlässlich und engagiert unterstützen.

Im Mittelpunkt des Geschehens stand natürlich die 1911 erbaute Galerie-Holländermühle, die bis 1978 in Betrieb war und sich seit 1994 im Besitz der Gemeinde Rieseby befindet. Sowohl das mächtige Mahlwerk im obersten Stockwerk als auch das Trauzimmer im Eingangsbereich konnte besichtigt werden. Erstmals warb auch der Museumsverein für sein Anliegen in einem eigenen Stand. Im selbst erbauten Lehmbackofen wurde kein Brot, sondern auf Initiative von Heiko Ullrich erstmals Laugengebäck und Handpizza zubereitet. Eine Neuerung, die „super-gut“ ankam, wie Karl-Heinz Lappöhn versicherte. Das Kuchenbuffet lud am Nachmittag zum Kaffeeklatsch ein.

Am Ende war der Mühlentag unter den Flügeln der schönen „Anna“ genau das, was sich die Organisatoren vorgestellt hatten: Ein interessanter, abwechslungsreicher und fröhlicher Tag für die ganze Familie, an dem Menschen aus allen Generationen zusammenkamen. Für Jannes Mutter erfüllt der Mühlentag in Norby aber auch noch einen wichtigen pädagogischen Auftrag. „Wo sonst können Kinder Dinge anfassen und im Werden so begreifen wie hier, wo sie selbst Getreide mahlen, Wolle filzen oder Holz bearbeiten können?“ Sie war begeistert und freute sich über den Spaß, den ihre Tochter in Norby hatte. Und die kleine Janne will im nächsten Jahr auch wieder mit dabei sein, denn „in Norby am Mühlentag wird es nie langweilig“, sagte die Fünfjährige.

> Informationen: www.muehle-anna.de

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