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Herrenhaus Stift : Altersgerechtes Wohnen im Herzen der Gemeinde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bauunternehmer hat die Pläne für das Herrenhaus in Stift im Bauausschuss vorgestellt. Reges Interesse der Anwohner.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2015 | 06:17 Uhr

Wie soll es mit dem Herrenhaus Stift weiter gehen? Ein Frage, die nicht nur Politik und Verwaltung umtreibt, sondern auch viele der Anwohner. Entsprechend gut besucht war der Bauausschuss in dieser Woche, stand doch der Sachstand zum Herrenhaus auf der Tagesordnung.

Wenn es nach dem Architekten und Bauunternehmer Udo Wagner aus Tetenhusen geht, der das altehrwürdige Gebäude im Herzen der Gemeinde im Juli diesen Jahres erworben hat, wird dort künftig Raum für altersgerechtes Wohnen entstehen. Wagner hat bereits Referenzen in diesem Bereich vorzuweisen: Seit 1990 baut er Wohnanlagen mit betreutem Wohnen, Pflege und Seniorenwohnungen. So etwa in Kappeln, Gettorf, Schleswig und Rendsburg.

Seine Pläne für das Herrenhaus Stift hat Wagner im Bauausschuss umfassend vorgestellt: So sollen sechs Gebäude in der Gartenanlage des Herrenhauses entstehen, die Platz für mehrere Wohnungen – darunter einige mit seniorengerechter Ausstattung für Wohngruppen von bis zu vier Personen – bieten sollen. In den vier vorderen Gebäuden (s. Grafik) sollen Eigentumswohnungen entstehen, die zwei hinteren sollen zur Mietnutzung zur Verfügung stehen. Die Wohnungen von 40 bis 60 Quadratmetern Größe sollen nicht nur Senioren vorbehalten sein, sondern auch „Familien mit Kindern, Studenten oder Singles“, so Wagner. „Ich denke, dass gerade kleine Wohnungen gesucht werden.“

Das Herrenhaus soll nach Wagners Plänen nach außen geöffnet werden. „Es soll nicht einem, sondern allen gehören“, so Wagner. Im Erdgeschoss ist deshalb ein Café geplant. In den Obergeschossen sollen eine Tagespflege und Wohnungen entstehen. Ein Drittel würde dem Bauunternehmer gehören, zwei Drittel den Wohnungseigentümern beziehungsweise vermietet werden. „Die Eigentümer können so ein Stück Herrenhaus kaufen“, sagte Wagner. Die Summen aus den Verkäufen bzw. Mieten würden in die Finanzierung der Tagespflege fließen.

Das Café soll die ehemalige Betreiberin des Allee Cafés in der abgebrannten Ladenzeile führen, die Wagner aus diesem Grund zur Vorstellung in den Ausschuss begleitete. Ebenso anwesend war eine Mitarbeiterin des Mobilen Pflegeservices Kiel, der die Tagespflege betreuen soll. Gemäß ihrem Urteil sei Altenholz ein „weißer Fleck, was die teilstationäre Pflege angeht“. Die Fläche im Herrenhaus sei optimal für eine derartige Einrichtung.

Unter den interessierten Bürgern waren viele Anwohner, denen vor allem die Firsthöhe der neuen Gebäude von rund 31 Metern Sorgen bereitet. „Bisher haben wir auf die Bäume geschaut, dann würden wir über drei Grundstücke auf ein großes Gebäude blicken – die Größenordnungen passen nicht“, so eine Anwohnerin. Ein anderer richtet sein Wort direkt an Bürgermeister Carlo Ehrich und fragte, ob angesichts der zunehmenden Vergreisung von Altenholz Stift ein solcher Seniorenwohnungsbau überhaupt gewünscht sei. „Wir nehmen keinen Einfluss darauf, wer die Wohnung anmieten wird, tragen aber der Tatsache Rechnung, dass es viele gibt die nach neuen, kleinen Wohnungen suchen“, entgegnete Ehrich. Ausschussvorsitzender Gerhard Hirschfeld (AWG) machte deutlich, dass es hier nur um die Vorstellung der Pläne gehe, entschieden sei noch nichts. Sollte die Gemeinde das Konzept ablehnen, so würde Udo Wagner von seinem vertraglichen Rücktrittsrecht Gebrauch machen. Der Ausschuss wird in seiner nächsten Sitzung zu dem Vorhaben beraten.

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