Kochduell : „Alter Ochse“ punktet gegen Wild

Dicke Luft in der Küche - aber nur durch den Dampf aus den Töpfen. Rolf Messerschmidt (Mitte) presst Kartoffeln und Sellerie zum Püree während Carsten Mordhorst Rucola fritiert.
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Dicke Luft in der Küche - aber nur durch den Dampf aus den Töpfen. Rolf Messerschmidt (Mitte) presst Kartoffeln und Sellerie zum Püree während Carsten Mordhorst Rucola fritiert.

Runde vier im EZ-Kochduell: Bäckermeister Carsten Mordhorst fordert Bestatter Rolf Messerschmidt im Strandrestaurant Karlsminde heraus.

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14. März 2018, 06:06 Uhr

Waabs | Gleich vier Premieren wurden den Gästen am Montagabend im Strandrestaurant Karlsminde serviert. Leichte Kost war es aber nicht, die in der vierten Runde des Kochduells der Eckernförder Zeitung und Küchenmeister Michael Stöcken von den Gastköchen zubereitet wurde. Bestatter Rolf Messerschmidt (58) und Bäckermeister Carsten Mordhorst (50), beide aus Loose, hatten sich für Gänge mit Fisch, Rind, Sikawild und Beerenobst entschieden. Das kam an bei den 31 Gästen im Restaurant. Sie honorierten das Essen mehrfach mit der Höchstpunktzahl von zehn. Am Ende hatte Carsten Mordhorst etwas mehr Punkte und holte sich so den Abendsieg.

„Das waren mit die beiden besten Essen, die in der Serie gekocht wurden, ganz ausgezeichnet“, befand Jupp Verhasselt. Er muss es wissen, hat der Riesebyer doch bis jetzt alle vier Kochduelle in diesem Jahr begleitet. Mehr noch, er weiß auch, wie sich die Hobbyköche fühlen. Verhasselt war im Vorjahr selber bis ins Finale der Kochduelle gelangt. Und so wusste er genau, welche Hektik in den letzten Minuten herrscht, bevor das Essen serviert wird.

Und da gab es in der Tat viel zu tun. Bereits ab 16 Uhr waren die Köche in der Küche. Auch wenn beide Hobbyköche angaben, oft und gerne zu kochen, so waren sie doch froh, Unterstützung durch Küchenchef Michael Stöcken und Koch Merlin Hundertmark zu erhalten. Die erste Premiere servierte Rolf Messerschmidt mit einem Lachs-Ingwer-Tatar mit geröstetem Sesam an Friseesalat mit Zitronenvinaigrette. Erst als der Service mit Swantje Mirbach, Kathrin Fischer und Yvonne Herrmann die leeren Serviergläser der „Meeresfreude“ aus dem Gastraum zurückbrachte, da fiel seine Anspannung etwas ab. „Die großen Mengen sind gerade beim Abschmecken schwer zu handhaben“, räumte Rolf Messerschmidt ein. Er hatte seine Gänge zu Hause vorgekocht, und daraufhin noch Feinheiten verändert.

Auch den ersten Hauptgang servierte Rolf Messerschmidt, der nahezu täglich zu Hause kocht. Er servierte mit einer Wirsingkohlroulade mit Füllung aus Sikawild-Hackfleisch an Kartoffelselleriepüree und Waldpilzensauce eine weitere Premiere. „Wild durch den Wald“ hieß der Gang, den auch sein Mitkoch Carsten Mordhorst über den Klee lobte. „Ich bin für ein Unentschieden“, sagte er später, als das Küchenteam die Gänge selber kostete.

Als „Alter Ochse“ schickte Carsten Mordhorst seinen ersten Gang hinaus. Dabei hatte er Rinderbäckchen (Premiere) gut drei Stunden schmoren lassen. Aus dem Bratenfond, verfeinert durch Rotwein und Schmorgemüse, zauberten sie schließlich eine kräftige, passierte dunkle Sauce. Mit fast einem Kilogramm Butter wurde diese schließlich sämig und glänzend gemixt.

Dass Carsten Mordhorst von Hause aus Bäcker ist, das verriet seine Beilage. So fertigte er aus rohen Kartoffeln, Mehl, Backpulver und Käse eine Masse, die er in Silikonbackformen für Gugelhupf spritzte, und Kartoffel-Muffins (Premiere) herstellte. Im Ofen wurden sie goldbraun gebacken. Mit frittiertem Rucola wurde dekoriert.

Als Nachtisch servierte der Bäckermeister eine „süße Italienerin“. Dahinter verbarg sich ein Himbeertiramisu, das auf einem Schokomuffinboden geschichtet wurde. Hier konnte Walter Krüger, die gute Seele in der Küche und selber Bäcker, gut helfen.

Für Besucher Martin Busse war es die erste Teilnahme am Kochduell. Er war begeistert, was die Hobbyköche, auch wenn sie etwas Unterstützung bekamen, zubereiteten. „Das ist nicht alltäglich. Und die Ideen für die Rezepte hatten sie ja selber“, sagte er.

Küchenmeister Michael Stöcken war ebenso begeistert. Er hielt, wie schon Jupp Verhasselt, die Qualität der Gänge dieses Duells mit für die besten. Ob das allerdings reicht, um ins Finale am 26. März in der Siegfried Werft einzuziehen, das wird sich zeigen. In der kommenden Woche findet im EMTV-Heim Eckernförde das Sport-Duell zwischen Manfred Medler und Jan Lürkens statt.

Die beiden Looser Hobbyköche baten schließlich gemeinsam um Spenden für die Jugendfeuerwehr Loose.

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