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Eckernförder Zeitung

18. Dezember 2017 | 06:03 Uhr

Ausstellung : Alte Kräuter neu entdecken

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Neue Ausstellung im Gettorfer Heimatmuseum stellt Wild-, Heil- und Küchenkräuter vor / Sonder-Ecke für Kinder

„Von Herbarien und Kräuterhexen“ heißt die neue Sonderausstellung im Heimatmuseum Gettorf, bei der es sich rund um Wild- Heil- und Küchenkräuter dreht. Die Eröffnung fiel auf den internationalen Museumstag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Sammeln verbindet“ stand. „Das ist genau der richtige Slogan für uns“, stellte Margarita Büttner fest. „Wir haben Freundschaften geknüpft, Erfahrungen gesammelt und vieles wird uns auf lange Zeit verbinden.“

Rund ein Jahr dauerten die Vorbereitungen, an denen neben Margarita Büttner noch Barbara Kemnitz und Astrid Latte maßgeblich beteiligt waren. Die Ideengeberin Ilse Broocks konnte aus gesundheitlichen Gründen leider nicht die Federführung übernehmen und an der Ausstellung teilnehmen, war aber bei allen Wanderungen dabei, als die Pflanzen gesammelt und von Inge Spreckels fotografiert wurden. Barbara Kemnitz geht jetzt mit ganz anderen Augen spazieren: „Nun weiß ich, wie die Kräuter heißen und wozu sie gut sind. Auch meine beiden Enkeltöchter gehen jetzt ganz anders durch die Welt.“ Swantje (10) und Uske (12) waren jedoch nicht nur beim Sammeln eifrig dabei. Sie gestalteten die Hexenausstellung und überlegten sich, wie man Kinder für die Ausstellung begeistern könnte. Nun gibt es eine Ecke, in der Kräuter durch „schnuppern“ erraten werden können, etwas zum Malen und Basteln und ein Heft, in dem ein Herbarium angelegt werden kann. „Es hat großen Spaß gemacht und wir haben sehr viel gelernt“, betont Uske. Eine ganz alte Sammlung mit rund 200 getrockneten Pflanzen und Kräuter übergab Gisela Hoffmann dem Museum: „Ich habe 1948 meine Lehre als Apothekerin begonnen und freue mich, dass das Herbarium nun nicht mehr verloren geht.“ Auch andere Bürger stellten Exponate zur Verfügung, ebenso wie die Gettorfer Apotheken und die Kieler Christian-Albrechts Universität. Buchmaterial steuerte die Landesbibliothek bei. Für den Vorsitzenden des Mühlen- und Verschönerungsvereines Dieter Kolbe hat die Ausstellung auch eine ganz besondere Bedeutung: „Als Apothekersohn hat mich das Thema lange begleitet. Der Keller war voll mit allen möglichen Kräutern. Heute können wir hier etwas davon sehen. Es ist schade, dass es früher so eine unglückliche Entwicklung nahm und die Frauen verfolgt wurden, die sich damit auskannten. Für alles Unschöne wurden die Hexen verantwortlich gemacht, und mit diesen Frauen ging das Wissen unter. Wir wollen erinnern, dass die Kräuter auch heute noch richtig gut sind. Bei Krankheiten braucht man nicht immer gleich Medikamente aus der Apotheke.“ Das kann Margarita Büttner nur bestätigen: „Vieles wurde mit einer guten Tasse Tee bekämpft, denn der Doktor brauchte etwas Zeit, bis er mit Pferd und Wagen da war.“

Doch nicht nur verschiedene Sorten Tee sind im Heimatmuseum vorgestellt. Bärlauchtinktur, die den Kreislauf in Schwung bringt, Rosmarinwein, der dem Gedächtnis auf die Sprünge hilft, die Herztätigkeit verbessert, den Blutdruck reguliert und die Sehkraft stärkt oder der Liebeslikör, der aus Zimt, Zitronenschale, Thymian, Koriander, Muskatblüte, Vanilleschote, Branntwein und Rohrohrzucker gewonnen wird. „Der hilft nach einer halben Stunde, wenn die Herren etwas träge sind“, erklärt Margarita Büttner mit einem Augenzwinkern. „Es ist auch ganz einfach Tinkturen, Salben oder Öle herzustellen. Ich werde noch vieles ausprobieren.“ Etwa ein Jahr lang werden Kräuter im Heimatmuseum vorgestellt. „Es ist eine lebendige Ausstellung, die nie langweilig wird, da immer ein anderes Kraut wächst.“
> Öffnungszeiten: Donnerstags von 14 bis 17 Uhr. Außerhalb dieser Zeit sind Führungen nach Vereinbarung möglich. Anmeldungen unter Telefon 04346/4360.

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