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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 01:40 Uhr

Alte Kräuter neu entdecken

vom

Auf Initiative von Ilse Broocks wird eine neue Ausstellung im Heimatmuseum rund um Kräuter und ihre heilende Wirkung zusammengestellt

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Gettorf | Ringelblumensalbe oder -tinktur zur Behandlungen von Hautekzemen, Kamille gegen Verdauungsbeschwerden und Entzündungen oder Brennnesselsaft zur Entgiftung und Entschlackung. Seit Jahrhunderten ist sie bekannt - die Heilkraft von Kräutern und Pflanzen. Rezepte wurden bewahrt und über Generationen weitergegeben. Auch aus im Dänischen Wohld beheimateten Gewächsen lassen sich wirksame Tees, Cremes, Seifen oder Tinkturen herstellen. Das interessiert derzeit die Damen vom Heimatmuseum in Gettorf. Sie bereiten gerade ihre nächste Sonderausstellung vor.

Im kommenden Frühsommer soll auf Initiative von Ilse Broocks, Margarita Büttner und Barbara Kemnitz vom Gettorfer Windmühlen- und Verschönerungsverein, der auch das Museum betreibt, eine umfassende Ausstellung zum Thema "Wildkräuter aus dem Dänischen Wohld - zum Heilen und Kochen" eröffnet werden. "Da gab es ein altes, in Schleswig-Holstein bekanntes Buch einer Kräuterfrau aus Huje bei Itzehoe", erzählt Ilse Broocks. "Wir haben das auch mal gehabt in Gettorf. Das hat viel Eindruck auf mich gemacht. Nun möchten wir das auch der jüngeren Generation nahe bringen." Sie wollen erinnern an Zeiten, als man sich half mit Spitzwegerich, Brennnessel und Beifuß. Der Heimatgedanke ist ihnen dabei sehr wichtig.

Gemeinsam wandern sie durch Wälder und Felder, um unter fachkundiger Leitung die hiesigen Wildkräuter besser kennen zu lernen und wiederzuentdecken und dabei die Schönheit der Natur zu genießen. Vier Kräuterwanderungen haben sie bereits unternommen. Unter der Führung von Gisa Marohn ging es in den Altenhofer Wald, mit Gertrud Marquardt aus Felm in den Stodthagener Forst, mit dem Eckernförder Botaniker Dr. Hans-Ulrich Piontkowski an die Aschauer Bucht und zuletzt mit Maren Lienau aus Damendorf, die seit drei Jahren den Bauern- und den Küchenkräutergarten im Freilicht- und Volkskundemuseum Molfsee betreut, in die Dieken bei Gettorf. "Diese zauberhaften Wanderungen sind eine große Bereicherung für uns", schwärmt Barbara Kemnitz. "Im Mai an der Steilküste bei Kiekut, da blühte der Waldmeister. Wie das duftete." Sie haben schon Bärlauch, seltenen Sanikel oder Knoblauchrauke entdeckt. Einiges wird gepresst, anderes getrocknet, wieder anderes zu Salben, Seife und Tinkturen verarbeitet. All das soll später einen Platz in der Ausstellung bekommen. Inge Spreckels aus Preetz, die die Wanderungen fotografisch begleitet, wird ihre Bilder dazu ausstellen. Darüber hinaus werden Bücher über Kräuter zum Heilen und Kochen aus privaten Sammlungen und Leihgaben aus der Landesbibliothek zu sehen sein. Angedacht sind außerdem geführte Kräuterwanderungen, ein Lichtbildervortrag, ein Kinderpuzzle mit heimischen Pflanzen, Veranstaltungen zum Thema Bienen und Wildkräuter und über Zauberpflanzen, kleine überlieferte Geschichten zu Pflanzen mit heilenden Kräften.

Wer noch alte traditionelle Heilrezepte aus der Gegend kennt, der darf sich gern unter Tel. 04346/600619 an Ilse Broocks oder unter Tel. 04346/9392921 an Barbara Kemnitz wenden.

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