Museumsräucherei : Alte Fischräucherei in neuem Glanz

Mitglieder des Vereins Alte Fischräucherei zeigen den interessierten  Besuchern des Sommerfestes frisch geräucherte Sprotten.
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Mitglieder des Vereins Alte Fischräucherei zeigen den interessierten Besuchern des Sommerfestes frisch geräucherte Sprotten.

Verein Alte Fischräucherei Eckernförde baut Museumsräucherei aus und feiert das fünfjährige Jubiläum mit Sommerfest.

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21. August 2017, 08:28 Uhr

Es war ein langer Weg von der Alten Fischräucherei zur Museumsräucherei. Das Museum Alte Fischräucherei in der Gudewerdtstraße erlebte ihr fünfjähriges Jubiläum und zeigte sich in neuem Glanz.

Die Türen der Museumsräucherei wurden für die vielen Besucher weit geöffnet, die die „neue Räucherei“ besuchten. Den Nachmittag über war ein buntes Programm für Groß und Klein geplant, das vom Fischräuchern über Sprottenessen bis zu einem Museumsgang reichte. Traditionell zeigten die Vereinsmitglieder, wie in den alten Öfen die Sprotten geräuchert wurden. Fisch konnte erworben werden und für Gäste, die an der Geschichte der Alten Fischräucherei interessiert waren, wurde ein Kurzfilm gezeigt.

Die Alte Fischräucherei gewährt den Blick auf eine lange Stadtgeschichte. Eckernförde stellte bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts einen der wichtigsten Fischereistandorte an der westlichen Ostsee dar. Der Großteil der Bürger lebte vom Fisch. Nach dem Krieg wuchs der Fischhandel und es wurde exportiert. Seit den 1960er Jahren sind die Fischbestände immer weiter zurück gegangen und wirtschaftliche Veränderungen haben letztendlich dazu geführt, dass dieser wirtschaftliche Zweig immer weiter reduziert wurde. In Eckernförde mussten fast alle alten Fischräuchereien abgerissen werden. Die Alte Fischräucherei Eckernförde konnte nur durch eine Geschäftsidee gerettet werden.

Der ehemalige Vorsitzende des Vereins Alte Fischräucherei, Hans Jörg Petersen, hatte das Großprojekt „Museumsräucherei“ von Anfang an mit begleitet und voran gebracht. Er blickte auf acht lange Jahre zurück, die diesen Werdegang beschrieben. Es begann damit, dass im Jahre 2004 alle Räuchereien unter Denkmalschutz gestellt wurden. Es wurden dennoch viele Räuchereien in Eckernförde abgerissen. Es gründete sich der Altstadtverein, der sich zum Ziel setzte, die Räuchereien zu erhalten. Im Einvernehmen mit der damaligen Besitzerfamilie Drews, konnte die Räucherei in der Gudewerdtstraße durch eine Umfunktionierung vor dem Abriss gerettet werden. Es hätte alleine zwei Jahre gedauert, um die Politik von dem Großprojekt Museumsräucherei zu überzeugen und Investoren zu gewinnen, so Petersen. Er, der lange Zeit Ratsherr des SSW war, konnte die Politik schließlich von dem Vorhaben überzeugen.

2014 konnte ein Emissionsgutachten erstellt werden, das es der Museumsräucherei erlaubte, mit ihren alten Räucheröfen weiter zu räuchern. Dieses war ein entscheidender Punkt für den Verein, denn die Museumsräucherei sollte ein aktives Museum zum Anfassen sein.

Der Verein, der mit 50 Mitgliedern anfing, zählt nun 200 Mitglieder. Vorsitzende Katharina Mahrt sagte: „Es geht uns darum, nachhaltig zu wachsen und für Eckernförde ein Stück seiner Historie bewahren zu können.“

Diese Nachhaltigkeit will der Verein auch in diesem Jahr unter Beweis stellen. Im Dach- und Obergeschoss soll ein Ausstellungsraum für Exponate des Museums entstehen. Der Verein stützt sich auf eine Summe von 50  000 Euro an Eigenmitteln. Weitere Mittel, die sich etwa auf 150  000 Euro belaufen, werden unter anderem von der Europäischen Union gefördert.

Der Verein hat ein gutes Verhältnis zur Stadt und möchte die Eckernförder Identität, die historisch stark durch Fischräuchereien und den Fischhandel geprägt ist, wahren und ein Stück Tradition zum Anfassen anbieten.

Dieses Vorhaben gelang. Viele Eckernförder und Touristen nutzten das Sommerfest, um sich im Museum umzusehen und vieles hautnah zu erleben. Auch die Vorbesitzerfamilie Drews war begeistert, wie die alte Räucherei den Wandel zu Museumsräucherei gemeistert hatte.

Die Museumsräucherei bietet jeden Sonnabend von 10 bis 13 Uhr Führungen mit Anmeldung an. Auch spontane Besucher sind jederzeit willkommen.

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