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Vorlesetag an der Schleischule : Als Vianne im Buch verschwindet

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Kinderbuchautor Martin Klein hat am Mittwoch auf Einladung der Fahrbücherei im Bücherbus vorgelesen. Vorleser waren ebenfalls die Landtagsabgeordnete Serpil Midyatli, Bürgermeister Jens Kolls und Pastor Jörg-Michael Schmidt.

shz.de von
erstellt am 25.Nov.2015 | 18:46 Uhr

Ein Bus voller Bücher und Schüler mit einem Kinderbuchautor – eine perfekte Mischung. Eine besondere Lesung erlebten gestern Vormittag 22 Jungen und Mädchen der zweiten Klassen der Schleischule Rieseby. Auf Einladung der Fahrbücherei des Kreises Rendsburg-Eckernförde war der Schriftsteller Martin Klein nach Rieseby gekommen. Organisiert hatte der Bibliothekar des Bücherbusses, Harald Gäbele, die Lesung.

Die Aufregung unter den Schülern war groß, als sie unter der Leitung der Konrektorin Helga Lemburg das Schulgebäude verließen und sich auf den Weg zum Bücherbus machten, der oberhalb des Schulgeländes stand. Im Bus wurden sie von dem Bibliothekar Gäbele, seiner Assistentin Andrea Specht, dem Busfahrer Knut Schäfe und dem Buchautor Martin Klein erwartet.

„Auch für mich ist das heute etwas Besonderes. Ich bin auch nicht jeden Tag in einem Bücherbus“, verriet der Autor, dessen Markenzeichen die Mütze auf dem Kopf ist, zur Begrüßung. Der Potsdamer reist gerade eine Woche durch Schleswig-Holstein und machte auf Einladung der Fahrbücherei Station in Rieseby.

Die Aufmerksamkeit der Kinder gewann der studierte Garten- und Landschaftsplaner sofort, als er aus seinem Schulgeschichtenbuch das Kapitel „Der Neue“ vorlas. Da stellt eine Schülerin Mutmaßungen über einen neuen Schüler an. Er soll eine platte Nase und ein kuscheliges Fell haben, klein, dick und schnappatmig sein. Sofort gingen 22 Finger in die Luft – ein jeder hatte einen Vorschlag parat, um wen es sich handeln könne. Und dann stellt die Klassenlehrerin in der folgenden Stunde „Harry, mein Mops“ vor.

Um Phaenomeno, den Teamgeist, der eine neue Mannschaft sucht, Emil, die Ente, der mit O-Beinen zur Welt kommt und weltbester Fußballprofi wird, Mama Paula, die Profifußballerin, die gerade Pause wegen Baby Prinz macht, geht es in dem Fußballgeschichtenbuch. Martin Klein liest nicht nur vor, Martin Klein spielt seine Geschichten. Mal ist er der Teamgeist Phaenomeno, der einsam und unsichtbar durch die Luft schwebt, mal ist er Emil mit den O-Beinen, der Fußballtricks demonstriert. Da tänzelt er mit dem Ball wie Emil der Jongleur – nein, er ist Emil, der den Ball erst auf dem Fuß, dann auf dem Oberschenkel, von dort auf die Schultern und auf dem Kopf balanciert, um den Ball über den Nacken und den Rücken zum Po rollen zu lassen, ihn in die Luft schießt, sich umdreht und dann ins Tor schießt. Vor allem die Jungen waren begeistert von der Darstellung und fieberten richtig mit.

Alle treffen sich im Park und spielen gemeinsam Fußball. Besonders spannend wird es, als Vianne als vierte Spielerin ins Buch geholt wird. Der Teamgeist Phaenomeno schwebt unsichtbar heran, landet auf ihrem Kopf und zieht sie mit ins Buch. Die Kinder kichern erst, halten dann aber doch den Atem an. Bleibt Vianne wirklich auf der Bank sitzen? Oder verschwindet sie ganz und gar? Das Spiel beginnt. Baby Prinz im Kinderwagen nimmt als Torhüter teil. Als er einen Zeitungsball hält, ruft einer der Schüler: „So’n Baby will ich auch haben!“

Nicht nur die Schüler der zweiten Klasse genossen gestern einen besonderen Vormittag. Statt des normalen Unterrichts stand die Schleischule ganz im Zeichen des Lesens. Den bundesweiten Vorlesetag am vergangenen Freitag habe die Schule aufgrund eines Theaterbesuchs nicht mitmachen können“, erklärt Konrektorin Helga Lemburg. Anlässlich des heutigen Besuchs von Martin Klein habe man diesen Tag nachholen wollen.

Außer des Potsdamers lasen gestern noch weitere Erwachsene vor: der Pastor der Kirchengemeinde Rieseby, Jörg-Michael Schmidt, Bürgermeister Jens Kolls, die SPD-Landtagsabgeordnete Serpil Midyatli und einige Mütter. Die Vorleseaktion sei bei den Jungen und Mächen so gut angekommen, dass man sie im nächsten Jahr wiederholen wolle, so die Bilanz von Konrektorin Lemburg.

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