zur Navigation springen

Proben auf Hochtouren : Als es Deutschland noch zweimal gab

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nur noch fünf Tage bis zur Premiere des neuen Stücks „Nikolaikirche“ der Theatergilde Louisenlund. Ein Stück, das den Zusammenbruch der DDR beleuchtet.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2014 | 06:15 Uhr

Güby | Die Theatergilde Louisenlund arbeitet zurzeit hart: Die letzten Proben für das nächste Theaterstück stehen an. Die Premiere mit „Nikolaikirche“ wird am Freitag, 24. Januar, ab 19.30 Uhr in der Kunst-und Kulturhalle Louisenlund die Zuschauer mit Inhalt, Güte und Anspruch sicher überraschen.

Das Stück „Nikolaikirche“ nach dem Roman von Erich Loest – und dem Film von Frank Beyer, Erich Loest und Eberhard Görner – ist eine echte Herausforderung und ein hoch spannendes Projekt für die zwanzig Schüler der Oberstufe. Ein Stück mit vielen Rollen, die zahlreiche Doppelbesetzungen nötig machen. Ein Stück mit vielen Umbau - und Umkleideproblemen, die gelöst werden wollen und zum ersten Mal mit Live-Cam.

Aber nach 28 Jahren Theatererfahrung haben die Louisenlunder Lehrer Helmut (Moody) Mauch und Sanne Berg den Bogen raus: Mit viel Wissen, Experimentierfreude, Geduld und Begeisterung sind sie auch diesmal wieder die Regisseure, wenn auch zurzeit in einem besonders anspruchsvollen Theaterstück.

Nach den Sommerferien suchte man gemeinsam aus allen Vorschlägen das Stück „Nikolaikirche“ aus. Seit den Herbstferien wurde konzentriert geprobt – zweimal in der Woche je drei bis vier Stunden. Nun laufen die letzten Proben, nun müssen Abläufe und Texte gesichert werden, die Anspannung unter den Schülern wächst – bald sieht die Öffentlichkeit zu.

„Das Stück erinnert an die „Wende“ in der ehemaligen DDR, an die Demonstration mutiger Bürger in Leipzig am 9. Oktober 1989, die das Ende der SED-Herrschaft einläutete“, so Mauch. Für Jugendliche, die über diesen früheren zweiten deutschen Staat nur noch etwas vom Hörensagen und aus dem Geschichtsunterricht wüssten, sei es wichtig zu erfahren, welche Befreiung die friedliche Revolution für Land und Menschen bedeutete, so Moody Mauch. Sich gegen Partei und System zu stellen, war gefährlich, Überwachung, Bespitzelung, Bevormundung waren allgegenwärtig und bedrückten, belasteten, gefährdeten Andersdenkende in ungeahntem Maße.

Einzelne Situationen sind nun gut im Theaterstück nachzuvollziehen – anhand des Schicksals einer Familie in der damaligen DDR.

Astrid Potter arbeitet im städtischen Bauamt Leipzig, bis sie Lügen und Ungerechtigkeiten nicht mehr erträgt und sich krank schreiben lässt. Ihr Mann – parteilos – wird Alkoholiker. Astrids Mutter, Stasi-Generals-Witwe, hängt am alten Regime. Astrids Bruder ist dem Ministerium für Staatssicherheit zugetan und übereifrig. Massive innerfamiliäre Konflikte lassen sich nicht umgehen.

Hintergründig werden Menschen sichtbar, die sich in der DDR-Friedensbewegung, in der Umwelt-Bewegung engagieren, die sich mit Ausreisewilligen und „Andersdenkenden“ in Kirchen treffen, um sich auszutauschen und Veränderungen auf den Weg zu bringen. Montagsgebete, gemeinsame Kirchenlieder, laut artikulierte Wünsche, Orgelmusik, streitbare Pastoren – vieles läuft auf die friedliche Revolution zu. Befreiung – ein Stück, das Mut macht.

Premiere 24.Januar,

weitere Termine:


27., 28., 29. Januar, 19.30 Uhr,
Kunst-und Kulturhalle Louisenlund




zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen