Das sagt der Firmenchef : Alkoholfrei für die Frühschicht

Der Leiter des Löschzugs Gefahrengut, Lars Wichmann (Mitte) im Gespräch mit Behn-Herstellungsleiter Stefan Sembritzki (l.) und dem Leiter Materialwirtschaft, Michael Scholz (r.).
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Der Leiter des Löschzugs Gefahrengut, Lars Wichmann (Mitte) im Gespräch mit Behn-Herstellungsleiter Stefan Sembritzki (l.) und dem Leiter Materialwirtschaft, Michael Scholz (r.).

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05. Juni 2018, 06:09 Uhr

Eckernförde | Die Frühschicht durfte gehen, die Mitarbeiter der Tagesschicht von 7 bis 16.30 Uhr standen stand-by und kamen dann auch noch tatsächlich zum Einsatz. Bis auf einen kurzfristigen Produktionsausfall, leichten Gebäudeschäden und eine vermutlich besonders hohe Wasserrechnung ist die Alkoholüberschwemmung in der Produktionshalle für den Spirituosenhersteller Behn gut ausgegangen. „Wir können froh sein, dass sich niemand verletzt hat“, sagte Firmenchef Rüdiger Behn gestern der EZ. Die Kosten dürfte Behn der Spedition in Rechnung stellen, die im Schnitt zwei Mal pro Woche Alkohol anliefert. Der Fahrer habe das Ventil vermutlich irrtümlich geöffnet, so dass der hochprozentige Alkohol etwa zehn Minuten lang unbemerkt in den Raum fließen konnte und diesen überschwemmt hat. Der exakte Ablauf sei aber noch zu klären. Die Fahrer von Gefahrguttransportern seien „extrem gut geschult“ und die Abläufe „extrem standardisiert“, und trotzdem seien solche Vorfälle nie ganz auszuschließen.

„Der Großteil des Alkohols ist über den Hofplatz in den Gully geflossen“, sagte Rüdiger Behn. Dort sei dann seitens der Firma und später von der Feuerwehr kräftig nachgespült worden, um die Explosionsgefahr in der Kanalisation durch die Verdünnung des Alkohols zu minimieren. Behn lobte das „hyper-vorsichtige“ Vorgehen der Feuerwehr, es sei alles getan worden, um eine Explosion durch Funkenflug zu verhindern. Die Feuerwehr sei schnell vor Ort gewesen und habe „sehr professionell gearbeitet“. Hilfreich dürften dabei auch die regelmäßigen Kontakte gewesen sein.

Für die Produktion der bekannten Behn-Spirituosen wie Kleiner Feigling, Küstennebel, Danzka oder Dooleys wird der reine Alkohol auf nicht mehr explosive 72 Prozent reduziert, um dann zu unterschiedlichen Spirituosen weiterverarbeitet, abgefüllt und verschickt zu werden. Das alles – Herstellung, Abfüllung, Verpackung und Versand – geschieht in dem mit rund 22 000 Quadratmetern größten zusammenhängenden Gebäude Eckernfördes.

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