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Ätzende Substanz ausgelaufen : Algenvernichter löst Chemie-Alarm aus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eine hochkonzentrierte Chemikalie ist am Montagmorgen aus einem Kanister in einem Transporter am Jungmannufer ausgelaufen. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Die Straße wurde vier Stunden voll gesperrt.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2017 | 06:56 Uhr

Eckernförde | Großeinsatz am Jungmannufer für Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte: Gestern Vormittag sperrten Polizeibeamte das Jungmannufer nach einem Gefahrgutunfall weiträumig ab. Gegen 9.30 Uhr bemerkte der Fahrer (29) eines Paketdienstes auf der Ladefläche eine ausgelaufene Flüssigkeit. Er hatte den Sprinter auf dem kleinen Parkplatz vor dem Segelclub geparkt. Im Laderaum, der bis unter die Decke mit Paketen voll gepackt war, transportierte er auch fünf Kanister mit ätzendem, atemwegsreizendem Algenvernichter, der für das Klärwerk bestimmt war. Aus einem dieser 5-Liter-Kanister waren aufgrund eines Lecks geringe Mengen der hochkonzentrierten Chemikalie ausgelaufen.

Der Fahrer des Sprinters erlitt beim Hantieren mit dem Kanister Verätzungen an der Hand und wurde vorsorglich mit einem Rettungswagen in die Imland-Klinik gebracht.

Um 9.36 Uhr ging der Alarm bei der Eckernförder Feuerwehr ein. Nach Auskunft des Einsatzleiters Meint Behrmann galt es zunächst, die ausgelaufene Chemikalie auf der Ladefläche zu binden, um anschließend den defekten Kanister in einem Überfass zu bergen. Bis zum Abtransport durch die Firma Remondis blieb das Überfass in dem Sprinter. Nach Angaben der Polizei kann eine Kontamination des Bodens auf dem Parkplatz ausgeschlossen werden. Fachleute vom Umweltschutztruppe der Polizei untersuchten die Kanister und stellten fest, dass hinsichtlich der Kennzeichnung des Gefahrguts keine Regelverletzungen vorliegen. Für die Einsatzkräfte galt höchste Sicherheitsstufe: Sie durften sich nur in Vollschutzanzügen mit Umluft-unabhängiger Atemluftversorgung dem Sprinter nähern und agieren. Zur Sicherheit der Kameraden war ein zweiter Rettungswagen vor Ort.

Für Aufregung sorgte eine Spaziergängerin mit Hund, die sich plötzlich unvermittelt von der Wasserseite des Segelclubs kommend dem Sprinter näherte. Sie wurde sofort in Empfang genommen. Ihr Hund „Skipper“ musste sich einer Dekontaminierungsaktion unterziehen.

Die Spezialkräfte entluden den Sprinter, was aufgrund der Größe der Fracht rund zwei Stunden dauerte. Neben den Feuerwehrmännern der Eckernförder Wehr waren auch Einsatzkräfte des Löschzugs-Gefahrgut aus Rendsburg vor Ort. Die Pakete wurden in das Feuerwehrgerätehaus gebracht, um dort von einem anderen Wagen des Paketdienstes aufgenommen zu werden. Nach ihrem Einsatz durchliefen die Spezialkräfte eine Reinigungsaktion von Hand und mussten in eine Dekontaminierungsdusche, bevor sie mithilfe von Kollegen, ihrerseits durch Atemschutz und Vollschutzanzug geschützt, sich ihres Anzugs entledigen durften, der sofort in einen großen Plastiksack wanderte.

„Das Gefahrgutkonzept des Kreises und der Eckernförder Wehr hat gegriffen“, zog Feuerwehrchef Behrmann eine positive Bilanz des Einsatzes. Auch der Leiter des Löschzugs-Gefahrgut, Lars Wichmann, ist sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit beider Einheiten. Insgesamt war die Eckernförder Wehr mit acht Fahrzeugen und 28 Mann vor Ort, der Löschzug-Gefahrgut aus Rendsburg mit drei Fahrzeugen und 13 Mann. Nach knapp vier Stunden war der Einsatz gegen 13.15 Uhr beendet. Die Sperrung wurde aufgehoben.

Der 29-Jährige Fahrer wurde nach ambulanter Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen. Die Ermittlungen des Umweltschutztrupps der Polizei dauern an.

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