Chinesischer Nationalcircus : Akrobatik auf höchstem Niveau

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Der Chinesische Nationalcircus gastiert am 21. Februar in der Stadthalle. Die jungen Akteure Akrobaten

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26. Januar 2018, 06:08 Uhr

Hao Chan ist 18 Jahre jung und kommt aus der 11-Millionen-Hafenstadt Tianjin 120 Kilometer östlich von Peking. Die junge Frau mit der sportlichen Figur ist schlank, extrem beweglich und auch ohne Muskelpakete sehr kräftig. Sie stammt aus einer der besten Artistik-Schulen Chinas und ist eine der Hauptdarstellerinnen der aktuellen Produktion des Chinesischen Nationalcircus’, „Hongkong Hotel – Die Welt zu Gast im Reich der Mitte“. Am Mittwoch, 21. Februar, um 20 Uhr haben die Besucher aus Eckernförde und der Region die Gelegenheit, sich diese außergewöhnliche und akrobatisch atemberaubende Inszenierung von Raoul Schoregge in der Stadthalle anzusehen. Mit Hao Chan, der famosen Handstand- und Kontorsionskünstlerin (Kunst des Verbiegens), die ihren Körper in nahezu jede erdenkliche Position lenken kann, zeitweise nur auf einer Hand steht und dabei auch noch lächeln kann.

Ihr Bühnenkollege hat es mehr mit Vasen, Stühlen oder sonstigen mobilen Requisiten, die in der Hotellobby herumstehen. Liu Wen Long (28) stammt aus einer eiskalten Provinz im Norden Chinas und ist einer der „Top-Künstler“ des Chinesischen Nationalcircus’, wie Produzent und Regisseur Raoul Schoregge den schlanken Mann im Pagenkostüm anpreist. Wegen seiner bereits langen Akrobaten-Karriere ist dem Jongleur auf seinem Schädel bereits Hornhaut gewachsen, weil er die Gegenstände vorzugsweise mit seinem Kopf bearbeitet. Seine „Kopfarbeit“ ist nur zum Bestaunen, nicht zum Nachmachen geeignet – Verletzungs- und Bruchgefahr.

„Zirkus ist in China Hochkultur“, sagte der Macher hinter den Kulissen. Raoul Schoregge ist seit 17 Jahren Produzent des Chinesischen Nationalcircus, der zu den durch das chinesische Kulturministerium handverlesenen Ensemble zählt, das weltweit auf Tour gehen darf. Schoregge selbst kennt als Zirkus-Clown und Künstler Manege als auch Bühne. Seine 18- bis 28-jährigen Akrobaten stammen aus den besten Akrobatenschulen des Landes, in denen die Kinder und Jugendlichen von 6 bis 16 Jahren lernen, ihren Körper perfekt zu beherrschen. Akrobatik auf diesem Niveau ist eine Mischung aus Kampfkunst, Ballett, Kraft, Beweglichkeit sowie einer unglaublichen Körperspannung und Technik. Die chinesische Zirkuskunst zeichnet sich nach Schoregges Worten durch die „Einheit von Körper, Geist und Seele“ aus und ist in der chinesischen Kultur tief verwurzelt. Diese besondere Kunst und Aura begeistere die Menschen in Europa. Der Produzent sieht die Aufführungen nicht als Selbstzweck, sondern als „Brücke zwischen den Kulturen“. Daher sei die Inszenierung auf der Bühne auch „keine Nummern-Revue“, sondern ein Stück mit einer in diesem Fall Hotel- und Kolonialgeschichte, unterschiedlichen Charakteren und atemberaubender Akrobatik.

>Chinesischer Nationalcircus, 21. Februar, 20 Uhr, Stadthalle. Karten ab 36,50 Euro im Kundencenter der Eckernförder Zeitung, Kieler Str. 55

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