Konzert in der Stadthalle : Akkordeon-Spiel mit Humor

Beim 40. Festlichen Jahreskonzert füllten die Akkordeon-Orchester die Stadthalle.
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Beim 40. Festlichen Jahreskonzert füllten die Akkordeon-Orchester die Stadthalle.

Gleich drei Akkordeon-Orchester entführten die Besucher der Stadthalle an einen anderen Ort. Da ist die Fahrt im „A-Train“ und da ist Johann Strauss´ Kaiserwalzer, der sowieso und direkt entführt – wohin auch immer.

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24. November 2013, 17:49 Uhr

„Das Programm mit den verschiedenen Stilrichtungen gefällt mir unheimlich gut. Und es macht Spaß, die Entwicklung zu sehen.“ Für Christine Gehrke aus Gettorf und Dagmar Schaper aus Eckernförde steht fest – die drei Akkordeon-Orchester waren den Besuch wert. Das 40. Festliche Jahreskonzert in der proppevollen Stadthalle, deren Stuhlreihen an allen Seiten noch ergänzt werden mussten, bot einen intensiven Blick auf die unermüdliche Arbeit von Kindern, Jugendlichen und ihrer engagierten Orchesterleitung.

Die Struktur des Abends: Von Groß nach Klein. Den Auftakt gibt das Traditionsorchester unter der Leitung von Philipp Merkelbach. Hier spielen 14 bis 45-jährige, die teilweise schon seit der Gründung dabei sind, von Anfang an nehmen die alten Hasen ihre Zuhörer mit: Da ist die Fahrt im „A-Train“, da ist Johann Strauss´ Kaiserwalzer, der sowieso und direkt entführt – wohin auch immer: Nach Paris, an die Seine, irgendwo hin, wo Sekt, nicht Blut durch die Adern perlt. Toll! Mit der Feststellung, dass eine Gitarre ja irgendwie kein Akkordeon sei, aber trotzdem jetzt eine Rolle spielen werde, schmuggelt die junge Ansagerin ein Gitarren-Duo ins Programm: Das Jahr 2013 sei das Jahr der Gitarre. Unendlich delikat spielen sich Gillian Johannsen und Norbert Krämer durch „Milonga al sur“ und das wunderschöne „Orfeu Negro“, das weltweit in ungefähr einer Million Varianten aufgenommen wurde (natürlich keine so schön wie diese).

Das Akkordeon-Junior-Orchester übernahm das Zepter und bewies mit „Eine kleine Lachmusik“ und dem russischen Stück „Das Äpfelchen“ schelmischen Sinn für Humor, juchzend und pfeifend geben sie Zunder und entführen schon wieder, weit weg, raus aus Eckernförde. Das Zweite Orchester reist nach Boston, von da nach London, mal schmissig und temperamentvoll, um dann auch wieder wehmütig zu brillieren. Als die Kleinen (Leitung Friedel Strufe) dran sind, pocht so manches Herz lauter. Mit ihren bunten Instrumenten, dem gruselig-schnuckeligen Gespenstertango (Licht aus, Glühwürmchen an, nächtliche Geräusche dazu), Teilen aus „Der kleine Muck“ und einer scharf gewürzten „Für Elise“, bereiten sie den Weg für Standing Ovations: Nach noch einmal sechs Stücken und der Zugabe durch die Großen (Erstes Orchester) hält es keinen mehr auf seinem Sitz. Wie sagte Dagmar Schaper noch? „Toll, dass den Kindern dieses Instrument in der Schule nahe gebracht wird.“ Stimmt.



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