Jabula Africa : Afrika in der Stadthalle

Offenes Feuer auf der Bühne: Beim Limbotanz geben sich die Darsteller nicht mit normalen Stangen ab.
Offenes Feuer auf der Bühne: Beim Limbotanz geben sich die Darsteller nicht mit normalen Stangen ab.

Die Show „Jabula Africa“ zeigte atemberaubende Kunststücke, aber auch Schwächen im Programm.

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04. März 2019, 18:30 Uhr

„Elemente afrikanischer Kultur, Artistik und tempogeladene Action vermischen sich zu einem exotischen Circus-Event mit atemberaubenden Show-Acts aus dem Kontinent der tanzenden Trommeln. Die perfekt in Szene gesetzte Mischung aus zauberhafter Artistik und afrikanischer Kultur entführt die Zuschauer in eine vollkommen andere Welt.“ So war der Sonntagabend in der Stadthalle mit „Jabula Africa“ angekündigt. Eigentlich sollte die Show am 6. Januar stattfinden, doch wegen einiger Krankheitsfälle wurde sie auf den 3. März verschoben.

Das Versprechen in der Ankündigung wurde als verspätete Erfüllung einer „idealen Geschenkidee“ von 20 Artisten, Live-Band, Musikern und Tänzern aus sieben Ländern vom „Circus der tanzenden Trommeln“ in der Stadthalle gehalten: Es war ein Abend mit viel Rhythmus, Bewegung, Gymnastik und Lautstärke – jedoch vergleichsweise schwach besucht.


Knoten in den Beinen

Die Zuschauer erlebten Gelenkigkeit mit unglaublichen Knoten in den Beinen eines Artisten sowie Menschen mit Wirbelsäulen, die sich vorwärts als auch rückwärts verbiegen ließen und so manchem Besucher klar machten, wie sehr die eigene Beweglichkeit eingeschränkt ist. Knallig harte Schlagzeugsounds, afrikanische Rhythmen und beißende Gitarrenklänge einer farbenfroh gekleideten Band begleiteten in unüberhörbarer Lautstärke die Aktionen auf der Bühne. Großartig, auch wenn einige Nummern sehr ausführlich ausgeführt wurden. Für den Auftritt mit vielen Hula-Hoop-Reifen gab es viel Zwischenbeifall. Bewundernswert, wie und in welchem Tempo die Ringe gewechselt wurden. Und dann die Szene mit drei Männer, die sich um einen Stuhl bewarben. Mit Fantasie, Humor und in irrwitzigem Tempo wechselte er von einem zum anderen „Besetzer“.

Der „Circus der tanzenden Trommeln“ bot fantastische Leistungen auf der breiten Stadthallen-Bühne. Mit hohem Tempo und farbenfroher Kleidung lief das Bühnen-Circus-Spektakel mit athletisch trainierten Akrobaten und rituellen Kriegertänzen ab.


Stockendes Programm

Nach einer langen Pause schienen den Akteuren die Abläufe nicht mehr geläufig. Gelegentlich stockte das Programm, wurden auf offener Bühne Pausen improvisierend überbrückt. Eingeschoben wirkte der fantastisch gelungene „Moonwalk“ nach einem Michael-Jackson-Musik-Verschnitt. Schade nur, dass die Titel-Ausschnitte stümperhaft zusammengeschnitten waren. Danach wurde der ursprünglich geplante Ablauf fortgesetzt: Das „wilde Afrika auf der Bühne“ zeigte Menschenpyramiden, Gymnastik-Übungen, fliegende Schüsseln, Bodenakrobatik, Hand- und Kopfstände. Sogar eine St.-Pauli-Animationsnummer hatte sich auf die Bühne verirrt. Unpassend für dieses Umfeld und in einer Show, die ursprünglich in der Nach-Weihnachtszeit stattfinden sollte.


Verdienter Applaus

Dennoch entführte die Mischung aus Artistik und afrikanischer Kultur in Traumwelten aus Zirkus mit pantomimischem Theater. Auch weil professionell agiert wurde. Das gilt besonders für den Feuerschlucker. Offene Flammen auf der Bühne – Furcht im Publikum. Zum Glück unbegründet. Zum Schluss suchten die Akteure Teilnehmer aus dem Publikum. Nur ungern schienen ihnen einige zu folgen. Zum Glück hatte das Team seinen eigenen Wasserspeier dabei, der zwei Literflaschen Wasser in sich hineinlaufen ließ und es später in großem Strahl wieder ausspuckte. Mit nasser Bühne verabschiedete sich das Team.

Ersatztermin abgeliefert, Vertrag erfüllt. Mit 41 Euro auf den teuersten Plätzen waren sie auch teuer bezahlt worden. Der lange Beifall für die Spitzenleistungen der Artisten war verdient.

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