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Eckernförder Zeitung

23. August 2017 | 19:56 Uhr

Stranderlebnis : Ärger um nächtliches Baden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eine Gruppe junger Eckernförder kritisiert den vom Sicherheitsdienst erteilten Platzverweis am Strand und die gelieferte Begründung, dass Baden ab 22 Uhr verboten sei. Der Strand ist jederzeit, auch nachts, für alle frei zugänglich, sagte Touristikchef Stefan Borgmann.

Es sollte ein schöner Ausklang eines langen Arbeitsabends werden. Die sechs jungen Leute, die sich im angesagten Weinlokal bei Römer & Wein in der Küche und im Service Geld dazuverdienen und sich gut verstehen, wollten die heiße Sommernacht nach ihrer Schicht in der Frau-Clara-Straße gegen Mitternacht mit einem gemeinsamen Sprung in die warme Ostsee ausklingen lassen. Und da sie aus einem Weinlokal kamen, hatten sie auch eine Flasche Wein dabei – für sechs Personen. Das war am 26. Juli vor der „Meerjungfrau“. Sie badeten vergnügt und lebhaft, aber nicht ausgelassen oder gar ruhestörend. „Alles im Rahmen“, sagt Moritz Stetzkamp (21).

Kurz darauf erschien ein Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts, der für die Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG) am Strand und auf der Promenade patrouilliert und „leuchtete uns aus dem Wasser“, erinnert sich der Auszubildende. „Nach 22 Uhr ist es Gruppen und auch einzelnen Personen verboten, am Strand zu verweilen“, erzählte er uns. „Das bedeutet: Kein Baden, nicht am Strand sitzen, nicht auf den Bänken an der Promenade sitzen. Lediglich auf der Promenade spazieren zu gehen wollte man uns erlauben. Und Alkohol am Strand ist generell verboten. Wir bitten Sie, den Strand jetzt zu verlassen.“ Auf Nachfrage der jungen Strandbesucher soll es dann geheißen haben: „Wenn ihr nicht geht, dann können wir das auch anders lösen!"

Die Gruppe grollte zwar innerlich, verließ aber den Strand – und studierte die Kursatzung. „Da steht nichts von den uns entgegengebrachten Verboten. Also gehen wir auch zwei Tage später wieder baden. Fünf Minuten, nachdem wir das Wasser betreten haben, schwimmen wir wieder im Schein der Taschenlampe – rauskommen!“, schildert der angehende Sport- und Fitnesskaufmann den Vorfall. „Was folgte, war ein sofortiger Platzverweis.“ Man diskutiert, dann wird die Polizei gerufen „und die musste den Platzverweis leider durchsetzen“, so Stetzkamp.

Die frischgebackenen Abiturienten, Schüler und Auszubildenden verstehen die Welt nicht mehr in ihrer Heimtastadt. „Was haben wir falsch gemacht? Man stelle sich mal vor, was das für die Touristen bedeutet, die gerade dieses Strandes wegen zu uns kommen. Dürfen die hier auch nicht mehr baden, ja nicht mal ein Bier im Sonnenuntergang am Strand genießen? Und gerade die jungen Menschen, die hier schon jetzt immer seltener werden, werden dadurch noch schneller vertrieben“, meinen Moritz Stetzkamp, Victoria Baier, Anne Meerpohl, Konrad Appel und Linus Messmer.

Für den Auftraggeber des Sicherheitsdienstes, ETMG-Geschäftsführer Stefan Borgmann, ist die Sache klar: „Jeder kann zu jeder Tages- und Nachtzeit den Strand besuchen, dort baden, sitzen und auch eine Flasche Wein trinken, solange man sich an die Regeln hält, die auch an den Strandeingängen stehen“. Diese Anweisung sei auch dem Sicherheitsdienst bekannt. Von einem Strandverbot ab 22 Uhr könne überhaupt keine Rede sein, am öffentlichen Strand könne jeder tun und lassen, was er wolle, solange andere Besucher oder Anwohner nicht belästigt werden.

Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes bestätigte auf Nachfrage ebenfalls, dass es kein Badeverbot ab 22 Uhr gebe. Man habe nur darauf zu achten, dass niemand gestört werde. Platzverweise würden erst dann erteilt, wenn vorherige Ansprachen wirkungslos verpuffen.

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erstellt am 13.Aug.2014 | 06:58 Uhr

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