zur Navigation springen

Jagd auf Steuersünder : Achtung Hundekontrolle! Owschlag lässt nachzählen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gemeinde Owschlag will mit Hundezählung nicht angemeldete Tiere finden

von
erstellt am 23.Feb.2017 | 06:25 Uhr

Owschlag | In Owschlag leben 372 Hunde – das sagt zumindest die Statistik. Vermutlich sind es einige mehr. Die Dunkelziff er ist unklar, sodass die Gemeinde deutlich mehr als aktuell rund 47  000 Euro an Steuereinnahmen kassieren könnte. Daher will die Gemeindevertretung eine Firma mit der Hundezählung beauftragen, um nicht angemeldete Hunde zu erfassen. Auf der Sitzung am Dienstagabend wurde der Kultur- und Umweltausschuss beauftragt, zu beraten. Angebote von Firmen, die den „schwarzen“ Hunden auf die Spur kommen wollen, liegen bereits vor.

Die Hundesteuer beträgt in Owschlag 120 Euro für den ersten, 200 Euro für den zweiten und 300 Euro für jeden weiteren Hund. Unversteuerte Hunde führten nicht nur zu erheblichen Steuerausfällen, sondern auch zu einer ungerechten Verteilung der Steuerlast. „Wir wollen Steuergerechtigkeit“, sagt auch Bürgermeisterin Christiane Ostermeyer. Wenn eine Steuer existiere, müsse die auch bezahlt werden.

Manuela Lamp aus der Amtsverwaltung Hüttener Berge teilte auf Nachfrage der EZ mit, dass mit der Aufnahme eines Hundes in den Haushalt, der Halter verpflichtet ist das Tier anzumelden. Bei Neugeborenen habe man drei Monate Zeit.

Die Stadt Rendsburg hat 2014 eine Hundezählung in Auftrag gegeben. Dabei klingelten Mitarbeiter einer von der Stadt beauftragten Firma an Wohnungstüren und erfassten die im Haushalt lebenden Hunde. Das Ergebnis nach knapp 13  900 Hausbesuchen: 220 Hunde, die bis zur Bekanntgabe der Zählung keine Hundemarke der Stadt trugen, haben jetzt eine. Schon bei der Bekanntgabe der Aktion erhielt die Verwaltung zahlreiche Neuanmeldungen. Die Mehreinnahmen beliefen sich auf 22  000 Euro. Da die Stadt 20  800 Euro Erfolgshonorar an das Unternehmen zahlte, rentierte sich die Aktion erst ab 2015. Die Gemeinde Owschlag erläutert in §14 ihrer Hundesteuersatzung die Rechtmäßigkeit einer Hundebestandsaufnahme – auch durch private Unternehmen.

Ein Unternehmen, das bundesweit als Verwaltungshilfe zur Hundebestandsaufnahme unterwegs ist, ist Kommstat aus dem Emsland. Die Mitarbeiter erhalten laut eigener Aussage eine Legitimation, aus der hervorgeht, dass sie beauftragt sind, für das Steueramt die Befragung vorzunehmen.

Systematisch besuchen diese alle gut 1100 Haushalte und befragen die Owschlager, ob ein Hund zum Haushalt gehört. Sie haben aus Gründen des Datenschutzes keine Information über bereits gemeldete Hunde. Die Angaben an der Haustür müssen freiwillig erfolgen, Mitarbeiter der Firma dürfen nicht weiter im Umfeld „spionieren“. Es würden aber Beobachtungen notiert werden, zum Beispiel dann, wenn ein Bewohner angibt, er besitze keinen Hund – und aus dem Hintergrund ist ein Bellen oder Knurren zu vernehmen.

Wann die Hundezählung stattfindet, ist noch nicht entschieden. „Wir werden die Bürger rechtzeitig über den Zeitplan informieren“, sagte Christiane Ostermeyer unserer Zeitung.  

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen