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Eckernförder Zeitung

21. November 2017 | 18:46 Uhr

Abwasser : Abwasser wird sauberer und teurer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Entwässerungsausschuss beschließt Gebührenanhebung für Anschlussnehmer des Klärwerks Revkuhl ab 1. Januar 2018

von
erstellt am 25.Okt.2017 | 06:30 Uhr

Damp | Der Bau des neuen Klärwerks Revkuhl zur modernsten (saubersten) technischen Kläranlage der Größenordnung im Land kommt gut voran. Rund 2,5 Millionen Euro kostet der Bau, der zum Jahresende die bisherige Teichkläranlage des Entwässerungsausschusses der Gemeinden Karby, Dörphof und Teilen Brodersbys ersetzen wird.

Verbunden mit dem Reinigungsfortschritt ist die Erhöhung der Abwassergebühren. „Im Prinzip ist jetzt allerdings der ungünstigste Zeitpunkt für eine neue Berechnung“, stellte Godber Peters von der Amtsverwaltung Schlei-Ostsee bei der Vorstellung der Kalkulation im Ausschuss fest. So könne die Kalkulation nur auf Kostenschätzungen der neuen Anlage beruhen. Die Endabrechnung steht noch aus. Hinzu kommt, dass es noch keine verlässlichen Angaben über die künftigen Betriebskosten der neuen Anlage gibt. Und als dritter Punkt sorgt die Aufnahme der Gemeinde Winnemark in den Entwässerungsausschuss mit ihren 528 Abwassereinheiten für eine gewisse Ungenauigkeit. Ungeachtet dessen muss zum 1. Januar 2018 eine Gebührensatzung vorliegen. In einem Jahr sei es dann möglich zu schauen, wo die Schätzung lag. „Dann kann die Gebührensatzung neu angepasst werden“, machte Peters deutlich.

Die neue Gebührensatzung sieht vor, dass je zur Hälfte die zu erwartenden Kosten von 427  000 Euro im Jahr durch eine Grundgebühr und eine verbrauchsabhängige Zusatzgebühr aufgebracht werden. Im Ausschuss unter Vorsitz von Christian Schlömer wurde kontrovers über diese Aufteilung diskutiert. Am Ende war es die Frage, ob mit einer hohen Zusatzgebühr der sparsame Umgang mit Wasser motiviert werden soll oder aber mit einer niedrigen Zusatzgebühr der soziale Aspekt bei kinderreichen Familien (hoher Wasserverbrauch) unterstützt werden soll. Für jede Seite gab es Argumente. Als Gast der Sitzung warb Peter Steinort, Geschäftsführer für den herzoglichen Campingplatz Schuby-Strand, um eine niedrigere Grundgebühr. Der Platz sei ein „Großkunde“ des Klärwerks, liefert aber nur ein halbes Jahr Abwasser in das Klärwerk.

Klaus-Dieter Möse aus Karby hielt den vorgelegten Entwurf für sinnvoll. Zugleich betonte er, dass auf Grund des Campingplatzes ja eine deutlich größere Kläranlage vorgehalten werden müsste. Die Fixkosten der Anlage blieben die selben, auch wenn am Campingplatz nur ein halbes Jahr lang Abwasser anfalle.

Den Ansatz, die Zusatzgebühr weiter anzuheben, um den Wassersparansatz zu erhöhen, hielt Klärwerksleiter Rainer Lange für wenig hilfreich. Weniger Wasserverbrauch erhöhe nur die Fixkosten für den Betrieb der Anlage. Zugleich müssten Leitungen vermutlich öfter gespült werden, da die Fließgeschwindigkeit in den Anlagen sinke, ergänzte Peters. Unisono stellte der Ausschuss fest, dass beim Beschluss für die notwendige Modernisierung der Anlage eine Anhebung der Gebühren unumgänglich sei. Amtsdirektor Gunnar Bock verwies darauf, dass der absolute hochgerechnete Abwasserpreis mit 3,72 Euro je Kubikmeter Abwasser relativ gut sei. „Die neue Anlage hat für den Preis eine sehr gute Reinigungsleistung und entlastet die Ostsee“, so Bock, was für den Tourismus der Region auch wertvoll sei.

Bei einer Empfehlung wurde beschlossen, die Grundgebühr für Abwasser von 54 auf 75 Euro je Wohneinheit anzuheben. Je Kubikmeter Frischwasser (entspricht kalkulatorisch als Bezugsgröße für das Abwasser) werden 1,85 Euro statt 1,10 Euro Gebühr festgelegt. Für das Niederschlagswasser wird künftig eine Gebühr von 14,20 Euro je 50 Quadratmeter versiegelter Fläche angesetzt. Bisher waren es 11,70 Euro.

Zum 1. Januar 2018 wird Winnemark in den Ausschuss aufgenommen. Die Gemeinde bringt ihre Sonderrücklage Abwasser wie auch sämtliche Betriebsanlagen und Klärwerksflächen in den Verband ein.

Abwassergebühren für Nordschwansen


Ab dem 1. Januar 2018 gehört Winnemark zum Entwässerungsausschuss der Gemeinden Karby, Dörphof und Brodersby. Die Zahl der Abwasserhaushaltseinheiten liegt dann bei 2864 (528 Winnemark). Für das Regenwasser werden 3233 Einheiten (je 50 Quadratmeter versiegelte Fläche) angesetzt. Davon stammen 577 Einheiten aus Winnemark. Ab 1. Januar 2018 gelten folgende Abwassergebühren: Die Grundgebühr liegt bei 75 Euro je Einheit. Die Anzahl der Einheiten hängt von der Wohnfläche/Gebäudefläche/gewerblichen Fläche ab. Je Stellplatz auf Campingplätzen gilt eine Einheit. Die Zusatzgebühr beträgt 1,85 Euro je Kubikmeter. Die absolute Abwassergebühr liegt hochgerechnet bei 3,72 Euro. Je 50 Quadratmeter versiegelter Fläche werden 14,20 Euro Niederschlagswassergebühr erhoben.

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