ROCK AM STRAND : Absolute Röhre – heißer Metalrock

„Zoltán Váry als „Starchild“, Pocky Demon als „The Demon“ und Zoltán Maróthy als „The Spaceman“ alias „Kiss Foreverband“ aus Ungarn zelebrieren die „Kiss“-Mania.
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„Zoltán Váry als „Starchild“, Pocky Demon als „The Demon“ und Zoltán Maróthy als „The Spaceman“ alias „Kiss Foreverband“ aus Ungarn zelebrieren die „Kiss“-Mania.

Rocknacht am Eckernförder Südstrand. / 2500 Besucher erleben die Bands „Kiss Forever“, „Still Counting“ und „John Diva“.

shz.de von
09. Juli 2018, 06:09 Uhr

Eckernförde | 4000 Besucher hatte Saskia Spinler, Mitglied des Organisationsteams, für die Neuauflage vom „Rock am Strand“ eigentlich erwartet, die Wetterprognose hierfür stand ja gut. Der am Morgen noch recht frische Wind hatte sich gegen Nachmittag gelegt, das Wolkenband hatte sich verzogen, Sonne schien – bestes Festivalwetter also. Tatsächlich sind aber, so Spinler, nur 2500 Tickets über den Tisch gegangen. Am Wetter kann es nicht gelegen haben, am Line-Up der Bands auch nicht, wohl eher an dem WM- Spiel Brasilien gegen Belgien. „Dass weniger Publikum gekommen ist als im Vorfeld erwartet, liegt sicherlich nur am Fußball“, ist sich Spinler sicher.

Die geringere Besucherzahl tat der entspannten Rock-Festival-Atmosphäre am Eckernförder Südstrand jedoch überhaupt keinen Abbruch. Zwischen den Auftritten der Coverbands des Line-Ups – darunter „Still Counting. A Tribute to Volbeat“ und „John Diva and the Rockets of Love“, die dem Publikum während des Festivalfinales kräftig einheizten – tummelten sich die Rock–Enthusiasten aller Couleur auf dem weiträumigen Festivalgelände direkt am Ostseestrand. Ob Metalhead, waschecht in viel Schwarz mit passendem Logo-T-Shirt gekleidet, oder unaufgeregter Fan – zwischen den einzelnen Acts nutzten viele das breite gastronomische Angebot auf dem Festivalgelände, saßen in Grüppchen zusammen, genossen bei einem kühlen Blonden die Stimmung und das gute Wetter. Wie auch Rainer (54) und Ulrike (55) Hansberger aus dem Frankfurter Raum. Als Urlauber in der Eckernförder Region erlebten sie im vergangenen Jahr die Rocknacht bei verregneten Temperaturen und waren begeistert. In diesem Jahr sind sie vor allem wegen der „Volbeat“-Coverband gekommen. Unter anderem war das Bay-City-Rollers-Cover „I Only Wanna Be With You“ ihres dänischen Vorbildes zu hören. Das war ganz nach dem Geschmack des Paares, das skandinavischen Hardrock liebt. Mit viel Rauch und kurz flackernden Flammensäulen eröffnete die Coverband „Still Counting“ das Rock-am-Strand-Festival. Ihnen folgte die absolut legendäre „Kiss“ Coverband „Kiss Forever Band“. Auf der Veranstalterseite waren originalgetreue Kostüme, pyrotechnische Einlagen mit Feuerspucken und ein Repertoire angekündigt, das 80 Songs der US-amerikanischen Hardrock- Band umfasst. Daniel Spinler, Festival-Veranstalter, hatte nicht zu viel versprochen. Auf der Bühnenplattform mit dem 14 Meter hohen Zeltdach hatte man das Gefühl „back in the 70ies“ gebeamt zu werden. „Das ist eine richtige Zeitreise, die echt Spaß bringt“, erzählt Manfred Hansen (56) aus Holtsee. „Kiss“ zählte früher zu seinen absoluten Lieblingsbands. „Meine Mutter hatte immer Sorge, dass ich mir eines Tages auch lange Haare wachsen lasse und mein Gesicht weiß schminke“, berichtet er. Es ist ganz anders gekommen, Hansen hat sein Gesicht niemals in die berühmte „Kiss“-Maske, „The Starchild“ von Sänger Paul Stanley, verwandelt, aber die Liebe zu den bombastischen Hits wie „Let me go, Rock’n Roll“ und „I stole your love“ ist geblieben. „Die Jungs heute Abend spielen großartig“.

Zum Finale stürmten John Diva und seine Jungs die Bühne und öffneten die Rockbüchse der Welthitpandora. „Sweet child of mine“ von „Guns and Roses“ oder auch „You give love a bad name“ von Jon Bon Jovi performten sie in musikalischer und ästhetischer Vollendung: sexy Leggins, lange Haare und verspiegelte Pilotenbrillen gehören zum Bühnenoutfit der Jungs, die schon mehrfach in Wacken aufgetreten sind. Authentischer und glamouröser – in bester 80er-Jahre-Manier – konnten die Festivalbesucher den Rockabend am Strand nicht beschließen.




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