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Eckernförder Zeitung

23. September 2017 | 13:16 Uhr

Abschiedsschmerz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 07.Apr.2014 | 13:25 Uhr

Und wieder muss ich Abschied nehmen. Abschied von einem Zuhause, das endlich mein letztes sein sollte. Es hat nicht geklappt, erneut breche ich auf. Die sich immer mehr verschlechternde Wohnsituation, die häufiger werdenden Fahrten nach Eckernförde und die geringen Außenkontakte ließen mich auf Wohnungssuche gehen.
Mitte Mai ziehe ich von Angeln nach Schwansen. Es hat ein wenig gedauert, aber ich fand eine schöne, barrierefreie und vor allem bezahlbare Wohnung in einem kleinen Dorf. Muss mich von keinem Möbelstück verabschieden, auch meine Hündin kann mit. Einkäufe sind problemlos zu Fuß möglich, ein etwas größerer Ort - nicht mal 1 km von meinem zukünftigen Wohnort entfernt – bietet alles an Einkaufsmöglichkeiten. Bis Eckernförde sind es nur knapp 20 Autominuten und auch Freunde und Bekannte wohnen nicht mehr so weit weg. Die Gegend kenne ich seit fast 40 Jahren, sie faszinierte und begeisterte mich schon damals. Die Ostsee ist sehr nah – weite, lange Spaziergänge und Radtouren sind also gesichert. Irgendwie ist es, als schließe sich der Kreis.

Ich freue mich. Und bin doch wehmütig. Schon jetzt fällt mir der Abschied von meiner gewohnten Gegend schwer. Nie zuvor scheine ich dermaßen intensiv den Geruch des Waldes und der Wiesen, das Gezwitscher der Vögel und das Kreischen der Möwen bemerkt zu haben. Die Stille am Morgen, sonst so beglückend, macht mich sentimental, die Schlei scheint mir zuzuwispern „schade“. Eindringlicher denn je schaue ich mir jeden Busch, jeden Strauch, jeden Grashalm, jeden Baum an. Ich weiß, dass meine Entscheidung, weg zu gehen, richtig ist, trotzdem quält mich die Frage, ob es denn jetzt wohl der letzte Umzug sein wird, ich endlich ein Zuhause gefunden habe, in dem ich bleiben kann? So oft habe ich schon gehofft, ja, war ich sicher, das „für-immer-Zuhause“ gefunden zu haben und packte eines Tages doch wieder.

Wäre ich Regisseur und würde einen Film drehen, dann hieße es jetzt Klappe, die Szene ist im Kasten! Aber… na ja, Sie wissen schon, nicht?




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