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Eckernförder Zeitung

18. Dezember 2017 | 18:03 Uhr

Abschied von Katze Tarabas

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 05.Feb.2014 | 19:38 Uhr

Mein altes Katerchen lag in meinen Armen und war ganz ruhig; die Euthanasiespritze begann zu wirken. Ich streichelte sein zerzaustes Fell und flüsterte: „Hab‘ keine Angst, mein Liebling. Du gehst nun in den Katzenhimmel. Da hast du keine Schmerzen mehr, und es geht dir gut.“

Mein alter Kater schnurrte leise und ergab sich in sein Schicksal. Tarabas war tot. Ich wickelte ihn in den mitgebrachten Kissenbezug mit einem Katzenmotiv. „Leb‘ wohl, mein Katerchen“ sagte ich leise. „Du hast mir in all den Jahren nur Freude bereitet.“

Tarabas wurde vor 16 Jahren in einem Pferdestall geboren. Etliche Kätzchen jeden Alters sprangen im Stall umher, alles rotgestromte Kater. Eigentlich wollte ich keine dritte Katze. Eigentlich begleiteten mein Sohn und ich nur eine gute Bekannte, die sich eine Katze aussuchen wollte. Eigentlich waren mir zwei Tiere genug. Eigentlich! Ich hätte es wissen müssen.

Das Katzenelend in diesem Pferdestall berührte mich. Mein Sohn hielt ein rotes Kätzchen auf dem Arm. Der kleine Kerl blieb ruhig sitzen, machte keine Anstalten, hinunterzuspringen. Er kuschelte sich in die Arme meines Sohnes, und schien sich richtig wohl zu fühlen. Dann entdeckte ich, dass das Kätzchen eine ganz verkrustete Nase hatte und ständig nieste. „Ach du meine Güte, der hat ja beginnenden Katzenschnupfen!“ Ich war entsetzt.

„Dann müssen wir ihn sofort mitnehmen“, bestimmte mein Sohn. Katzenschnupfen ist für viele kleine Kätzchen ein absolutes Todesurteil. Kaum ein Tier, das diese schlimme Krankheit überlebt. „Wir müssen ihn einfach mitnehmen und ihm das Leben retten. Bitte, Mama!“

Das rotgestromte Katerchen bekam den Namen des Zauberers aus der Fernsehserie „Prinzessin Fantaghirö“ – Tarabas. Und er überlebte den gefährlichen Katzenschnupfen, wurde 16 Jahre alt. Zurück blieben nur eine Lecknase und eine Zahnfleischentzündung. Aber damit konnten wir alle leben.

Seinen letzten Sommer 2013 verbrachte er auf unserem Balkon und ließ sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Oftmals schaute ich nach ihm bei der extremen Hitze. Dann legte er sich in den Schatten unter der Bank. Katzen sind sehr vernünftig, im Gegensatz zu den Menschen.

Dann begann der Tumor in seinem linken Auge zu wachsen. Er wurde schwächer, und musste immer häufiger erbrechen. Doch sein eiserner Wille hielt ihn noch eine Weile am Leben. Und die Liebe zu meiner Glückskatze, einer Tricolore. Oft lagen die beiden aneinandergeschmiegt im Sessel. Und immer hat er seine Liebste hingebungsvoll geputzt.

Doch am Totensonntag begann das Auge zu bluten, und er bekam Fieber. Da wusste ich, dass der Abschied nahte. „Leb wohl Tarabas. Ich werde dich nie vergessen.“

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