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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 23:07 Uhr

Altenholz : Abschied mit Sorgen

vom

Altenholz Bürgervorsteher Dr. Volker Clauß tritt zur Kommunalwahl nicht wieder an.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 07:39 Uhr

Altenholz | "Es hat mir Spaß gemacht, und das tut es auch noch", sagt Dr. Volker Clauß. Dennoch signalisiere ihm sein Verstand, dass jetzt der Zeitpunkt ist, um sich aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen. Drei Legislaturperioden war er für die CDU in der Gemeindevertretung aktiv, zehn Jahre übte er das Amt des Bürgervorsteher aus, in dessen Funktion er voraussichtlich am Wahlsonntag beim Spargelfest auf Gut Friedrichshof zum letzten Mal in Erscheinung treten wird.

Er war Mitglied der Jungen Union und trat bereits 1974 in die CDU ein. "Politik war für mich immer wichtig", sagt Clauß, der als Mitarbeiter der Staatskanzlei unter Barschel und Stoltenberg "eine dynamische Zeit" erlebte. Ein politisches Amt zu übernehmen - darauf brachte ihn jedoch erst Jahre später die CDU-Landtagsabgeordnete Sylvia Eisenberg, die wie Clauß in Altenholz wohnt. 1998 trat er das erste Mal an und wurde prompt stellvertretender Bürgervorsteher - die SPD hatte damals die Mehrheit. 2003 wechselten die Mehrheitsverhältnisse, und Clauß übernahm das Amt des Bürgervorstehers. Der Zeitpunkt lag günstig: 2004 ist er pensioniert worden und hatte zuvor die Fühler nach einer sinnvollen Beschäftigung ausgestreckt, die er darin fand. "Es ist mir immer gut ergangen. So konnte ich etwas an die Gemeinschaft zurückgeben", sagt der 74-Jährige rückblickend.

Auf lokaler Ebene zählten der Ausbau des Schulzentrums und der Kinderbetreuung zu seinen Schwerpunkten. Zuletzt war es der Hospizverein Dänischer Wohld, für den er sich stark machte. "Ich freue mich, wie er jetzt Fuß gefasst hat", erklärt Clauß. Sein Engagement hörte jedoch nicht an der Gemeindegrenze auf. Er war Vorstandsmitglied des Gemeindetages und Mitglied der Bewertungskommission im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" (ehemals "Unser Dorf soll schöner werden"), der ihn durch das Land führte. Beide Tätigkeiten hätten den Horizont erweitert und ihm viel Freude bereitet, so Clauß. Mit dem Wirtschaft-, Tourismus- und Kulturverband Dänischer Wohld bereitete er den Weg für die Aktiv-Region. Er war Sprecher der Lenkungsgruppe und vertrat das Hügelland am Ostseestrand 2008 als vorbildliches Beispiel auf der Grünen Woche in Berlin. "Heute läuft es hervorragend, und das erfüllt mich mit Stolz", verrät der Altenholzer, der bedauert, eines nicht erreicht zu haben: den Bau einer Multifunktionshalle für die Gemeinden im Wohld. "Mit dieser Idee waren wir unserer Zeit voraus. Aber ich bin sicher, irgendwann wird diese Halle kommen", ist Clauß überzeugt.

Ihm war es immer ein Anliegen herauszustellen, welchen Einfluss die Kommunalpolitik auf ihre Gemeinde hat, und bei den Bürgern dafür zu werben, sich einzubringen. Aber das politische Ehrenamt habe nicht den Stellenwert, den es haben sollte, stellt Clauß fest. "Einer Partei anzugehören ist kein Imagegewinn. Das macht mir Sorgen, auch für die Zukunft." Daran etwas zu ändern, liegt nun an seinen Nachfolgern. Er selbst wird sich künftig verstärkt um seine acht Enkel im Alter zwischen drei und zehn Jahren kümmern und als Gasthörer Vorlesungen in Geschichte und Politik an der Universität Kiel hören - "das hat mich schon immer interessiert", sagt Clauß.

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