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Trauer um Günter Siebert : Abschied in aller Stille von Schalke-Ikone

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ex-Präsident Günter Siebert ist am vergangenen Freitag in einer Eckernförder Pflegeeinrichtung verstorben. Siebert lebte dort seit dreieinhalb Jahren. Seine Tochter hatte ihn nach Eckernförde geholt.

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erstellt am 20.Jun.2017 | 06:27 Uhr

Eckernförde | „Wo wohnt Günter Siebert?“, rief der langjährige Präsident des FC Schalke 04 den Mitgliedern gerne zu, wenn es mal wieder kochte im Club. Im Chor hieß es dann: „Im Herzen aller Schalker!“ Die Mitglieder schworen auf Günter Siebert, der einst mit 61 Treffern in 118 Spielen der Oberliga West Rekordtorschütze und Stürmer in der letzten Schalker Meisterelf 1958 war. Drei Mal führte er die Königsblauen in den Jahren zwischen 1967 und 1988 als Präsident und prägte den Revierclub wie kein zweiter. Am vergangenen Freitag ist er im Alter von 86 Jahren verstorben – nicht in Gelsenkirchen, wo ihn jeder kennt, sondern in Eckernförde. Tochter Gabriele Ossowski, die mit einem Marinesoldaten verheiratet ist und seit 38 Jahren im Norden wohnt, hatte ihn vor dreieinhalb Jahren in die Pflegeeinrichtung St. Martin geholt, in der sie damals selbst arbeitete.

Auf Wunsch von Günter Siebert finden die Trauerfeier und die Beisetzung im engsten Familienkreis statt, wann und wo, wird nicht bekanntgegeben. „Mein Vater möchte kein großes Aufsehen, und wir halten uns daran“, sagt seine Tochter, die in Barkelsby lebt. Auch Schalker Fußball-Prominenz, Präsidiumsmitglieder und ehemalige Spieler wie Klaus Fischer, Klaus Fichtel, die Kremers-Zwillinge oder Norbert Nigbur werden nicht anwesend sein.

Gleichwohl erinnert der FC Schalke auf seiner Internetseite an die großen Erfolge und Verdienste des Verstorbenen. Siebert habe nicht nur fußballerisch, sondern auch geschäftlich und rhetorisch Akzente gesetzt und als Talentsucher mit „Diamantenauge“ spätere Nationalspieler wie Klaus Fischer, Rolf Rüssmann oder Erwin Kremers entdeckt und in den Pott geholt. Die Mannschaft wurde 1972 Vizemeister und Pokalsieger und hatte eine große Zukunft vor sich, bis der Bundesliga-Bestechungsskandal, in den auch Spieler des FC Schalke verstrickt waren, vieles zunichte machte. Günter Siebert, der wegen seiner familiären Bindung und in Anspielung an die Comicserie „Oskar, der Familienvater“ aus den 1950-er Jahren auch „Oskar“ genannt wurde, amtierte auch nach dem Bundesliga-Skandal noch zwei Mal als Präsident, bevor er sich auf Gran Canaria mit „Oskars Pub“ eine neue Existenz aufbaute. „Siebert war bis zuletzt Mitglied des königsblauen Ehrenpräsidiums. Der FC Schalke 04 wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren und ihn auf der Mitgliederversammlung am 25. Juni noch einmal würdigen“, teilte der Revierclub mit.

Tochter Gabriele Ossowski ist dankbar, ihren Vater zuletzt so nah bei sich gehabt zu haben. „Er hat sich in St. Martin sehr wohl gefühlt“, sagte sie unserer Zeitung. Nach dreieinhalb Jahren Pflege und Betreuung sei ihr Vater friedlich eingeschlafen.

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