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Weichenstellung beim ESV : Abschied für „Mister ESV“: Medler hinterlässt große Lücke

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

ESV-Ikone Manfred Medler gibt Verantwortung am Saisonende ab – derzeit kein Nachfolger in Sicht. Der Fußballklub plant den Bau eines Kunstrasenplatzes und will groß investieren.

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erstellt am 21.Mär.2016 | 06:07 Uhr

Zeitenwende beim Eckernförder Sportverein. ESV-Ikone Manfred Medler beendet seine Karriere als ESV-Verantwortlicher und gibt seine beiden Ämter als 1. Vorsitzender und Technischer Leiter am Saisonende ab. Das verkündete er am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung im „Abseits“. „Mister ESV“ , wie der inzwischen 71-Jährige wegen seiner außergewöhnlichen fußballerischen Fähigkeit und seines enormen ehrenamtlichen Engagements für seinen Verein auch genannt wird, tritt damit nach 42 Jahren als Spieler und Vorstandsmitglied zurück ins Glied.

Die Folgen sind beträchtlich: Noch gibt es keine Nachfolger – Stand heute steht der ESV ohne Vorsitzenden und Technischen Leiter da. Das ist angesichts der prekären sportlichen Situation – die Liga kämpft in der Verbandsliga um den Klassenerhalt – und der großen Investitionspläne – es soll auf dem B-Platz unter anderem ein Kunstrasenplatz gebaut werden – besonders schmerzlich, wie der Kassen- und Jugendwart in Doppelfunktion, Bernd Klöser, anmerkte. Er appellierte an alle ESVer, sich der Verantwortung für den Verein bewusst zu werden und an potentielle Kandidaten, den Schritt in die erste Reihe zu vollziehen. „Wir brauchen jeden Mann. Wir können nur weiter bestehen, wenn alle Posten besetzt sind“, so Klöser.

528 Mitglieder, 21 Mannschaften, davon 17 Jugendteams mit über 250 jugendlichen Fußballern (darunter zehn Mädchen und zehn Flüchtlinge) – die Bilanz beim ESV kann sich sehen lassen und zeigt, dass die Jugendabteilung das Reservoir Nr. 1 für den Seniorenbereich sind. Um die Liga steht es derzeit allerdings trotz des gestrigen 4:0-Heimsiegs gegen Comet Kiel nicht zum Besten, so dass Manfred Medler eindringlich an alle Vereinsmitglieder appellierte, die Mannschaft von Trainer Stefan Mackeprang zu unterstützten „und nicht in Frage zu stellen“. Vom Team forderte er im Gegenzug, „bis zum Umfallen zu kämpfen“. Die Verbandsliga müsse erhalten bleiben, damit die Jugendlichen eine sportliche Perspektive haben und die Sponsoren, Förderer und Werbepartner den ESV weiterhin unterstützen. Ihnen dankte Medler besonders. Besonders hob er die Spende von 25  000 Euro von Peter Neumann, Baugrunduntersuchungen, hervor, der dem ESV einen Siebensitzer finanzierte, um zu Auswärtsspielen zu fahren und auswärtige Spieler zum Trainings- und Spielbetrieb abzuholen. Ein weiterer Kleinbus soll mit Hilfe von Werbepartnern angeschafft werden.

Beim ESV stehen gewaltige Investitionen bevor, nachdem im Vorfeld eine wichtige Weichenstellung vollzogen wurde: Der Vorstand hatte nach Auskunft Medlers überlegt, die vereinseigene, 36 Hektar große Sportanlage inmitten eines Wohngebiet wegen anhaltender Anwohnerbeschwerden als Bauland zu verkaufen und an einem anderen Standort neu anzufangen. Dagegen habe die Stadt ihr Veto eingelegt. „Das war etwas überraschend, das haben wir so nicht erwartet“, sagte Medler. Mit dieser Entscheidung im Rücken und der Ausweichmöglichkeit Fritz-Reuter-Platz mit neuer Flutlichtanlage ab Herbst will der Club am Bystedtredder investieren. Und zwar kräftig: 524  000 Euro sollen trotz der hohen Belastung durch Straßenausbaubeiträge in Höhe von 93  000 Euro für den Bystedtredder locker gemacht werden, mehr als die Hälfte für einen neuen, 96 x 67 Meter großen Kunstrasenplatz in Wettkampfgröße auf dem B-Platz, um die winterliche Trainungsmisere zu beenden. Es sollen auch zwei neue Kabinen und ein Damen-WC gebaut und diverse Neuanschaffungen getätigt werden. Allerdings: Zwei Drittel der Gesamtinvestitionssumme soll über Fördermittel und Zuschüsse eingenommen werden, erst dann ist auch der ESV bereit und in der Lage, selbst 175  000 Euro auf dem Kreditmarkt aufzunehmen. „Sonst ist das Projekt nicht durchführbar“, sagte Medler. Da sich gegen diesen Vorschlag kein Widerspruch erhob, wird so verfahren. Die Beiträge sollen deswegen aber nicht erhöht werden.

Nachdem Bernd Klöser über die vielen Erfolge im zum Teil hochklassigen Jugendfußball berichtete und Karlheinz „Kuddel“ Willprecht seinen letzten Kassenbericht vertrug, standen die Wahlen im Blickpunkt. Willprechts Nachfolger ist Matthias Jeß, neuer Sportlicher Leiter Sven Thimian. Die Posten des Vorsitzenden und des Technischen Leiters bleiben unbesetzt.

Die Goldene Ehrennadel für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten Stefan Lahann sowie in Abwesenheit Janina Gerlach, Werner und Edgar Haß und Uwe Wintjen. Eine besondere Ehrung wurde Uwe Mohr zuteil, der dem ESV seit 50 Jahren angehört.

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