Umrüstung : Abschalten für einen Neustart

Die neue Kuppel wird gegenüber dem Vorgängermodell deutlich schrumpfen.
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Die neue Kuppel wird gegenüber dem Vorgängermodell deutlich schrumpfen.

Die Radarstellung in Brekendorf wird umgerüstet. Die analoge und jahrzehntealte Technik wird modernisiert.

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12. Juni 2014, 08:00 Uhr

Die Kuppeln (Radome) der Radarstation auf dem Lehnsberg bei Brekendorf prägten über Jahrzehnte das Landschaftsbild der Hüttener Berge. Nach zahlreichen Umstrukturierungen ist bis zuletzt eine Kuppel geblieben, doch auch diese ist jetzt im Zuge der der jüngsten Modernisierung abgebaut worden. Am 12. Mai wurde die Radarstation für eine umfangreiche Umrüstung abgeschaltet. Zeitgleich werden die Überwachungsaufgaben durch die verbliebenen Radargerätestellungen wahrgenommen.

Die Bundeswehr modernisiert nach und nach die eigene Luftraumverteidigung mit Langstreckenradaren vom Typ Ground Master GM 406F. Bundesweit werden sechs veraltete Medium-Power-Radar-Systeme ausgetauscht werden. Eines davon in Brekendorf. In Auenhausen (Kreis Höxter) ging im Juli 2013 die erste Anlage in Betrieb. Weitere Systeme sind auf einer Nord-Süd-Achse in Visselhövede in Niedersachsen, Erndtebrück in Nordrhein-Westfalen, Lauda-Königshofen in Baden-Württemberg und Freising in Bayern installiert. Die komplette Umrüstung soll 2015 abgeschlossen sein. Die Radome der neuen GM 406F haben einen Durchmesser von circa zwölf Metern. Rund 100 Millionen Euro investiert die Bundeswehr in dieses Projekt. So soll die deutsche Luftraumüberwachung von der Nordsee bis zu den Alpen verbessert werden.

„Die alten analogen Systeme sind rund 40 Jahre alt“, sagt Leutnant und Projektoffizier René Budde. Das neue digitale Großraumradar erfasst wie sein Vorgängermodell einen Radius von 450 Kilometer. „Und das bei geringerer Sendeleistung“, betont Budde. Am Auftrag des vom Mutterhaus in Erndtebrück bei Siegen „abgesetzten Technischen Zuges 245“, den Luftraum über der Bundesrepublik Deutschland zu überwachen, ändere sich nichts.

Die aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) bestehende Kuppel wurde bereits von einer Spezialfirma abgebaut, zurückgeblieben ist die Antenne, die heute entfernt werden soll. Etwa eine Woche würden diese Arbeiten dauern. „Die Antenne wird im Luftwaffen-Museum ist Berlin-Gatow wieder aufgebaut“, sagt Stabsfeldwebel Thomas Wietz. Dort könne sie dann besichtigt werden. Den Ausbau der Technik übernimmt die Truppe selbst.

Ende September soll mit der Einrüstung der neuen Anlage begonnen werden, nach einer Testphase solle diese dann im Frühjahr 2015 an den Start gehen. „Alle Radartechniker werden dafür umgeschult“, erläutert Leutnant Budde.

Derzeit sind in der Radarstation neun zivile Mitarbeiter und 28 Soldaten beschäftigt. „Die Zahl wird sich reduzieren“, so Budde. Um seinen Job fürchten müsse aber niemand. Die Verträge von Zeit- und Berufssoldaten würden im laufe der nächsten Jahre auslaufen, Neueinstellungen seien dann nicht mehr vorgesehen.

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