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Eckernförder Zeitung

18. Dezember 2017 | 12:32 Uhr

GWU : Abriss und Neubau im Eichborn

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das GWU will drei Wohnhäuser im Eichborn abreißen lassen und die Fläche neu bebauen. Für die Umgebung hat das Wohnungsunternehmen keine weiteren Pläne.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2015 | 06:06 Uhr

Eckernförde | Das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen Eckernförde (GWU) plant, drei Häuser im Eichborn abzureißen und die Fläche neu zu bebauen. Das teilte der Geschäftsführer Dr. Stephan Seliger auf Anfrage der Eckernförder Zeitung mit. Dabei handelt es sich um das Haus an der Ecke Domstag/ Eichborn und zwei weitere Häuser in der anschließenden Nachbarschaft im Eichborn. „Wir befinden uns im laufenden Prozess“, so Seliger, der deshalb noch keine Auskünfte über die genaue Ausgestaltung der Nachbebauung geben wollte. Er betont, dass das GWU nicht, wie in der Pressemitteilung des Altstadtvereins dargestellt (siehe EZ vom 26. September), Grundstücke in dem Bereich gekauft habe. Auch seien die angrenzenden Häuser im Domstag nicht betroffen. „Die gehören uns gar nicht mehr.“

Als letzte Mieter sind Petra und Uwe Nagel betroffen, die seit 15 Jahren in einer Doppelhaushälfte im Eichborn 7 leben. „Uns wurde das Haus zum Kauf angeboten“, sagt Petra Nagel. Ein vom GWU beauftragter Gutachter habe dem in den 30er-Jahren gebauten Haus einen guten Zustand ausgestellt, das Ehepaar wollte kaufen. Doch weil die Erbpacht des Bundes auf dem Grundstück in 23 Jahren ausläuft, habe keine Bank einen Kredit vergeben wollen. „Etwas später bekamen wir die Kündigung.“ Das Gebäude müsse wegen des „überalterten baulichen Zustandes“ und der „mangelhaften Bausubstanz“ abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, heißt es darin. Bis Ende April 2016 muss das Ehepaar die 90 Quadratmeter umfassende Doppelhaushälfte verlassen. Mit dem Abriss des Gebäudes soll unmittelbar nach Freiwerden des Hauses begonnen werden, anschließend soll der Neubau errichtet werden. Die Nachbarn des Ehepaars in den GWU-Häusern nebenan waren schon vorher ausgezogen, ihre Wohnungen sind nicht neu vermietet worden.

„Das passt nicht zusammen“, sagt das Ehepaar. „Erst ist das Haus in einem guten Zustand, dann muss es abgerissen werden.“ Stephan Seliger erklärt: „Das Haus ist dem Kaufpreis entsprechend, wie wir es angeboten haben, in einem guten Zustand. Wir haben viele Häuser relativ günstig veräußert, weil es bei allen einen Instandhaltungsstau gibt. Von daher ist der Preis günstig gewesen, und wenn jemand handwerklich begabt ist und viel Fleiß und Arbeit ’reinsteckt, dann kann er das auch wieder herrichten. Das Haus entspricht aber nicht einem guten bautechnischen Zustand, so wie man es im Allgemeinen verstehen würde.“

Für eine Aussage, wie die neuen Häuser aussehen werden, sei es noch zu früh. Nur so viel: „Wir haben das Konzept im Gestaltungsbeirat vorgestellt, und es wurde sehr lobend positiv bewertet, dass es ins Quartier ’reinpasst.“ Gerüchten, nach denen auch die Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite abgerissen werden sollen, erteilt Stephan Seliger eine Absage. „Da gibt es noch nicht einmal irgendwelche Überlegungen.“

Das Ehepaar Nagel bedauert seinen bevorstehenden Auszug sehr: „Wir wären gern hier geblieben.“ Die Miete war günstig, ihre Wohnung in einem guten Zustand. Das GWU hat angeboten, bei der Suche nach einer neuen Wohnung behilflich zu sein. „Aber das, was uns bisher angeboten wurde, gefiel uns nicht.“

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