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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 05:23 Uhr

Kappeln : Abkürzen ist künftig verboten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Ausschuss beschließt Einbahnstraßenregelung für Prinzen- und Süderstraße. dadurch erhofft sich die Polizei weniger Unfälle.

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2013 | 05:10 Uhr

Eine völlig verstopfte Prinzenstraße, Autos, die auf dem Bürgersteig weiterfahren, gefährdete Radfahrer und Fußgänger, erhöhter Lärmpegel – das sind Faktoren, die zusammengenommen ausreichten, um den Ausschuss für Umwelt und Verkehr davon zu überzeugen, aus der Prinzenstraße eine Einbahnstraße zu machen.

Schon im März 2011 hatte es einen Vorstoß zur Verkehrsberuhigung in der Prinzenstraße gegeben. Dieser Vorschlag fand im Verkehrsausschuss jedoch keine Mehrheit, weil gleich mehrere Straßen zu Einbahnstraßen geworden wären und dies eine umfangreiche Neubeschilderung zur Folge gehabt hätte. Auch eine andere Variante, nämlich lediglich Prinzen- und Süderstraße zu Einbahnstraßen zu machen, die stadteinwärts nicht zu befahren gewesen wären, war im August 2011 im Ausschuss gescheitert. Nun gab es eine neuerliche Initiative zur Verkehrsberuhigung in diesem Bereich. Den Anstoß dazu hatte Knut Grieger, bürgerliches Ausschussmitglied für die SPD und Anwohner der Prinzenstraße, gegeben. Nach seinen Beobachtungen hat der Verkehr in der Prinzenstraße, nachdem der Dehnthof vor einigen Jahren in eine Einbahnstraße umgewandelt worden war, deutlich zugenommen. „Viele nutzen die Prinzenstraße als Abkürzung, um von der Wassermühlenstraße über die Gericht- und Feldstraße zurück zur Bundesstraße zu gelangen“, erklärte Grieger. Auf diese Weise können Autofahrer die Ampelanlagen auf der B 199 und B 203 umgehen. Was das für Folgen hat, belegte er anhand einiger Fotos. Und die zeugten tatsächlich nicht nur von einem erhöhten Verkehrsaufkommen, sondern vor allem von einer erheblichen Enge, die in der Straße herrscht, und Ausweichmanövern auf den Fußweg, da eine Straßenseite grundsätzlich von parkenden Autos beansprucht wird. Bereits jetzt haben die Anwohner nach Griegers Worten Schäden sowohl auf den Bürgersteigen als auch an ihren Häusern festgestellt.

Als Lösungsvorschlag präsentierte Grieger die Idee, die Prinzenstraße vom Kreuzungspunkt mit der Süderstraße in Richtung Gerichtstraße bis zu ihrem Ende als Einbahnstraße auszuweisen. Gleiches wünschte er sich für die Süderstraße vom gleichen Kreuzungspunkt bis zur Ecke Mühlenstraße, da sich sonst eventuell das derzeitige Problem der Prinzenstraße in die Mühlenstraße verlagere. In der Konsequenz bedeute diese Änderung, dass Autos wie gewohnt in die Innenstadt hineinfahren können, auf dem Weg hinaus jedoch die Schleswiger und Flensburger Straße nutzen müssten. Christian Lutter, Leiter des Kappelner Polizeireviers, bestätigte Griegers Schilderungen. Neben der Entlastung für die Prinzenstraße, die die neue Regelung ermöglichen soll, nannte der Revierleiter noch einen anderen Vorteil. Demnach hat die Polizei an der Kreuzung Feldstraße / B 203 einen „absoluten Unfallschwerpunkt“ innerhalb des Kreisgebietes ausgemacht. Im Jahr 2012 ist es dort nach Lutters Angaben zu sieben Unfällen gekommen. Die angesprochene Einbahnstraßenregelung könne auch an dieser Stelle für Entspannung sorgen. Lutter: „Wir würden die Situation zwar nicht komplett entschärfen, aber wir hätten wesentlich weniger Verkehr aus der Feldstraße in Richtung B 203.“

Gerade den Umstand, dass der Verkehrsfluss in die Innenstadt davon unberührt bliebe, begrüßte Stadtvertreter Rainer Moll (SPD). Für den Ausschussvorsitzenden Michael-Sven Schattka (B 90/Grüne) müsse eine Änderung herbeigeführt werden, „auch wenn wir die 100 Prozent perfekte Lösung wahrscheinlich nicht finden werden“. Einstimmig fiel schließlich das Votum für die beiden Einbahnstraßen aus. Die Verwaltung wird den erforderlichen Antrag bei der Straßenverkehrsbehörde des Kreises stellen. Im Zuge der Umwandlung soll zudem das Halteverbot in der Prinzenstraße aufgehoben und aus dem Halteverbot in der Süderstraße ein eingeschränktes Halteverbot werden.

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