Kooperation : Abi-Platz auch für Gemeinschaftsschüler

Auch die Schüler der Grund- und Gemeinschaftsschule Eckernfördes oll ein Schulplatz in einem Beruflichen Gymnasium garantiert werden
Auch die Schüler der Grund- und Gemeinschaftsschule Eckernfördes oll ein Schulplatz in einem Beruflichen Gymnasium garantiert werden

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde und die Berufsbildungszentren schaffen rechtssicheren Übergang

shz.de von
03. Januar 2015, 18:44 Uhr

Der Kreis will mehr Schülern von Gemeinschaftsschulen das Abitur ermöglichen. Dazu hat der Kreistag eine Kooperationen zwischen den Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe und den beiden Berufsbildungszentren (BBZ) in Rendsburg-Eckernförde beschlossen. Das gemeinsame Ziel lautet nun: Jedem Schüler soll ein Schulplatz in einem Beruflichen Gymnasium garantiert werden. Kooperationen zwischen den Schulen sind nicht neu, doch bislang gab es noch keinen rechtssicheren Übergang von der Gemeinschaftsschule ohne Oberstufe zum Berufsbildungszentrum, bestätigt Marco Röschmann, Fachgruppenleiter für Schule und Kultur bei der Kreisverwaltung. Wenn alle acht Gemeinschaftsschulen im Kreis die Verträge über die Zusammenarbeit unterzeichnen, hat jeder Schüler einen Anspruch auf einen Schulplatz beim BBZ Rendsburg-Eckernförde oder beim BBZ am Nord-Ostsee-Kanal.

Hintergrund des Beschlusses ist das neue Schulgesetz, das die Zusammenarbeit der Gemeinschaftsschulen ohne gymnasialen Zweig mit den anderen Schulen ermöglicht. Das Ziel ist laut Vorlage für den Kreistag der gleichwertige Weg zum Abitur „auch an solchen Gemeinschaftsschulen, die aufgrund ihrer Größe keine eigene Oberstufe erhalten können“. Das eröffne die Möglichkeit, auch auf dem Land „ein durchlässiges Bildungsangebot vorzuhalten“. Auf diese Weise können jüngere Schüler zunächst in der Nähe ihres Wohnortes zur Schule gehen. Damit sie die gleichen Chancen haben wie diejenigen, die von Beginn an eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe besuchen, werde nun der Rechtsanspruch geschaffen.

Voraussetzung dafür: Im Abschlusszeugnis der Sekundarstufe I darf keine Note schlechter als „befriedigend“ sein. Diese Bedingung zur Aufnahme im Beruflichen Gymnasium ist gerade erst verschärft worden. Zudem haben die Schüler keinen Anspruch auf eine bestimmte Fachrichtung. Derzeit bietet das Berufsbildungszentrum Rendsburg-Eckernförde sieben verschiedene Bildungsgänge im Beruflichen Gymnasium an: Gesundheit, Elektrotechnik, Informationstechnik, Metalltechnik/Maschinenbau, Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre. Am BBZ am Nord-Ostsee-Kanal gibt es zudem das Berufliche Gymnasium Erneuerbare Energien. Marco Röschmann weist jedoch darauf hin, dass der Anspruch auf Aufnahme nicht eine bestimmte Fachrichtung umfasst. Wenn ein Schüler das Berufliche Gymnasium Erneuerbare Energien besuchen möchte, dessen Kapazitäten aber erschöpft sind, muss er mit einer anderen Fachrichtung Vorlieb nehmen.

Die BBZ-Schulleitungen sehen derzeit kein Risiko, dass durch die Kooperationsvereinbarungen Raumnot oder ein Mangel an Lehrern entstehen könnte. Es sei in der Oberstufe nicht von mehr Schülern als bisher auszugehen, da durch die neu geschaffenen Oberstufen bei den Gemeinschaftsschulen in Büdelsdorf, Nortorf und Bordesholm zusätzliche Angebote geschaffen wurden. Laut Erlass des Ministeriums für Schule und Berufsbildung ist den Berufsbildungszentren nicht erlaubt, weitere Vollzeitklassen einzurichten.

Über die Garantie auf einen Schulplatz hinaus umfassen die Vereinbarungen noch weitere Ziele. Unter anderem können interessierte Gemeinschaftsschüler am Unterricht im BBZ teilnehmen. Zudem sollen gemeinsame Projekte auf dem Lehrplan stehen. Auch der Austausch von Lehrern soll praktiziert werden. Darüber hinaus wollen die Schulen den Übergang für die Schüler erleichtern, indem die Unterrichtsinhalte im Wahlpflichtbereich aufeinander abgestimmt werden. 

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