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Windeby : Abgelehnt – Kater darf nicht ins Tierheim

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein Ehepaar füttert einen offenbar besitzerlosen Kater aus Mitleid. Doch mit den eigenen Tieren verträgt er sich nicht. Ins Tierheim dürfen sie ihn aber nicht bringen.

Das Ehepaar Danziger aus Windeby erhebt Vorwürfe gegen das Ordnungsamt Schlei-Ostsee sowie gegen das Tierheim Weidefeld. Im Umgang mit einem Kater, der seit mehreren Wochen bei ihnen am Haus herumstreunt und zum Fressen sogar in die Küche kommt, fühlen sie sich nicht richtig verstanden und allein gelassen. Sie wollten den Kater ins Tierheim bringen, doch das wurde abgelehnt.

Seit nun fast drei Monaten schleicht der fremde Kater regelmäßig über das geöffnete Fenster ins Haus auf den Küchentisch und bedient sich am Katzenfutter. Am Anfang dachten Beata und Bernhard Danziger noch, dass nur ihr eigener Kater Kajtek zum Futter nach Hause kam. Da das Tier immer sehr schnell verschwand, konnten sie nicht sehen, dass dieser Kater viel mehr schwarzes Fell im Gesicht hatte, als ihr eigener Liebling. Vor einem Monat entlarvten sie den Futterdieb und Doppelgänger. „Wir dachten, es wäre ein Streuner und haben überall gefragt, ob jemand seinen Kater vermisst“, erzählte Beata Danziger. Doch Fehlanzeige, niemand schien den schwarz-weißen Kater zu kennen. Auch das Internet durchforstete die gebürtige Polin. Nichts.

Da das Ehepaar selber im Besitz von zwei Katern ist, konnten sie dem Tier das Futter kaum verwehren, denn auch die eigenen Hauskatzen kommen durchs Fenster zum Fressen rein. Wenn es mal geschlossen war, saß der Eindringling jammernd davor, erzählte die Frau. „Wir haben ihn dann natürlich mitgefüttert. Wir sind ja tierlieb.“

Doch genau das soll ihr Fehler gewesen sein, meint René Kinza, Abteilungsleiter für Ordnung und Soziales im Amt Schlei Ostsee. „Katzen streunen nun mal und wenn man anfängt, sie zu füttern und das dann auch noch über mehrere Wochen hinweg, macht man sich das Tier im gewissen Sinne zu eigen“, sagte er auf Nachfrage der EZ. Es sei klar, dass das Tier dann nicht mehr weggehe.

Doch behalten kann das Ehepaar das Tier nicht. Sie haben selber zwei Kater und die vertragen sich mit dem Fremdling überhaupt nicht. Also haben sie ihn vor einigen Tagen eingefangen, um ihn ins Tierheim Weidefeld zu bringen. Doch dort habe man keine Zeit gehabt, sich um uns zu kümmern, erzählt Bernhard Danziger. „Wir wurden einfach wieder weggeschickt, sollten mittags wiederkommen. Aber so lange konnte ich ihn ja nicht im kleinen Käfig gefangen halten“, sagt er. Beim Anruf im Tierheim erfuhren sie dann, dass sie dort den Kater ohnehin nicht so einfach annehmen könnten. Dass das Tierheim Fundtiere nicht ohne Zustimmung des Amts annehme dürfe, bestätigte die Leiterin des Tierheims Sabine Hegemann gegenüber der EZ. „Fundtiere laufen immer über das Ordnungsamt, das muss schließlich rechtlich abgesichert sein“, sagte sie.

Doch das Amt stimmte nicht zu, da es den Kater nicht als Fundtier einstuft. „Ich habe gebettelt, ob sie nicht mal eine Ausnahme machen können“, doch eine Ausnahme gab es nicht. Bei erneuten Nachfragen soll dem Ehepaar von einem Amtsmitarbeiter gestern vorgeschlagen worden sein, 100 Kilometer wegzufahren und das Tier einfach auszusetzen, erzählte Beata Danziger gestern. „Eine absolute Frechheit“, wie sie findet. Wie es jetzt mit dem Tier weitergehen soll, das weiß das Ehepaar nicht. „Ich habe auch Angst um meinen kleinen Kater, er hat ihn ja schon mal angegriffen.“

René Kinza rät dagegen, Katzen, die auf einmal am Haus erscheinen, nicht zu füttern. Meistens seien es keine Fundtiere, sondern nur Streuner. Nach ein paar Tagen gehen sie dann oft wieder nach Hause, so Kinza, der dieses Verhalten von seinem eigenen Haustier nur zu gut kenne. Das Amt sei nur für Fundtiere zuständig, betonte er und Katzen seien in sehr seltenen Fällen tatsächlich verloren gegangen. Man könne nicht jedes Tier gleich ins Tierheim bringen. Die Besitzer wundern sich dann, wo ihr Tier steckt. Im Tierheim schauen sie dann nur selten nach, meist denken sie, es sei überfahren worden, so Kinza.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 27.Sep.2013 | 06:51 Uhr

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