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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 17:28 Uhr

Privatschule : ABC-Schützen mit Forscherdrang

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Infotag an der geplanten privaten Grundschule Louisenlund / Designierte Schulleiterin Christina Birkner stellt Eltern das Schulkonzept vor

von
erstellt am 28.Apr.2015 | 06:50 Uhr

Mit Beginn des neuen Schuljahres eröffnet die Internatsstiftung auf dem Hof eine private Halbtagsgrundschule – vorausgesetzt das Ministerium genehmigt das Konzept der Stiftung (wir berichteten). „Wir rechnen im Mai mit der Zusage“, sagte Christina Birkner gegenüber unserer Zeitung. Die bisherigen Signale aus Kiel seien aber sehr positiv. Christina Birkner soll ab 1. August die Leitung der Grundschule übernehmen und die Erstklässler unterrichten. Gemeinsam mit Internatsleiter Dr. Peter Rösner hat sie das Konzept entwickelt. Durch die Grundschule erhielten die Schüler eine lückenlose Bildungsbiografie auf dem Bildungscampus Louisenlund – von der ersten Klasse bis zum Abitur. Bislang konnten Schüler erst ab der fünften Klasse das Internat besuchen und ihren Abschluss machen.

Auf einem ersten Infotag stellte Birkner rund 20 interessierten Müttern und Vätern das vor, was die Grundschule von anderen Einrichtungen unterscheidet. Da ist vor allem die Klassengröße, die viele Eltern überzeugt. Maximal 18 Schüler sollen von 8 bis 12 Uhr unterrichtet werden. Mindestens zwölf sollen es zum Start sein.

Im Anschluss an den Unterricht können verschiedene Angebote genutzt werden, die individuell gebucht werden können. Neben den Arbeitsgemeinschaften, den Gilden, gebe es nachmittags eine Lern- und Talentförderung sowie Sport.

Finanziert wird das neue Bildungsangebot durch die Elternbeiträge. Zuschüsse vom Land fließen entsprechend dem Schulgesetz erst zwei Jahre nach der Gründung. Erst dann bekommt die Ersatzschule gut drei Viertel der Kosten erstattet, die ein Schüler auf einer staatlichen Schule verursacht. Der Rest muss über Elternbeiträge und Spenden finanziert werden.

170 Euro lässt sich die Stiftung den Unterricht von 8 bis 12 Uhr pro Monat kosten. Wer mehr will, zahlt mehr. Über die Kosten für Gilden, Betreuung, Mittagessen und Abendessen informiert eine Preisliste. Wer das Gesamtpaket wählt, zahlt letztlich rund 1100 Euro. Ein Shuttleservice wird die Schüler jeden morgen an drei Sammelpunkten in Eckernförde, Rendsburg und Schleswig abholen. Eine flexible Eingangsstufe wird es geben und statt Noten Lernentwicklungszeugnisse. „Wir sind absolut vergleichbar mit anderen Schulen“, betonte die Pädagogin. Inklusion könne aber noch nicht umgesetzt werden. Dafür sei es zu früh, so Dr. Rösner auf EZ-Nachfrage.

„Wir wollen die Kinder in allen Bereichen fördern“, sagte Birkner auf dem Infotag. Den Schwerpunkt bilden aber die so genannten MINT-Fächer, Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Dabei setzt die Schule auf das forschende und entdeckende Lernen gemäß dem pädagogischen Ansatz der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, dem Kooperationspartner Louisenlunds. Rund 70 Prozent aller Kindertagesstätten hätten sich bereits diesem Konzept angeschlossen, in der Grundschule werde dieses aber bislang nicht fortgesetzt. Die Grundschule Louisenlund hätte damit also Modellschulcharakter. „Schüler sollen Phänomene wahrnehmen, beobachten und ihre Neugier ausleben“, erläuterte Birkner. „Wir wollen den Grundschulsachunterricht besser machen“, sagt auch Internatsleiter Rösner. Mit der Infrastruktur auf dem Hof, den Fachräumen und dem „Haus der kleinen Forscher“ habe man die besten Voraussetzungen dafür. Davon sollen auch Schüler anderer Schulen profitieren, erhofft sich Rösner. Ähnlich wie beim Stützpunkttraining im Sport konnten Schüler mit besonderem Forscherdrang und Begabung an Angeboten der Stiftung teilhaben.

Die ersten Anmeldungen für die Grundschule liegen schon vor. Den Ausschlag gibt letztlich ein Aufnahmegespräch mit Kind und Eltern und der Schulleitung.

Im Schulverband wird die Entwicklung im Internat durchaus mit Sorge beobachtet. „Wir sind immer knapp an der Grenze zur Zweizügigkeit“, sagt Regina Jansen, Schulleiterin in Fleckeby. 31 Anmeldungen lägen ihr für das kommende Schuljahr vor. Das würde gerade noch zwei Klassen ermöglichen. „Wir werden weiterhin die Schule attraktiv gestalten“, so Jansen. Sie setze auch weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit mit Louisenlund. Diese habe sich auch darin gezeigt, dass man rechtzeitig von der Stiftung über die Pläne in Kenntnis gesetzt wurde.

Die Wettbewerbssituation der Schulen ist für Fleckebys Bürgermeisterin Ursula Schwarzer (SPD) nichts Neues. „Unsere Schule ist aber gut aufgestellt", sagte sie auf Nachfrage der EZ. Die Nähe zum Internat sieht sie vielmehr als Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Schulen. Gerade bei den Gilden und der Nachmittagsbetreuung könne es eine enge Zusammenarbeit geben. In einer Kooperation zwischen Fleckeby und Louisenlund sieht auch Schulverbandsvorsteher Peter Thordsen (CDU) eine Chance. Dem pflichtet Peter Rösner bei, der eine Zusammenarbeit mit den Schulen im Umland anstrebt. Gerade im Bereich der Lehrerfortbildung. „Wir können der Region viel zurückgeben“, ist er sicher.

 

>Weitere Infotage zur Grundschule sind am 8. und 29. Mai sowie am 5. Juni, jeweils von 16 bis 18 Uhr.







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