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Oktoberfest in Eckernförde : A‘ Mordsgaudi auf Norddeutsch

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Knapp 3000 Besucher beim Eckernförder Oktoberfestwochenende auf Carlshöhe . Dirndl und Lederhose waren Trumpf

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Wunderschöne Trachten, Volksmusik, auf den Tischen tanzen und dazu deftiges Essen – dafür ist es bekannt, das Münchner Oktoberfest. Ein Publikumsmagnet, das seinesgleichen sucht. Wirklich? Auch die Norddeutschen können bayrisch und zwar richtig. Dies bewiesen sie einmal mehr beim 5. Eckernförder Oktoberfest am Wochenende.

Noch vor dem Original fand die Oktobersause am Freitag und Sonnabend im Festzelt hinter dem Showpalast statt. Dieses Mal aufgrund der großen Nachfrage der letzten Jahre sogar in erweiterter Form. Anstelle von 1000 Quadratmetern standen den Feierlustigen nun gut 1200 Quadratmeter zur Verfügung. Geschmückt mit Bierzeltgarnituren, Jägerzäunen und viel blau-weißer Deko vermittelte die Location eine typisch bayrische Wohlfühl-Atmosphäre.

Angefangen hatte damals alles auf nur 600 Quadratmetern und als Teil des Stadtwerkejubiläums. Mittlerweile hat die Weltey GmbH die Veranstaltung übernommen und wird tatkräftig von der Firma Behn aus Eckernförde sowie vielen regionalen Sponsoren unterstützt.

Eine weitere Optimierung: Die Bühne wurde mittig platziert. „So sind alle mitten im Geschehen“, begründete Veranstalter Dirk Remien. Wie sich zeigte eine gute Entscheidung. Die Feierwütigen tobten und füllten die die Tanzfläche. Wer es nicht nach vorne schaffte, tanzte einfach auf den Tischen oder nutzte den noch verbliebenen Platz auf den Gängen. Alles in einem kultivierten Rahmen trotz des hohen Getränkeaufgebotes. Über Literzahlen wollte man nicht reden, verwies jedoch auf einen Kühlauflieger. „Stress gibt es bei uns kaum“, so Remien, dessen Aussage ein Securitymitarbeiter bestätigte. „Viele Gäste sind Wiederholungstäter“, erklärte Björn Gallenkamp von der Firma Behn und reckte Mittel- und Zeigefinger in die Luft. Dies sei nicht etwa das Peace-Zeichen, sondern das offzielle Oktoberfest-Symbol. „In der Stadt heißt das, ich war beide Tage da.“ Schätzungsweise feierte jeder dritte Besucher vom Sonnabend bereits am Freitag mit DJ Helly Achleitner.

Das Eckernförder Oktoberfest hat Tradition und ist weit über die Grenzen Norddeutschlands bekannt. Selbst aus Berlin, München und Bamberg reisten Gäste an. Besonders erfreulich und schön anzusehen: Über 80 Prozent der Besucher kamen in typischen Trachten. „Selbst die Eckernförder Geschäftswelt hat sich darauf eingelassen und verkauft nun traditionelle Kleidung in der Stadt“, so Remien.

Ebenfalls bayrisch eingestellt hatte sich der Koseler Hof. Viola Wismer und Frank Spacks Team waren für die Versorgung der Feierwütigen zuständig. Nach nur zwei Stunden war der Klassiker Schweinshaxe komplett ausverkauft. Es blieben noch Wildschwein, jede Menge Brezeln, Leberkäs und Rostbratwürstchen für den kleinen Hunger zwischendurch.

Ein unumstrittener Höhepunkt stellten „Die Ganoven“ dar. Die fünfköpfige Band war aus dem schönen Drachselried in Bayern angereist, um in Eckernförde die Dielen beben zu lassen. „Das ist der Mercedes unter den Oktoberfestbands“, erklärte Dirk Remien. Heute noch in Eckernförde, morgen schon auf dem Weg nach München. „Die Ganoven“ sind echte Profis und wurden ihrem Ruf mehr als gerecht. Stundenlang spielten sie ohne Pause und brachten die Massen mühelos zum Tanzen. Hits wie „Das Rote Pferd“ durften im Repertoire genauso wenig fehlen wie „Cowboy und Indianer“ und „Polonäse Blankenese“.

Die Lautstärke im Zelt ließ viele Kommentare untergehen, doch die durchweg fröhlichen Gesichter und hochgestreckten Daumen der Gäste sprachen für sich.
Franziska Kann feierte auch schon auf dem Münchner Original. „Eckernförde ist viel familiärer, man trifft alte Freunde wieder.“ Auch Rosi Siemoneit war begeistert: „Hier ist eine super Stimmung, das bringt richtig Laune.“ Björn Gallenkamp ergänzte: „Selbst ein aus Bayern stammender Servicemitarbeiter wunderte sich, wie lange hier im Norden gefeiert wird. Wir dürfen bis 2 Uhr und wir haben bis 2 Uhr.“

Kein Wunder also, dass die Eckernförder Oktobersause im nächsten Jahr in die nächste Runde gehen wird. „Wir sind dran“, versprach Dirk Remien. Wichtig: rechtzeitig Karten organisieren. „Am Montag war alles ausverkauft, nicht einmal für die Abendkasse waren Tickets übrig.“

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