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LaLeLu : A-cappella Lebensberatung fürs Eckernförder Publikum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Singende Comedy-Truppe „LaLeLu“ sorgt mit ihrer umwerfenden Show für Lachsalven in der Stadthalle

„Lack, Leder und Luder“? Oder dann doch eher „Lauter l(ä)chelnde Lurche“? Was der Quartettname „LaLeLu“ nun exakt bedeutet ließen die vier Künstler der Gruppe offen. Fakt aber ist: Mit ihrem Programm „Pech im Unglück“ begeisterten sie am Sonnabend die Zuschauer in der Stadthalle.

Es ist nicht nur schwierig, ihren Namen richtig zu interpretieren, sondern auch eine Definition zu finden für das, was LaLeLu in ihrer zweieinhalbstündigen Show darboten. War es ein Konzert? War es Comedy? War es eine indirekte Gesprächstherapie? Oder war es vielleicht von allem etwas? Sie selber bezeichneten ihr Programm als „a-cappella Lebensberatung“ und stiegen so direkt in den Abend ein. „Sie sind alle hier, weil sie etwas an ihrem Leben ändern wollen“, davon ging Frank Valet einfach mal aus. In der ersten Reihe seine Patienten: Claudia und Christoph. Ein Paar aus der Region. „Was machen Sie in unserer Lebensberatung?“, Frank hielt dem verdutzten Christoph das Mikro vor den Mund. Der hatte jedoch selber keine Ahnung. Sie hatte die Karten gekauft, er wollte an diesem Abend lieber zu Hause putzen. Diese Vorlage nutzte Frank Valet für eine erste musikalische Einlage. Gekonnt baute er Claudia und Christophs Sätze in seinen Therapiegesang ein.

Im Laufe des Abends durfte jeder mal ran. Alle vier Künstler von LaLeLu überzeugten nicht nur im Zusammenspiel, sondern auch in ihren Einzelvorstellungen. Jan Melzer, studierter Saxophonist, berichtete über seine Pferdephobie, die ihn nicht davor bewahrt, an dem von seiner Frau geplanten vierwöchigen Reiturlaub teilzunehmen – jedes Jahr aufs Neue. Später interpretierte er Enrique Iglesias „Hero“ auf eine neue Art und Weise und versetzte den spanischen Schmusesänger in die grausame Welt des deutschen Verkehrswesens. Eine großartige Darbietung. Sanna Nyman ist nicht nur gebürtige Finnin, sondern auch ein echter Hingucker auf der Bühne. Unter anderem zeigte sie als „finnische Heulboje“ ihr gesangliches Können, indem sie ein Lied über das ihr zugedachte, so ganz ungerechte Leben in den höchsten Tönen darbot.

Für großes Gelächter sorgte sie wenig später zusammen mit Tobias Hanf als „Bernie der Burner“. In Trainingshose und mit Poser-Sonnenbrille ausgestattet bot er das Bild eines typischen Machos. Etwas überraschend, jedoch zur Freude der weiblichen Zuschauer, wurde er der Schlabberhose wenig später von Sanna entledigt. Zum Vorschein kam ein handelsüblicher blauer Elefanten-String. Die Menge kreischte. Tobias Hanf hat jedoch mehr zu bieten als nur nackte Haut. In seiner Darstellung eines Gesprächskreises aus Reiner Calmund, Angela Merkel, Udo Lindenberg und vielen weiteren Prominenten, zeigte er sein beeindruckendes Talent, Stimmen zu imitieren.

LaLeLu, das sind nicht nur vier Einzeltalente, die alle mit einer großen Stimme aufwarten. Die Darsteller überzeugen mit einer überdurchschnittlichen Bühnenpräsenz, einer großen Portion Charme und niveauvoller Unterhaltung. Ihre a-cappella Gesänge lassen vergessen, dass hier keine Instrumente zum Einsatz kommen, sondern allein die Stimme genutzt wird. Die äußerst gelungene Kombination aus Gesang, Comedy und Parodie ließ kein Auge trocken bleiben. Standing Ovations, nicht abebbender Applaus und lautes Getrampel ließen das Quartett für mehrere Zugaben zurück auf die Bühne treten, bevor sie sich endgültig verabschiedeten.

Wer die Lebensberatung á la LaLeLu verpasst hat, kann sich freuen: In einem Jahr, am 11. März 2016 sind sie zurück in Eckernförde.




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