zur Navigation springen

Hilfe für die feldlerche : 90 „Fenster“ im Weizen für die Feldlerche

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Feldlerche wird immer seltener. Vor allem die intensivierte Landwirtschaft führte nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) seit den 1970er-Jahren trotz weiter Verbreitung zu einem dramatischen Bestandsrückgang von bis zu 90 Prozent. Die ehemals häufige Vogelart steht inzwischen auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands.

Der Bünsdorfer Landwirt Carsten Fedder vom Kartoffelhof Gut Schirnau will etwas für den Schutz des gefährdeten Vogels tun. Er hat in seinen Weizenfeldern etwa 20 Quadratmeter große Lücken gelassen, sogenannte Feldlerchenfenster. „Normalerweise würde die Lerche auf den Fahrspuren im Acker landen und als Bodenbrüter ihr Nest links oder rechts davon im Getreide anlegen“, erklärt Fedder. Da aber auch der Fuchs die Fahrspuren im Getreide nutzt, um Beute zu suchen, werden viele Gelege von ihm gefunden. „Das ist schlecht für den Bruterfolg.“ Weit entfernt von den Fahrspuren hat der Landwirt bei der Aussaat von Winterweizen seine Sämaschine von vier Metern Breite an verschiedenen Stellen angehoben und nach etwa fünf Metern wieder abgesetzt.

So entstanden auf 65 Hektar Weizenfeldern etwa 90 Feldlerchenfenster. „Das sind die Start- und Landebahnen für den Vogel“, sagt Fedder lächelnd. Für seine Projekt hat sich der Landwirt die Unterstützung von Bürgern geholt. Er warb um Spenden. „Ich habe in unsere Kartoffeltüten kleine Karten mit der Bitte, 20 Euro für ein Feldlerchenfenster zu spenden, gelegt. Die Resonanz war gut“, freut sich Fedder. Es fanden sich 45 Spender. Es gebe viele Menschen, die bereit seien, sich im Naturschutz zu engagieren. Diesen rät Fedder, nicht immer nur Auflagen zu fordern oder auf EU-Richtlinien zu warten, sondern lieber auf örtlicher Ebene selbst aktiv zu werden.

Und der Bünsdorfer Landwirt hat schon weitere Ideen. Als kleines Öko-Projekt könnte er sich vorstellen, am Rande seiner Felder Blühstreifen für Bienen und andere Insekten anzulegen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen