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Blauer Himmel und Besucherandrang : 9. Bauernmarkt setzt neue Maßstäbe

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

25 000 Gäste strömten in den Owschlager Ortsteil Norby. Auf dem Bauernmarkt boten 200 Ausstellern ihre Waren an. Es gab viele Vorführungen, Live-Auftritt und Präsentationen der vielfältigsten Art.

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erstellt am 17.Aug.2015 | 06:56 Uhr

Owschlag | „Das toppt einfach alles. Das ist der Wahnsinn”, freut sich Günther Haak, Organisator des 9. Norbyer Bauernmarktes. Das Wetter perfekt und mindestens 25  000 Besucher – das setzt neue Maßstäbe.

Pünktlich um 10 Uhr läutete Peter Küpper mit seiner historischen Schiffglocke den 9. Norbyer Bauernmarkt ein. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Norby, Hans-Jürgen Scheer, begrüßte die Gäste auf Plattdeutsch und freute sich, dass so viele Besucher bereits zur Eröffnungsveranstaltung und dem anschließenden Gottesdienst gekommen waren. Schirmherrin Bürgermeisterin Christiane Ostermeyer zeigte sich erfreut, dass die Regenschirme in diesem Jahr geschlossen bleiben konnten und spielte damit auf den verregneten Bauernmarkt 2013 an. Ihr sei es ein Anliegen, sich bei den zahlreichen Organisatoren zu bedanken, denn so ein großes Volksfest auf die Beine zu stellen, „ist schon eine ordentliche Nummer”. Kreispräsident Lutz Clefsen oblag die angenehme Pflicht, den Bauernmarkt offiziell zu eröffnen. Der plattdeutsche Gottesdienst wurde von Pastor Christian Bingel eingeleitet. „Da ich erst seit kurzem in Owschlag bin und aus dem Ruhrgebiet komme, schnacke ich noch kein Platt”, erklärte der junge Pastor und übergab an den plattdeutsch sprechenden Pastor Eckart Ehlers, der humorvoll und kurzweilig predigte und sich besonders über die musikalische Begleitung durch den Musikzug der Feuerwehr Owschlag freute.

Rund 200 Aussteller präsentierten – verteilt über eine Strecke von gut zwei Kilometern –, ihr abwechslungsreiches Angebot auf Norbys Straßen. Vom Kunsthandwerk bis zum Hobbybastler , von Flohmarktartikeln bis zu gewerblichen Ständen war alles vertreten. Ein umfangreiches kulinarisches Angebot vom geräucherten Fisch bis zum Handbrot aus dem Steinofen, von Waffeln am Stil bis zu selbstgebackenem Kuchen ließen keine Wünsche offen. Für eine kleine Stärkung mit Coffein war Oliver Feußer aus Waabs mit seinem Coffee-Bike vor Ort und bot allerlei Spezialitäten wie zum Beispiel den Schwarzwälder-Kirsch-Latte an.

„Aus ganz Schleswig-Holstein kommen unsere Aussteller”, berichtet Haak. „Ich brauche gar nicht viel Werbung zu machen, die melden sich selber an, weil sie in den vergangenen Jahren hier so gute Erfahrungen gemacht haben”, freut sich der Hauptorganisator. Zum ersten Mal dabei waren die drei Spielleute und Bänkelsänger „Mit voller Spielmannswucht”. Die drei Vollblutmusiker zeigten den Norbyern Dinge, die diese noch nie gesehen hatten, „um eingeschränkte Horizonte schmerzfrei zu erweitern“, wie Ziehharmonikaspieler Christoph Peters humorvoll moderierte. Ebenfalls zum ersten Mal dabei war der Falknerbetrieb von Helga Eisenschmidt, die gemeinsam mit ihrem Mann Frieder verschiedene Greifvögel vorstellte, viele Fragen beantwortete und Interessierten die Gelegenheit gab, diese imposanten Tiere einmal selbst zu halten. „Das ist ein unbeschreiblich tolles Gefühl", freut sich Renate Düser über die Erfahrung, einen Wüstenhabicht auf ihrem Arm zu halten. Auch der Steinadler Tschipan, der schon mehrfach bei den Karl-May-Festspielen aufgetreten ist, fühlte sich auf Düsers Arm recht wohl.

Ein weiterer Höhepunkt des Marktes waren die Dreschvorführungen vom Oldtimer Club Norby und Umgebung. Dabei wurden vorbereitete Korngaben mit historischem Gerät zu Korn in Säcken und gebundenen Strohballen verarbeitet. Klaus Baumann präsentierte seine Sammlung an besonderen Blasinstrumenten und lud zum Ausprobieren ein. Mit dabei hatte er unter anderem ein Alphorn, ein Schneckenhorn, ein tibetanisches Tempelhorn sowie ein Wagenlenkerhorn. Viele Spenden für krebskranke Kinder sammelte Jens Lausen auf dem Markt mit seiner Konzertstraßenorgel. Insgesamt habe er bereits 74  000 Euro zusammen und möchte mindestens weitermachen bis er 100  000 Euro geschafft habe, sagt der ambitionierte Leierkastenmann, der von Drehorgelmann Gerd-Uwe Kohn, der beim Spendensammeln unterstützt wurde.

Sehr gut besucht waren auch die vielen Auftritte: Mit dabei die Baltic- Line-Dancers aus Eckernförde, der Männergesangverein Sangeslust, die Jagdhornbläser Schleswiger Geest und Owschlager Birkhähne, die Dansdeel, die Kindertanzgruppe der Siedlergemeinschaft Owschlag sowie das Soundorchester Owschlag. Auch für die Kinder bot dieser Bauernmarkt viel: Quad fahren, auf der Riesenrutsche toben, mit dem Karussell fahren oder dem Kasperletheater zuschauen. Auch das Ponyreiten war sehr beliebt.

Organisator Günter Haak drehte hochzufrieden seine Runden mit dem Fahrrad. Ganz besonders habe ihn die Hilfsbereitschaft vieler Mitwirkender bewegt. Spontan seien zum Beispiel der Kropper und der Owschlager Bauhof eingesprungen, als es Schwierigkeiten bei der Lieferung der Toilettencontainer gegeben hätte. „Ein Anruf am Freitagabend und Samstag stehen sie, obwohl eigentlich dienstfrei, Gewehr bei Fuß und helfen. Das war schon großartig”, lobt Haak den Einsatz.

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