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amtsgericht : 800 Euro Strafe für falschen Handel mit Honig

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der 75-jährige Angeklagte hat unter unhygienischen Umständen Honig abgefüllt und Gläser nicht richtig gekennzeichnet. Auch nach mehrmaligen Kontrollen und Handelsverboten verkaufte er die Ware weiter.

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erstellt am 04.Feb.2014 | 06:21 Uhr

„Ich wollte doch nur meine Rente ein bisschen aufbessern“, beteuert ein 75-Jähriger immer wieder vor dem Richter und der Staatsanwaltschaft im Eckernförder Landgericht. Doch die Art und Weise, wie er Geld verdient hat, stieß bei den Juristen und Zeugen nicht auf Wohlwollen – im Gegenteil. Dem Rentner wird vorgeworfen, zugekauften Honig unter unhygienischen Zuständen abgefüllt und die Gläser mit seinem Etikett versehen zu haben – obwohl er nicht selbst produzierte. Mit diesem Honig soll er regelmäßig auf dem Eckernförder Wochenmarkt gestanden und ihn den Kunden angeboten haben.

Bis Ende November 2012 ging alles gut. Doch dann verständigten Anwohner des Mehrfamilienhauses laut einer Zeugin die Lebensmittelaufsicht, da der Angeklagte seinen Honig in verdreckten Kellerräumen umfüllte. Nach einer eingehenden Kontrolle des Zustandes forderten die Ordnungsmitarbeiter die Reinigung der Räumlichkeiten und die Entsorgung des vorhandenen Honigs. Bei zwei Nachkontrollen hätten die Mitarbeiter keine Veränderung festgestellt. Die Kübel, in denen sich der Honig befand, seien immer noch schmutzig gewesen, in einem habe sogar eine Bürste mit Schimmelpilz gelegen. Auch die Herdplatten, mit denen der Honig erhitzt wurde, hätten gereinigt werden müssen und „auf dem Boden ist man festgeklebt“. Die Zeugen waren sich einig, dass dieser umgefüllte Honig für Kunden unverzehrbar ist. Der Angeklagte bestritt zunächst die Vorwürfe, gestand dann aber ein, dass die Räume an einigen Stellen nicht ganz sauber gewesen seien.

Neben dem „ekligen Zustand in den Kellerräumen“ beanstandeten die Ordnungsmitarbeiter auch die Täuschung der Kunden durch falsche Etiketten auf den Gläsern. Laut einer Zeugin habe es im Keller und in der Wohnung des Angeklagten keine Hinweise auf eine eigene Produktion gegeben. Woher der Honig stammt, könne bis auf einen Fall nicht zurückverfolgt werden. Bis zu 400 Kilogramm hätten die Ordnungsmitarbeiter im Keller gefunden. Dies sei rechtswidrig, denn man dürfe nur die Menge zukaufen, die selbst produziert wird. Durch ein Ordnungsverfahren habe man ihm sofort das Handeln mit Honig untersagt, doch der Angeklagte habe nicht damit aufgehört. Aus diesem Grund sei der Honig im Wert von 1700 Euro entsorgt worden. Immer wieder erzürnte sich der Angeklagte.

Im April des vergangenen Jahres habe einer der Zeugen den 75-Jährigen auf dem Parkplatz eines Supermarktes mit mehreren Gläsern Honig im Kofferraum seines Autos erwischt. Ob diese verkauft wurden, konnte dieser jedoch während der Verhandlung nicht sagen. Im November 2013 sei er jedoch erneut beim Honigverkauf gesehen worden.

Am Ende wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt, die er in Monatsraten abzahlen kann. Außerdem dürfe er unter den aktuellen Umständen keinen Honig mehr verkaufen, denn sonst würde die Strafe laut dem Richter nicht mehr so milde ausfallen.

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