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Knoop und Klausdorf : 80 Jahre Dienst für die Gemeinde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Feuerwehr Altenholz begeht Jubiläum mit Festball am 1. November / Kartenvorverkauf läuft

von
erstellt am 17.Okt.2014 | 14:00 Uhr

Altenholz | 86 Frauen und Männer führen heute in Knoop und Klausdorf fort, was 16 Bürger vor 80 Jahren begonnen hatten: Sie leisten freiwilligen Dienst in den beiden Ortswehren und erfüllen den Leitspruch „retten-löschen-bergen-schützen“ mit Leben – 24 Stunden rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Mit einem Festball soll das Jubiläum mit den Einwohnern gefeiert werden.

Gemeindewehrführer Uwe Claußen und sein Stellvertreter Dirk Schröder hoffen, dass viele Gäste kommen werden, um auch Gespräche mit den Einsatzkräften zu führen. Dabei denken beide an einen interessanten Austausch, gar nicht unbedingt an Mitgliedergewinnung. Denn mit 58 Mitgliedern in Klausdorf und 28 in Knoop seien die Ortswehren gut aufgestellt, sagt Claußen. Dazu kommen noch zehn Zweitmitglieder – Feuerwehrleute, die in Altenholz arbeiten und an ihrem Wohnort außerhalb der Gemeinde Dienst in einer Wehr leisten. „Das hilft gerade tagsüber ganz ordentlich“, hebt Claußen hervor. Die Jugendabteilung unter Leitung von Mathias Brumme und Georg Gramke sorgt zudem für Nachrücker in die Aktive Wehr. „Die beiden machen nicht nur Übungsabende, sondern auch gemeinsame Aktivitäten darüber hinaus. Das ist gute Jugendarbeit“, lobt Claußen (60), der 2003 auf Drängen seines Sohnes in die Wehr eintrat. Fundiertes Fachwissen brachte er mit: Claußen war bei der Berufsfeuerwehr in Kiel. 2007 wurde er Wehrführer in Klausdorf (heute Marcus Baum), 2009 auch der Gemeindewehr. Sein Stellvertreter Dirk Schröder ist „bestimmt schon 22 Jahre“ bei der Feuerwehr. Beim Trampen nach Kiel lernte er ein Mitglied kennen, das ihn beharrlich für das Ehrenamt warb. Bereut hat der 47-Jährige seinen Beitritt nicht: „Es gefällt mir. Der Zusammenhalt, die Vielfalt der Leute, die man hier trifft, und die Möglichkeit, anderen zu helfen.“

Mit dem Fuhrpark sind die beiden „relativ zufrieden“. Das ein oder andere in der Ausrüstung müsse erneuert werden. So zum Beispiel der Einsatzleitwagen. Der vorhandene ist bereits 20 Jahre alt. Im Zuge der Umrüstung auf Digitalfunk soll er ersetzt werden – ihn noch für die neue Technik umzubauen, würde ein Drittel der Kosten einer Neuanschaffung bedeuten, macht Schröder deutlich. Auch das Fahrzeug für den Katastrophenschutz, ein Magirus Deutz Baujahr 1964, haben die Einsatzkräfte auf ihrer Agenda. Die Technik sei veraltet, längere Fahrten kaum zumutbar, berichtet Schröder, der sich mit dem Wagen im vergangenen Jahr zur Hochwasserhilfe nach Sachsen-Anhalt begab. Die Fahrt von zwölf Stunden für einen Weg sind ein Erlebnis, das er nicht noch einmal braucht. Ausgeschlossen ist das jedoch nicht: Der Wagen ist für den bundesweiten Katastropheneinsatz bestimmt.

Von so einer Technik konnten die Feuerwehrmänner der Anfangsjahre nur träumen. Mit einer Handdruckspritze waren sie zunächst ausgerüstet, die 1938 durch ein Tragkraftspritze (TS 8) ersetzt wurde. Auf das erste Löschfahrzeug mussten die Brandbekämpfer 16 Jahre warten. 1963 wurde ein neues gekauft, mit dem bis 1983 ausgerückt wurde. Mittlerweile gehören zwei Löschgruppenfahrzeuge, ein weiteres für technische Hilfeleistungen, ein Gerätewagen Logistik, ein Mehrzweckfahrzeug und ein Geräteanhänger Gefahrgut zur Ausrüstung der Klausdorfer Einsatzkräfte. Die Kollegen in Knoop warten derzeit auf ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W).

Das Archiv der Brände in der Gemeinde reicht bis 1948 zurück. Nie vergessen wird Schröder das Großfeier im Reitstall auf Gut Projensdorf im August 1992, bei dem elf Pferde in den Flammen zu Tode kamen, und 2012 das Feuer, das das Buschsche Reetdachhaus zerstörte. „Wir haben den ganzen Tag gelöscht vom Vormittag bis in die Abendstunden“, erinnert sich Schröder. Gemeindewehrführer Claußen hat bei der Rückschau noch ein anderes Bild im Kopf: den Heuballenbrand auf dem Reiterhof Dreikronen 2008, bei dem 400 Großballen in Rauch aufgingen.

Für etwaige Einsätze während des Jubiläumsballs am Sonnabend, 1. November, halten sich alle Feuerwehrkollegen einsatzbereit, betont Claußen, hofft aber natürlich, dass es zu keinem Alarm kommt. Karten für den Abend, der um 19.30 Uhr im Gemeindezentrum beginnt, gibt es bei Bücher Petersen in der Stifter Ladenzeile und bei Famila in Klausdorf zum Preis von 20 Euro.

Die Entwicklung der Feuerwehr Altenholz:

 

 

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