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Online-Umfrage : 75 Prozent sind gegen Hotel auf dem Exer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

602 von 807 abgegebenen Stimmen sprechen sich gegen eine Exer-Bebauung aus.

Eckernförde | Unsere Leser haben abgestimmt: „Soll am Exer ein neues Hotel gebaut werden?“, haben wir auf unserer Homepage gefragt, und drei Viertel der Stimmen haben sich dagegen ausgesprochen. Insgesamt 807 Stimmen sind von Mittwochabend bis Freitagmittag eingegangen, davon 192 mit „Ja“ (23,8 Prozent) und 602 mit „Nein“ (74,6 Prozent). Nur 1,6 Prozent (13 Stimmen) äußerten sich mit „Ist mir egal“.

Die Umfrage kann nur als ein erstes grobes Stimmungsbild gewertet werden. Sie war nicht repräsentativ, auch kann ihr nicht entnommen werden, woher die Stimmen kommen – ob ausschließlich von Eckernfördern oder auch von außerhalb. Hinzu kommt, dass naturgemäß die Gegner eines Projekts motivierter sind, ihre Meinung kundzutun als die Befürworter oder gar diejenigen, denen der Ausgang egal ist. Sichergestellt war jedoch, dass von jedem Internetzugang nur eine Stimme abgegeben werden konnte. Ein technisches Problem führte schließlich dazu, dass gestern Vormittag für einige Stunden keine Wahl möglich war. Nach Angaben der Online-Redaktion des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages ist die Abgabe von über 800 Stimmen schon als sehr hoch zu bewerten. Alles in allem zeichnet sich ein Stimmungsbild ab, das sich gegen den Bau eines Hotels auf dem Exer ausspricht.

Warum das so ist, kann nur vermutet werden. In vielen Online-Kommentaren nimmt der Verlust der Parkplätze einen großen Teil ein, obwohl sowohl Politik als auch Verwaltung betonen, dass ein Hotel nur gebaut würde, wenn für einen entsprechenden Ersatz der verloren gehenden Parkplätze in der Innenstadt gesorgt wird. Andere wiederum äußern die Sorge, dass sich Eckernförde zu viele Touristen anlockt, wodurch das gemütliche Flair der Stadt verloren gehen werde.

„Grundsätzlich ist Bürgerbeteiligung wichtig“, sagt Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH. „Sie sollte aber nachvollziehbar sein.“ Er hätte die Umfrage gern später gesehen. „Noch stehen wir ganz am Anfang. Wir haben erst vom Wirtschafts- und Finanzausschuss das Votum, dass man sich generell eine Hotel-Bebauung auf dem Exer wünscht. Das muss die Ratsversammlung am 5. November noch bestätigen.“ Erst dann könne man in weitergehende Gespräche mit dem potenziellen Investor einsteigen und auch die Frage nach einem Parkplatzersatz konkret klären. „Vielleicht würde die Abstimmung anders ausgehen, wenn sich in diesem Fall eine für alle vertretbare Lösung ergibt.“

Letzten Endes ist die Entscheidung über eine Exer-Bebauung eine politische, die von den im Rathaus vertretenen Parteien getroffen werden muss. Borgmann spricht sich für eine klare Entscheidung aus. „Wenn sie negativ ausfallen sollte, halten wir uns auch daran.“

Für den SPD-Fraktionschef Martin Klimach-Dreger ist es noch zu früh, eine endgültige Entscheidung zu treffen. „Keiner hat zu diesem Zeitpunkt eine Vorstellung davon, was am Ende dabei herauskommt“, sagt er und spricht sich dafür aus, das Thema in Ruhe zu besprechen. Ein Hotelbau auf dem Exer stehe bei der SPD im Wahlprogramm. „Dabei haben wir immer gesagt, dass die Parkplätze ersetzt werden müssen.“

Auch für Michael Kornath (CDU) ist es noch zu früh, Nägel mit Köpfen zu machen. Demnächst stehe eine Klausurtagung an, bei der die CDU das Thema eingehend besprechen werde.

Matthias Huber (Bürger-Forum) hat die Umfrage verfolgt. „Der Artikel ist bei Facebook oft geteilt worden und es sind viele Kommentare geschrieben worden. Leider musste ich feststellen, dass viele Leute zwar abgestimmt, aber anscheinend die Artikel vorher nicht gelesen haben. Die Angst vor dem Verlust der Parkplätze spielen eine große Rolle, obwohl immer wieder gesagt und geschrieben wurde, dass ein Hotelbau nur möglich ist, wenn für sie ein Ersatz geschaffen wird.“ Er erinnert an die Informationspflicht der Bürger. „Ich bin dafür, dass den Bürgern das Informationsmaterial leichter zugänglich gemacht werden sollte, aber hinterhertragen können wir es ihnen nicht.“

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erstellt am 24.Okt.2015 | 06:10 Uhr

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