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Landesförderung : 7,8-Millionen-Kredit für Breitband und Klärwerk

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kredite des Landes für Breitbandausbau, Klärwerk Revkuhl, DLRG-Wache, Gemeindetreff und Straßenbau.

von
erstellt am 13.Apr.2017 | 06:12 Uhr

Eckernförde | Mit 7,84 Millionen Euro zinsgünstigen Darlehen (0,5 Prozent über 20 Jahre) fördert das Land Schleswig-Holstein fünf Projekte mit Mitteln aus dem Kommunalen Investitionsfonds (KIF) im Amt Schlei-Ostsee. Innenmister Stefan Studt übergab die Förderbescheide gestern in der Amtsverwaltung an die Bürgermeister der empfangenden Gemeinden und Verbände. „Die Mittel aus dem Fonds helfen, wichtige regionale Infrastrukturprojekte zu realisieren“, sagte der Minister.

Das größte Darlehen nahm Hartmut Keinberger für den Breitbandzweckverband der Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee und Kappeln über 5,302 Millionen Euro in Empfang. „Es gibt keine Alternativen zum Breitbandausbau, das ist die Kommunikation der Zukunft“, stellte Studt fest. Das, was heute an Internetleistung im ländlichen Raum vorhanden sei, das reiche in der Zukunft nicht aus. Insgesamt investiert der Verband rund 38 Millionen Euro, vor allem für Tiefbau, den Firmen aus der Region ausführen. Keinberger gab Studt auf den Weg, dass der Naturpark Schlei und der Verein Schlei-Informations- und Erlebniszentrum (SIEZ) ein Infozentrum errichten möchten. Dort sollen Aspekte und Wissen zur Wirtschaft, des Tourismus und des Naturschutzes für die Schleiregion einem großen Publikum zugänglich gemacht werden. Studt regte an, dass ein Runder Tisch nach der Landtagswahl im Mai denkbar wäre, um die Idee nach vorne zu bringen.

Mit 1,746 Millionen Euro Kredit wird die Ertüchtigung des Klärwerks Revkuhl gefördert. Insgesamt werden dort rund 2,2 Millionen Euro investiert, um die Kapazität der Anlage in einer Schwerpunktregion für den Tourismus zu erweitern, berichtete Christian Schlömer. Er ist Vorsitzender des Entwässerungsausschusses der amtseigenen Kläranlage und Bürgermeister von Brodersby.

Als Bürgermeister nahm Schlömer einen weiteren Förderbescheid über 51  4000 Euro entgegen. Mit dem Betrag wird der Neubau einer DLRG-Wache in Schönhagen mitfinanziert. Nach aktuellen Plänen wird mit Kosten von 890    000 Euro gerechnet. Schlömer bat Studt die Sorgen der Ostseeküstenanlieger nach Kiel mitzunehmen. So seien die örtlichen Wasser- und Bodenverbände bei der Pflege und Unterhaltung der Regionaldeiche überfordert. Hier sei das Land gefordert, mehr für Küstenschutz zu tun und die Ostsee als Gefahr für die Gemeinden und die Menschen wahrzunehmen.

In ein Gemeindehaus soll in Gammelby die „Alte Schule“ umgewidmet werden. Gammelbys Bürgermeisterin Marlies Thoms-Pfeffer erhielt eine Förderzusage über 152  000 Euro. Davon sollen ausschließlich im Erdgeschoss unter anderem Brandschutzmaßnahmen realisiert werden. Sie informierte Studt über die große Sorge der Gemeinde vor einer möglichen Einrichtung einer Bauschuttdeponie im Ort. So soll eine zwischenzeitlich ruhende alte Deponie erneut genutzt werden. Im Rahmen des Scopingverfahrens sei nun die Idee der Findung eines alternativen Standortes für die Deponie beraten worden, berichtete Thoms-Pfeffer. „Details gibt es noch nicht“, so die Bürgermeisterin weiter.

Mit einem zinsgünstigen Darlehn über 127  500 Euro wird die Gemeinde Holzdorf beim Straßenausbau im Ortsteil Seeholz unterstützt. Bürgermeister Dirk Radeck empfand die Förderung als „Belohnung“, dass eine kleine Gemeinde noch Straßenbau betreibe, sagte er. Das ganze Thema Straßenbau und Straßenausbaubeiträge sei auf der kommunalpolitischen Ebene ein nur schwer vermittelbares Vorhaben. Vor allem, wenn ein Anlieger der Straße Neuseeholz über 40  000 Euro zahlen muss. In der Gemeinde mit 33 Straßenkilometern seien viele Straßen nur für 3,5 bis 7 Tonnen belastbar, so Radeck, es beführen sie aber landwirtschaftliche Gespanne von bis zu 60 Tonnen Gewicht. Hier Verursacher von Straßenschäden zu belangen, sei schwer, das könne die Gemeinde nicht leisten, stellte er fest.

Amtsdirektor Gunnar Bock zeigte sich wie Amtsvorsteher Rainer Röhl sehr erfreut, dass die Gemeinden im Amt über zehn Prozent der KIF-Mittel des Jahres 2017 erhalten. Mit Blick auf die Projekte stellte Bock fest, dass damit vor allem auch touristische Infrastruktur in der Region gefördert werde. So mache der Tourismus im Bereich Schwansen rund ein Viertel der Wirtschaftsleistung aus. Damit stehe der Tourismus mit gut 1,4 Millionen Übernachtungen im Jahr in dem Schwerpunktbereich Tourismus in direkter wirtschaftlicher Konkurrenz zur Windkraftplanung des Landes.

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