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Helga und Kurt Schulz : 65 glückliche Jahre: Eiserne Hochzeit im Hause Schulz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Helga und Kurt Schulz feiern heute ein besonderes Ehejubiläum. Harmonie, Genügsamkeit und Zufriedenheit sind ihr Lebensmotto, das sie gut durchs bisherige gemeinsame Leben gebracht hat.

Das Schicksal hat sie zusammengeführt. Den jungen Mann aus Stettin, der als schwer verwundeter Soldat auf Umwegen im Lazarett Carlshöhe landete und später eine Anstellung bei der Kreisverwaltung am Mühlenberg fand, und die junge Frau aus kinderreicher Familie aus der Borbyer Klaus-Groth-Straße, die im Kreishaus in der Abteilung für Spinnstoffe arbeitete. Eines Tages kam der junger Angestellte, der sich um die Versorgung von Flüchtlingen im Kreis Eckernförde zu kümmern hatte, zu ihr, um Nähgarn für das Krankenhaus und Kinderheime zu besorgen. Sie fielen sich nicht gleich um den Hals. „Seine Meinung passte mir erst gar nicht. Er war ja auch so stur“, schildert Helga Schulz, geborene Suhr, ihre ersten Eindrücke vom Auftreten des schneidigen jungen Mannes, der etwas später ihr Mann fürs Leben und gut 20 Jahre später auch Eckernfördes wichtigster Mann werden sollte. Auch wenn es ganz am Anfang vielleicht noch etwas holprig anlief, spürten sie schon bald, dass da mehr war als nur Sympathie. Und es dauerte nicht lange, bis das Eis vollends geschmolzen war und aus heimlicher Schwärmerei Liebe wurde. Weihnachten 1948 war die Verlobung, am 11. Februar 1950 heirateten Helga und Kurt Schulz und führen seither eine bemerkenswerte Ehe, die sich heute zum 65. Mal jährt. Im Kreise ihrer Familie und Freunde feiern der mit zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen bedachte 92-jährige Eckernförder Ehrenbürger und frühere Bürgermeister und seine 87-jährige Frau heute das seltene Ehejubiläum der Eisernen Hochzeit.

Geheiratet wurde vormittags im Standesamt, dem heutigen „Haus“ in der Reeperbahn, Ecke Schulweg. Trauzeugen waren die beiden Väter, Christian Suhr und Friedrich Schulz. Am Nachmittag ging es in die eiskalte Borbyer Kirche zur kirchlichen Trauung. „Wir sollten vier Zentner Koks kaufen, hatten aber kein Geld“, blickt die nach wie vor sehr agile Helga Schulz zurück auf harte, entbehrungsreiche Zeiten vor 65 Jahren. Also wurde es eine frostige Hochzeit, was allerdings nur auf die äußen Umstände zutraf. Und während man vorher noch „schön brav“ getrennt bei den Eltern in der Klaus-Groth-Straße und im Falle von Kurt Schulz im kleinen Turmwärterhäuschen der heutigen Waldorfschule in der Schleswiger Straße wohnte, bezog das junge Paar schon am Tag nach der Hochzeit die erste gemeinsame Wohnung in Mönkeberg. Ohne Trauschein keine Wohnung, so war das damals. Helga Schulz arbeitete inzwischen beim Landesgesundheitsamt in Kiel, der politisch ambitionierte Sozialdemokrat Kurt Schulz war persönlicher Referent des in Eckernförde lebenden Sozialministers Kurt Pohle.

Aus dem Paar sollte schon bald eine Familie werden. Kurz vor der Geburt von Sohn Klaus-Peter im Jahr 1951 stand ein Umzug in eine größere Wohnung in der vierten Etage eines Hauses in der Holtenauer Straße an, die immerhin für zehn Jahre zum neuen Familiensitz wurde. Dort erlebte auch der 1958 geborene jüngere Sohn Matthias seine ersten beiden Jahre, bevor die nun komplette Familie Schulz 1960 zurück nach Eckernförde zog – in die Sehestedter Straße als echte Wohngemeinschaft mit den Eltern und der Großmutter von Ehemann Kurt. 1973 schließlich wurde gleich nebenan das neue, großzügige Eigenheim mit phantastischem Blick auf die Eckernförder Bucht gebaut, den auch viele prominente Politiker von Gerhard Stoltenberg bis Willy Brandt genossen haben.

Und genau dort fühlt sich das glückliche Ehepaar auch heute noch sehr wohl. Die nicht eben geringe Haus- und Gartenarbeit ist nach wie vor Sache der tatkräftigen und stets positiven 87-jährigen Helga Schulz, die früher ihrem beruflich stark engagierten Ehemann über Jahrzehnte hinweg assistierte und den Rücken frei gehalten hatte. Die gemeinsame Zeit allerdings war sehr begrenzt. „Du warst ja keinen Abend zuhause“, sagt Helga Schulz ohne jeden Vorwurf an ihren Mann gewandt. Aber die wenige gemeinsame Zeit, wurde intensiv genutzt, entgegnet Kurt Schulz, der sich in seinem Berufsleben im Landtag (1958-1975) und im Eckernförder Bürgermeisteramt (1969-1987) höchste Anerkennung und bleibende Verdienste erworben hat.

Die viele Arbeit, die vielen schönen Erlebnisse und die vielen Jahren haben sie zusammengeschweißt. Ein böses Wort? Nicht im Hause Schulz. „Wir haben uns immer gut verstanden und harmoniert von Anfang an“, sagt Kurt Schulz. Trotz der knappen Zeit habe man viel zusammen unternommen und dabei „viel Schönes erlebt“. Jetzt im höheren Alter zeigt sich das in einer herzlichen, zugewandten und heiteren Gelassenheit, sehr großer Zufriedenheit und menschlicher Wärme, die sich auch auf andere Menschen überträgt. Ein Rezept für eine gute, glückliche Ehe? Kurzes Überlegen, dann: „Das man zufrieden ist mit dem, was man hat“, sagt Helga Schulz, ihr Mann nickt.

Eckernförde ist für Helga und Kurt Schulz der beste Platz der Welt. Große Reisen in tropische Länder oder einen ausschweifenden Lebensstil haben sie nie gebraucht. Sie sind glücklich in ihrer Heimatstadt, genügsam und bodenständig, genießen das Leben an der Ostsee und den Kontakt zu ihren Söhnen Klaus-Peter, der allerdings auf Lesbos lebt und meist nur per Skype ins Wohnzimmer kommt, und Matthias, der mit seiner Frau Kirstin und Tochter Lena (20) in Borby wohnt. Und auch die Begegnungen mit den vielen lieb gewonnenen Menschen in Eckernförde und im Land sind für Helga und Kurt Schulz so wichtig wie eh und je.

Die Frühaufsteher genießen die gemeinsame Zeit, die Gespräche, das gemeinsame Lachen, die Ruhe und Muße, die sie in ihrem Haus finden. Der heutige Tag und die Feier der Eisernen Hochzeit in der Siegfried-Werft mit ihrer Familie und ihren Freunden wird für Helga und Kurt Schulz unvergesslich bleiben.

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erstellt am 11.Feb.2015 | 06:47 Uhr

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