Wohnraumversorgung in Eckernförde : 600 Wohnungen in fünf Jahren

Das große GWU-Wohnprojekt„Noorblick“ im Lorenz-von-Stein-Ring: Dort sollen rund 100 Wohnungen entstehen.
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Das große GWU-Wohnprojekt„Noorblick“ im Lorenz-von-Stein-Ring: Dort sollen rund 100 Wohnungen entstehen.

Eckernförde lockt Neubürger mit vielen Neubauten für alle Generationen und jeden Geldbeutel. In den nächsten fünf Jahren werden rund 600 neue Wohnungen gebaut.

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13. Juli 2018, 06:12 Uhr

Eckernförde | Die Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum steht in der Prioritätenliste der Politik und Verwaltung ganz oben. Diese zentrale Herausforderung für die nächsten Jahre ist auch Bestandteil der geplanten und zum Teil schon begonnenen Großprojekte Bahnhofsareal (siehe auch unsere gestrige Ausgabe) und Nooröffnung. Im Gespräch mit der Eckernförder Zeitung hat Bürgermeister Jörg Sibbel explizit auf die große Bedeutung des Baus ausreichend vieler und anteilsmäßig auch sozial geförderter Mietwohnungen hingewiesen. Dies sei ein geeignetes Mittel, um zu einer „sozialen Durchmischung“ zu kommen und um weiterhin eine wachsende und offene Stadt sein zu können, „in der jeder willkommen ist, unabhängig vom Geldbeutel und vom Alter“, sagte der Bürgermeister. Eckernförde habe die Herausforderungen erkannt, und die Ratsversammlung habe dazu auch entsprechende Beschlüsse gefasst. Die Gefahr einer „Versyltung“ sieht Sibbel nicht, „aber wir müssen etwas dafür tun, dass es nicht so weit kommen wird.“

Der Verwaltungschef fasste die anstehende Mietwohnungsbau-Offensive zusammen. „Es werden in den nächsten drei bis fünf Jahren rund 600 neue Wohneinheiten entstehen“, sagte Sibbel. Sie verteilen sich wie folgt:

> 100 Wohnungen beim GWU-Projekt „Noorblick“ im Lorenz-von-Stein-Ring;

>130 Wohnungen im „Prinzenpark“ auf dem ehemaligen Lohnert-Gelände in der Prinzenstraße;

>125 Wohnungen an der Nooröffnung,

>90 Wohneinheiten im Bahnhofsareal und

>150 Wohnungen im Baugebiet Schiefkoppel II.

„Das ist ganz erheblich“, so Sibbel. „Wir müssen darauf achten, dass möglichst viele davon öffentlich geförderte Mietwohnungen werden.“

Damit wären Eckernfördes Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Stadtgrenzen bis auf kleinere Lückenbebauungen ausgeschöpft. Um weiter wachsen zu können, müssten Gespräche mit Umlandgemeinden über Eingemeindungen geführt werden, wie es bereits im Falle des Domslandes mit der Gemeinde Goosefeld erfolgreich praktiziert worden ist.

Auch das Thema Ferienwohnungen müsse im Zusammenhang mit der Wohnraumversorgung diskutiert werden, erklärte der Bürgermeister. „Wir müssen das Entstehen von Ferienwohnungen in der Stadt steuern, weil sie auf der einen Seite natürlich dem Tourismus dienen, auf der anderen Seite aber auch sehen, dass der Bevölkerung bei der Umwandlung von bestehendem Wohnraum in Ferienwohnungen Wohnraum entzogen wird.“ Das werde auch ein Thema für die neue, auf 41 Mitglieder angewachsene Ratsversammlung sein. Der Bürgermeister glaubt nicht, dass durch die personell deutlich aufgestockte Ratsversammlung Entscheidungsprozesse wesentlich verlangsamt werden, „weil die entscheidende Arbeit wird in den Fachausschüssen geleistet wird, dort werden die Entscheidungen der Ratsversammlung vorbereitet. Die Fachausschüsse in Eckernförde sind unverändert mit elf Mitgliedern besetzt. Das heißt, wir haben kein Anwachsen der Ausschüsse, dort wo die eigentliche Arbeit gemacht wird. Deswegen habe ich im Moment keine großen Sorgen.“

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