Kirchweihjubiläum : 60 Jahre „Zum Guten Hirten“ in Schinkel

Pastor Dirk Schulz spricht. Hinter ihm der Gute Hirte.
Pastor Dirk Schulz spricht. Hinter ihm der Gute Hirte.

Die Kirche „Zum Guten Hirten“ in Schinkel feierte ihr 60-jähriges Bestehen.

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22. Januar 2020, 17:50 Uhr

Schinkel | Johann und Lisa Gnutzmann waren das erste Brautpaar, das 1960 in der neu gebauten Kirche „Zum Guten Hirten“ in Schinkel vom damaligen Pastor Bremer getraut wurde. Daran erinnerte Pastor Dirk Schulz in seiner Begrüßung zum Kirchweihjubiläum. Bis zum Tod von Ehefrau Lisa im Jahr 1995 führten sie in Schinkel gemeinsam ein Lebensmittelgeschäft.

An seine Kindheit und Jugend kann sich Johann Gnutzmann, der 1937 in Schinkel geboren wurde, noch sehr gut erinnern. Auch seine Schulzeit verbrachte er in Schinkel. Es gab jahrgangsübergreifenden Unterricht – 65 Schüler von der ersten bis zur achten Klasse, in einem Raum, unterrichtet von einem Lehrer. „Später bekamen wir dann noch einen zweiten Lehrer“, erinnert er sich. Heute ist dies nur schwer vorstellbar.

Der Bau der Kirche „Zum Guten Hirten“ war nicht nur für die Kirchengemeinde ein Segen, sondern auch für die Schule. Vor 1960 gab es eine kleine Kapelle in der Schule. „Dort fanden höchstens 40 Leute Platz“, erinnert sich Gnutzmann. „Bei Beerdigungen, wenn dieser Platz nicht ausreichte, wurde das Klassenzimmer geöffnet.“

Nach dem Neubau der Kirche wurde die alte Kapelle in der Schule zum Klassenraum umgewandelt. Das war auch dringend nötig, denn nach dem Krieg hatte sich die Einwohnerzahl von ursprünglich 500 auf 1000 verdoppelt.

Am Sonntag feierten gut 70 Menschen in Schinkel ihr Kirchweihjubiläum mit einem musikalischen Festgottesdienst und einem kleinen Empfang. Pastor Dirk Schulz hielt die Festansprache und Kantorin Julia Uhlenwinkel (Blockflöte und Gesang), Meike Roggenkamp (Violine), Torsten Plaß (Orgel) und Christoph Mohr (Violoncello) sorgten in der gewohnt guten Qualität für die festliche Musik, die auf den Namen der Kirche abgestimmt war. So gelangte etwa „Schafe können sicher weiden, wo ein guter Hirte wacht“ aus der Geburtstagskantate von Johann Sebastian Bach (BWV 208) zur Aufführung.

Die Kirche „Zum Guten Hirten“ in Schinkel – im Volksmund auch Schoopstoll genannt – wurde im Rahmen eines Kapellenbauprogramms der damaligen Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswigs-Holsteins gebaut. „Dieses Bauprogramm war eine kluge Idee der Landeskirche und ein Signal an die Vertriebenen. „Ihr seid nicht von Gott verlassen“, so Pastor Dirk Schulz. Der Name der Kirche meine Jesus Christus als guten Hirten und keineswegs den Pastor, so Schulz. „Nicht jede Kirche ist für die Ewigkeit, aber jede Kirche ist ein Zeichen der Ewigkeit“, so Schulz in seiner Ansprache. Die Kirche in Schinkel stehe mitten im Dorf und das sei gut so, meinte Schulz.

Da das Geld in den 50er und 60er Jahren knapp war, lobte die Landeskirche damals einen Architektenwettbewerb aus. Bedingung für die Bewerber war: Die Kirche durfte höchstens 25.000 DM kosten. Das Architektenehepaar Probst aus Strande blieb innerhalb dieses Kostenrahmens und gewann den Architektenwettbewerb. Martina Hinz wurde von Pastor Dirk Schulz als neue Küsterin eingeführt.

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